Vorbericht

Lok dampft nach Niedersachsen
- Helbig und Große wieder an Bord


Nach der Partie am vergangenen Wochenende gegen die TSV Burgdorf II treffen die Jungs von der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden am morgigen Samstag auf den nächsten Kontrahenten aus Niedersachsen. Mit dem Duell gegen den HSV Hannover haben die Mannen von Lokführer Petr Hazl wahrlich keine leichte Auswärtsaufgabe vor der Brust. Insbesondere, weil die sächsischen Eisenbahner auf fremdem Parkett bislang keine Pluspunkte einheimsen konnten.

Mit einem ausgeglichenen Punktekonto nach 19 Spieltagen rangieren die niedersächsischen Landeshauptstädter gegenwärtig auf dem achten Tabellenrang der Drittliga-Ost-Staffel - Jenseits von Gut und Böse. Alles andere als gut ist jedoch aktuell die finanzielle Lage der Hannoveraner. Trotz des sportlichen Klassenerhaltes folgte nach erfolgreichen Jahren im Bundesliga-Unterhaus der freiwillige Abstieg in die Dritte Liga - aus finanziellen Gründen. Im Schatten des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 ist der Leistungssport in der Landeshauptstadt schwierig finanzierbar. Darüber hinaus hat der HSV mit dem TSV Hannover-Burgdorf, die in der Beletage des deutschen Handballs auf Punkte- und Torejagd gehen, freilich die geballte Konkurrenz in der eigenen Stadt. So gestaltete sich die Suche nach Sponsoren sukzessive immer schwieriger. Erst im vergangenen Jahr sprang einer der Hauptgeldgeber der Hannoveraner ab. Und auch in dieser Saison haben sich zwei weitere Sponsoren aus dem Engagement zurückgezogen, so dass den Niedersachsen dieses Mal erneut der Gang eine Liga tiefer droht - aus finanziellen Gründen.

Die Krux sehen die Verantwortlichen jedoch auch in der Einteilung in die Ost-Staffel der Dritten Liga. Hohe Fahrtkosten machen weit mehr aus als das, was der Verein in den vergangenen Jahren in die Auswärtsfahrten investieren musste. Zudem fehlen die Einnahmen aus den Derbys gegen Springe oder Großburgwedel. Statt dessen müssen auch die Niedersachsen auf der Jagd nach Drittliga-Punkten nun bis in den hessischen Süden und den Osten der Republik reisen. Ein Grund, warum sich die Vereine aus der Region Hannover im Vorfeld der aktuellen Spielzeit massiv beim Verband beschwerten.

Eine Problematik, die auch die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden zur Genüge kennt. Alleine vier Mal in dieser Spielzeit dampfen die sächsischen Eisenbahner nach Hessen - je Strecke teilweise mehr als 500 Kilometer. "Dass viele Teams da natürlich weniger froh sind ist mehr als verständlich", weiß auch Lok-Geschäftsführer Uwe Heller. "Die Einteilungen in den Staffeln sind zum Wohle des Handballsports in jedem Falle überdenkenswert und vielleicht hat der vehemente Protest im Vorfeld der Saison ja auch beim Verband ein Wachrütteln hervorgerufen", spricht Heller klare Worte. Nichtsdestotrotz geht es am morgigen Samstag für den HSV Hannover und die Lok aus Pirna in allererster Instanz um sechzig Minuten Handball und zwei Punkte in der Sporthalle des Schulzentrum Misburg. Die Pirnaer Ballwerfer werden sich auf den langen Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt machen, um ein weiteres Mal zu versuchen, den Auswärtsfluch endlich zu besiegen. "Da steht uns natürlich keine einfache Aufgabe ins Haus", ist sich auch Lok-Trainer Petr Hazl bewusst. Allerdings stehen ihm im Duell gegen den HSV Hannover zwei Rückkehrer zur Verfügung: Abwehrchef Steffan Helbig und Rechtsaußen Philipp Große werden endlich wieder das Lok-Trikot überstreifen können und gemeinsam mit Geburtstagskind Torsten Schneider und Co. um Punkte kämpfen. "Ein Zwei-Punkte-Paket wäre da natürlich ein tolles Geschenk", kurbelt "Toto" Schneider den Optimismus und die Motivation seines Teams an.Handball-Pirna drückt jedenfalls ganz fest die Daumen... Auf geeeht´s Lok!!!