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Keine Punktspiele bis zum März

Ein Bericht der Sächsischen Zeitung

Am 31. Oktober bestritten die Oberliga-Handballer der SG Pirna Heidenau ihr letztes Punktspiel. Anschließend wurde der Trainings- und Spielbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt. Die Hoffnung, bereits im Dezember die Meisterschaft fortsetzen zu können, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil, der Mitteldeutsche Handball-Verband gab vor wenigen Tagen bekannt, den Spielbetrieb nicht vor März 2021 aufnehmen zu wollen. Vorausgegangen waren mehrere Videokonferenzen der AG Spieltechnik mit den Vereinen der Mitteldeutschen Handball-Oberliga.

In einer Pressemitteilung verweist der Verband darauf, dass die derzeitige Situation „für alle Vereine in sportlicher und finanzieller Hinsicht eine riesige Belastung und Stresssituation“ seien. Verträge mit den Spielern müssen eingehalten oder neugestaltet werden, zudem gelte es, „den Nachwuchs bei der Stange zu halten und die Sponsoren weiter für diesen Handballsport zu sichern“. Wie die Saison im Frühjahr 2021 fortgesetzt werden soll, darüber gibt verschiedene Meinungen. Die AG Spieltechnik hat den Vereinen eine Konzeption unterbreitet. In der Mitteldeutschen Oberliga der Männer und Frauen sollen lediglich die Hinrunden zu Ende gespielt werden, die Spieltage laut Ansetzungsschlüssel angesetzt werden. Insgesamt müssten die 17 Teams damit noch zehn bzw. elf Partien bis zur Endabrechnung absolvieren. Angeführt wird die Tabelle vom SV 04 Plauen-Oberlosa (9:1 Punkte), gefolgt von der HSG Freiberg (9:3) und der SG Pirna Heidenau, die 8:4 Zähler auf dem Konto hat.

Über eine Auf- und Abstiegsregelung will der Verband nach Beratungen mit der dritten Liga sowie den drei Landesverbänden entscheiden. Entsprechende Vorschläge sind bereits in der Erarbeitung. Sollte die Wiederaufnahme des Spielbetriebes im März 2021 noch immer nicht möglich sein, wird die AG Spieltechnik weitere Szenarien erarbeiten. „Wir alle hoffen und wünschen uns, dass unser Handballsport inklusive der Austragung von sportlichen Wettkämpfen wieder möglich wird, dass wir alle wieder die leuchtenden Kinderaugen, die Freude der Fans, die Stimmung in den Spielhallen sehen und erleben können“, heißt es weiter in der Pressemitteilung des Mitteldeutschen Handball-Verbandes.




Wie gehen die Vereine mit der angespannten Situation um? „Unser Trainerteam hat den Spielern ein individuelles Programm gestaltet, damit sie sich fit halten können, ähnlich wie in der Sommerpause. Somit wollen wir den Trainingsrückstand bei einer Wiederaufnahme gering wie möglich halten“, berichtet Uwe Heller, Geschäftsführer der SG Pirna Heidenau. Sporadisch gäbe es Kontakt mit einzelnen Spielern“, so Heller. „Trotz der Pause sind wir alle im Verein aktiv, um die kommende, dann hoffentlich reguläre Saison vorzubereiten.“ Die ersten Gespräche mit Spielern, deren Verträge auslaufen, fanden bereits statt.

Die finanziellen Probleme sind nicht von der Hand zu weisen. „Mit den Spielern wurden Einzelgespräche geführt, dabei spielte auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Es gab dabei großes Verständnis und Entgegenkommen. Zum Glück müssen unsere Spieler ihren Lebensunterhalt nicht durch unsere Aufwandsentschädigungen finanzieren. Andere Vereine trifft es da wesentlich härter“, weiß Heller. Den finanziellen Schaden, der bisher entstanden ist, kann der Vereinschef „noch nicht genau beziffern“. Derzeit, so Heller, würde sich der Schaden im unteren fünfstelligen Bereich bewegen. „Und es ist ja noch lange nicht zu Ende.“ Zudem gestalte sich die Gewinnung neuer Unterstützer problematisch. „Aufgrund der Kontaktbeschränkungen und des Wegfalls des Spielbetriebes ist es fast unmöglich, in diesem Bereich tätig zu sein.“ Erfreulich aber: die Sponsoren der SG Pirna Heidenau halten weiter zur Stange. „Kein einziger Sponsor musste sich zurückziehen oder seine Bezüge anpassen, im Gegenteil“, freut sich Heller.

Auch der Handball-Verband Sachsen hat derweil beschlossen, die Winterpause bis mindestens Anfang März 2021 zu verlängern. Der Spielbetrieb auf Verbandsebene, einschließlich aller Pokal-Wettbewerbe, wird für Erwachsene und die Nachwuchshandballer ausgesetzt. Auch auf Bezirks- und Kreisebene wird nicht mehr gespielt und trainiert. Der Wiedereinstieg ist für Mitte bzw. Ende März geplant.



J. Schwarz
M. Förster
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