Spielbericht

Leipzig hat den längeren Atem
HSV Lok Pirna Dresden - SG LVB Leipzig 29:34 (15:16)


Es hat nicht gereicht - Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden hat einiges versucht, am Ende jedoch haben die Pirnaer Ballwerfer gegen die cleveren Gäste aus der Messestadt Leipzig klar den Kürzeren gezogen und konnten sich damit nicht für die deftige Hinspiel-Schmach revanchieren. Das Vorhaben, den Punkte-Abstand auf die Plätze über der ominösen Abstiegslinie zu verkürzen, konnten die Hazl-Mannen damit nicht in die Tat umsetzen. Auch wenn die rechnerischen Möglichkeiten, einen Nichtabstiegsplatz zu erreichen noch allemal vorhanden sind. Wenn man seine Heimspiele nicht gewinnt, dann wird das Ziel Klassenerhalt ein knallhart-schwieriges Unterfangen.

Vom Anpfiff an lief die Partie gegen den Tabellen-Fünften alles andere als für die Elbestädter. Nicht einmal zwei Minuten brauchte die Mannschaft von LVB-Trainer Torsten Löther, um rasch mit 3:0 in Führung zu gehen. Und so einfach und schnell die Gäste ihre Tore erzielten, so musste man von Anbeginn befürchten, dass die zwei Punkte recht zügig mit auf die Reise nach Leipzig gehen sollten. Es dauerte kaum fünf Minuten, als Lokführer Petr Hazl beim Stand von 2:6 den grünen Karton zücken musste, um seine Jungs neu einzustellen. Im Anschluss arbeiteten sich die sächsischen Eisenbahner allmählich in die Partie und konnten nach ein wenig mehr als zwölf Minutendurch einen Treffer von Philipp Große auf 9:10 verkürzen. Die Umstellung in der Lok-Deckung und der Wechsel zwischen den Pirnaer Pfosten schienen sich auszuzahlen. So sah sich auch SG-Coach Torsten Löther nach dem Pirnaer Anschlusstreffer gezwungen, seinen Spielern eine Denkpause zu verschaffen. Die Straßenbahner zogen in der Folge die Zügel wieder etwas enger und holten sich den Drei-Tore-Vorsprung wieder zurück. Abschütteln jedoch ließen sich die Lok-Buben nicht, kämpften beherzt um jeden Treffer. Kurz vor der Pausensirene gelang es den Hausherren bis auf einen Treffer auf die Leipziger aufzuschließen (15:16).

Es waren 26 Sekunden im zweiten Abschnitt gespielt, da schaffte es Christian Möbius aus dem Rückraum die Harzkugel im Gästekasten zum vielumjubelten 16:16-Ausgleich einzunetzen. Doch so groß die Freude über den gelungenen Lok-Auftakt Hälfte zwei war, so ernüchternd war die anschließende Antwort der Messestädter. Mit drei Treffern in Folge brachte sich die SG LVB wieder auf Kurs (16:19, 34.) und stellte die Elbestädter erneut vor die Aufgabe den Leipziger Vorsprung zu egalisieren und die Partie zu drehen. Dieser Hürde stellten sich die Elbestädter und konnten weitere acht Zeigerumdrehungen später den erneuten Ausgleich feiern, als Torsten Schneider das klebrige Spielgerät mit Willen und Kraft im LVB-Gehäuse unterbrachte (21:21, 42.). Doch auch diese Freude war nur von kurzer Dauer. Obwohl die Möglichkeiten da waren erstmalig in Führung zu gehen - auf der Gegenseite wurde es den Messestädtern nicht gerade all zu schwer gemacht sich abermals die selbige zurückzuholen. Und als die Löther-Sieben durch das Tor von Hannes Zerrenner dann zum ersten Mal auf vier Treffer davon zog, wussten auch die Pirnaer, dass es mit fortschreitender Spieldauer einer Herkules-Aufgabe gleich kam, das Leipziger Tore-Polster nochmals zu egalisieren. Im Angriff trafen die Eisenbahner in der Folge nicht die besten Entscheidungen und brauchten zu viele Anläufe, um zu Torerfolgen zu gelangen. Und konnten die Elbestädter dann doch mal einen Treffer bejubeln, so gab es durch die Leipziger schnell und postwendend die Antwort, die alle Pirnaer Hoffnungen auf einen positiven Spielausgang im Keim erstickte. Auch im Überzahlspiel fehlten den Hausherren die richtigen Lösungen, um die Leipziger Deckung noch vor große Probleme zu stellen.

Um es vorweg zu nehmen: Den Jungs von Petr Hazl sollte es nicht mehr gelingen, den Favoriten ins Wanken zu bringen. Und so schlichen die Pirnaer Akteure, statt einen Heimsieg feiernd, mit gesenkten Häuptern vom Parkett der Sonnenstein-Arena, wohlwissend, dass Sie eine große Chance auf zwei Heimpunkte vertan haben. "Die Leipziger hatten heute immer die passende Antwort parat gehabt und so müssen wir leider anerkennen, dass der Gast verdient gewonnen hat", musste auch Geschäftsführer Uwe Heller leidvoll feststellen. Einmal mehr kassierten die Elbestädter viel zu viele Tore. 34 Gegentreffer - und dies in eigener Halle - waren letztlich eine zu große Hypothek. Mit fast 32 Toren je Spiel ist die Pirnaer Deckung die anfälligste Defensive der Liga. Da ist es selbstredend monstermäßig schwer und kostet unheimlich Kraft, immer einen Treffer mehr im Angriff zu erzielen. Durch den Sieg der HG 85 Köthen ist die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden auf den letzten Tabellen-Platz der dritten Liga-Ost abgerutscht. Auch der HSV Bad Blankenburg und der TV Groß-Umstadt haben im Kampf um den Klassenerhalt gepunktet. Somit haben die sächsischen Eisenbahner mittlerweile ganze acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und stehen in den letzten acht Partien mit dem Rücken zur Wand.

HSV LOK: Weber, Dietze, Möbius (2), Brecko (3), Bouček (1), Kovanovic (10/4), Helbig, Große (1), Schneider (8), Danowski (4)
Spielfilm: 0:3 (2.), 1:3 (3.), 1:5 (4.), 5:8 (8.), 8:9 (12.), 9:12 (16.), 12:15 (25.), 13:16 (27.), 15:16 (HZ); 16:16 (31.), 16:19 (34.), 19:20 (38.), 21:21 (42.), 21:23 (43.), 22:26 (48.), 25:29 (53.), 27:31 (56.), 29:34