Spielbericht

Ein Handballspiel dauert 60 Minuten...


Es wäre der erste Auswärtssieg seit langer, langer Zeit gewesen, drehte sich der Zeiger der Spieluhr nur 45 und nicht sechzig Mal um die eigene Achse. Da nämlich lagen die Pirnaer Ballwerfer noch mit einem Treffer beim HSV Hannover in Front. Doch danach begann es wieder, das schon so oft beklagte Lied von vergebenen Chancen und individuellen und technischen Fehlern, die den Gegner der sächsischen Eisenbahner dazu einluden, das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen. Und so geht sie weiter - die Durststrecke der Elbestädter auf fremdem Parkett.

Die Lok-Mannen, mit den beiden Rückkehren Steffan Helbig und Philipp Große im Kader, begannen recht forsch gegen den Tabellen-Achten. Nach einem munteren Auf und Ab, dem ersten Treffer durch die Lok, einer Drei-Tore-Führung für die Hannoveraner, einer Auszeit durch Petr Hazl und drei Lok-Treffern in Serie stand es bereits nach elf Minuten 6:6. So deutete alles auf ein ähnlich torreiches Spiel wie schon beim ersten Aufeinandertreffen hin. Die Gastgeber aus der niedersächsischen Landeshauptstadt lagen nach 17 Minuten mit vier Treffern in Front. Die Lok-Sieben, gänzlich unbeeindruckt, spielte weiter ihren Stiefel und blieb den Gastgebern auf den Fersen. Bis zur Halbzeitsirene warfen sich die Eisenbahner auf 16:14 heran.

Die Lok-Mannen kamen mit gehörig Dampf im Kessel aus der Kabine. Nach knapp fünf Minuten im zweiten Durchgang hatten es Vladan Kovanovic, Jiří Brecko und Philipp Große geschafft und ihr Team Führung geworfen. Nach den drei Ausgleichstreffern der Gastgeber zum 17:17, 20:20 und 21:21 warfen die Hazl-Jungs abermals drei Tore in Folge und führten 21:24 auf fremdem Parkett.

In einer Überzahlsituation der Hannoveraner kassierten die Elbestädter dann zwei Treffer in Folge, lagen jedoch immer noch in Front und konnten sich berechtigte Hoffnungen auf etwas Zählbares machen. Da waren 45 Minuten gespielt. Dann jedoch geschah das, was den sächsischen Eisenbahnern nicht nur in der vergangenen Partie gegen Burgdorf wertvolle Punkte kostete. Ob es die nachlassenden Kräfte waren, oder fehlende Konzentration? Haarsträubende technische Fehler, und ungenutzte Möglichkeiten waren in der Folge ausschlaggebend dafür, dass der HSV Hannover wieder die Oberhand erlangte. In eigener Überzahl bekamen die Lok-Mannen zwei Buden eingeschenkt und mussten die Führung wieder abgeben. Spätestens nach fünfzig Minuten hatten die Gastgeber das Momentum dann endgültig auf ihrer Seite. Die Hazl-Buben konnten den Spieß in den verbleibenden Minuten nicht mehr zu ihren Gunsten drehen und verloren am Ende mit 34:28 eine Partie, die nicht hätte verloren gehen müssen. Wie so oft in dieser Saison schon stehen die Pirnaer Ballwerfer am Ende eines Spiels nach sechzig Minuten mit leeren Händen da. Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden verharrt mit der 15. Niederlage weiterhin im Tabellenkeller der Dritten Liga-Ost. Erst in zwei Wochen steht für die Mannen von Lokführer Petr Hazl die nächste Liga-Aufgabe an. Diese wird mit dem Aufeinandertreffen gegen die Magdeburger Youngsters, dem aktuellen Tabellenführer, freilich ebenfalls kein Zuckerschlecken.

HSV LOK: Weber, Dietze, Möbius (2), Brecko (3), Havlat (6), Bouček (3), Helbig, Große (2), Schneider (2), Danowski (4), Kovanovic (6/1)
Spielfilm: 0:1 (1.), 3:3 (5.), 6:3 (8), 6:6 (12.), 9:6 (13.), 12:8 (18.), 12:11 (21.), 14:11 (26.), 14:13 (29.), 16:14 (HZ); 16:17 (35.), 17:19 (37.), 21:21 (42.), 21:24 (44.), 25:24 (48.), 26:26 (50.), 30:26 (55.), 33:28