Spielbericht

Großer Kampf ohne Happy End
HSV Lok Pirna Dresden - TSV Burgdorf II 21:24 (10:12)


Viel vorgenommen hatten sie sich - die Pirnaer Ballwerfer - gegen die Jung-RECKEN der TSV Burgdorf II und standen doch am Ende mit leeren Händen da.

In einer aufreibenden Handballpartie zogen die sächsischen Eisenbahner gegen die Bundesliga-Reserve der TSV Burgdorf mit 21:24 den Kürzeren. Mit dieser Niederlage gegen das körperlich robuste Team von TSV-Trainer Heidmar Felixson hat sich die Lage im Kampf um den Klassenerhalt für die Schützlinge von Lokführer Petr Hazl nicht gerade verbessert. Da sich der TV Groß-Umstadt, welcher auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz rangiert, beide Punkte im Hessen-Derby gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden sicherte, wuchs deren Vorsprung auf die Elbestädter auf nunmehr sechs Punkte an. Eine Vorentscheidung ist dies freilich nicht, jedoch zeigt es, dass es auch für Lok-Buben von eminenter Wichtigkeit ist die eigenen Heimspiele unbedingt zu gewinnen, egal gegen welches Team es geht. Und auch gegen den Tabellen-Vierten aus dem niedersächsischen Burgdorf war ein doppelter Punktgewinn zum Greifen nahe. Die Gäste-Sieben erwischte den klar besseren Start, führte nach knapp sechs Minuten bereits mit drei Treffern. Im Handball ist dies wahrlich kein großes Polster. Doch die Jungs von Petr Hazl rieben sich im ersten Durchgang vermehrt an der Burgdorfer Deckung auf und suchten nach der richtigen Idee diese zu knacken. Ob der körperlichen Gegebenheiten hatten die Eisenbahner nicht gerade die Vorteile auf ihrer Seite und so blieben die Angriffsversuche der Hausherren des Öfteren im TSV-Abwehrverbund hängen. Elf technische Fehler, allein im ersten Durchgang, sorgten dafür, dass sich Petr Hazl gleich zweimal gezwungen sah, den grünen Karton auf den Tisch des Kampfgerichtes zu legen. Doch bis zur Halbzeitpause sollte es den Elbestädtern nicht mehr gelingen, den Rückstand zu egalisieren, so dass es mit einem 10:12 zur Kabinen-Predigt ging.

Welche Worte Petr Hazl in seiner Pausenansprache auch immer gefunden hat, sie schienen Gehör gefunden zu haben. Den Gästen gelang es bis zur 34. Spielminute noch ganze zwei Mal die Harzkugel im Pirnaer Gehäuse zu versenken. Danach allerdings vernagelte Lok-Keeper Martin Dietze mit tollen Paraden seinen Kasten und sorgte bei den Gästen für eine zwölfminütige Torflaute. In dieser Phase der Partie warfen Jiří Brecko, Christian Möbius und der doppelte Jiří Havlat das klebrige Spielgerät insgesamt vier Mal in die Burgdorfer Maschen. Die Eisenbahner agierten jetzt deutlich aggressiver in der Deckung und machten es der TSV-Bundesliga-Reserve zunehmend schwerer zum Erfolg zu gelangen. Elf Minuten vor dem Ende dann stellte Jiří Bouček mit seinem Treffer in den Winkel erstmals einen Drei-Tore-Abstand her. Doch sicher fühlen konnten sich die Jungs von Petr Hazl damit nicht. Das Problem: Einschussmöglichkeiten für die Elbestädter waren da. Die Lok-Sieben verpasste es bis dahin jedoch, den Gästen aus Niedersachsen den ein oder anderen Treffer mehr einzuschenken und den Vorsprung in dieser eher Tor-armen Partie entscheidend auszubauen, um die Moral des Gegners endgültig zu brechen. "Das war vielleicht unser Manko in der Spielphase. Mit ein paar Treffern mehr in diesem Abschnitt, in der wir mit konzentrierterer Deckungsarbeit und Martins Paraden voll im Spiel waren, hätten wir den Sack vorzeitig hätten zuschnüren können", brachte es Geschäftsführer Uwe Heller auf den Punkt. Und so ging es nach dem 19:16 (49.) wieder in die andere Richtung. Mit ebenfalls vier Toren in Folge warfen sich die Burgdorfer innerhalb von fünf Minuten wieder in Front. Die TSV-Treffer 19 und 20 fielen dabei in doppelter Unterzahl der Heim-Sieben. Und nicht nur in dieser Situation fühlten sich die Hausherren und das emotionale Publikum von den Entscheidungen der beiden Unparteiischen nicht gleich behandelt, wie ihre grün-weißen Kontrahenten.

Zwei Mal gelang es den Eisenbahnern noch den Rückstand auszugleichen (20:20 und 21:21). In den verbleibenden Spielminuten sollte es dann nicht mehr sein, dass die Lok-Buben dem Spiel die richtige Wendung geben konnten. Hätte es beim 21:23 noch einmal spannend werden können, so flatterten Vladan Kovanovic, der seine Strafwürfe bis dahin eiskalt versenkte, gerade bei Siebenmeter Nummer Vier die Nerven - So blieb TSV-Keeper Jendrik Meyer Sieger in diesem Duell und der letzte Treffer für die Burgdorfer Reserve war nur noch Makulatur, denn der erste Auswärtserfolg nach drei Niederlagen in Serie war für die Jung-RECKEN da schon perfekt. So reichten die guten Minuten in Halbzeit zwei nicht, die Weichen auf Sieg zu stellen und zwei Heimpunkte einzutüten. "Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir uns fest vorgenommen hatten, diese Partie für uns zu entscheiden", konstatierte der mit fünf Treffern an diesem Abend erfolgreichste Werfer Christian Möbius das Geschehen auf der Platte.

Mit weiterhin nur acht Pluspunkten bleibt die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden vorerst in der Abstiegszone der Dritten Liga-Ost. Am kommenden Wochenende wartet eine nicht minder schwere Aufgabe auf die Mannen von Petr Hazl. Mit dem Duell gegen den HSV Hannover gehen die niedersächsischen Wochen bei den Eisenbahnern weiter...

HSV Lok: Weber, Dietze, Bula, Möbius (5), Brecko (2), Havlat (2), Bouček (4), Gildemeister (1), Schneider (2), Danowski (1), Kovanovic (4/3)
Spielfilm: 0:2 (2.), 1:2 (3.), 1:4 (6.), 4:6 (13.), 4:8 (14.), 7:10 (21.), 9:11 (27.), 10:12 (HZ); 11:12 (32.), 12:14 (34.), 16:14 (43.), 19:16 (49.), 19:20 (54.), 20:20 (55.), 21:21 (56.), 21:23 (58.), 21:24