Spielbericht

Pirnaer Handballer warten weiter auf ein Erfolgserlebnis
SV Anhalt Bernburg - HSV Lok Pirna Dresden 31:28 (13:13)


Ganze sieben Wochen im neuen Jahr warten die Pirnaer Ballwerfer nun schon auf einen Punktspielsieg. Auch in Bernburg sollte es den sächsischen Eisenbahnern nicht vergönnt sein, die lange Durststrecke zu beenden. Doch genau wie in den Partien der vergangenen Wochen musste Lok-Trainer Petr Hazl am Ende konstatieren, dass gegen die auch Saalestädter weitaus mehr drin gewesen war.

Die ersten 30 Zeigerumdrehungen waren in jeglicher Hinsicht völlig ausgeglichen. Die Anhaltiner legten vor, die Sachsen zogen gleich. So wie sich die ersten Spielminuten gestalteten, war mit einer ebenso torreichen Partie zu rechnen, wie schon vor zwei Wochen in Magdeburg. Das Team von SVA-Coach Christian Pöhler wartete mit einer offensiven Deckung auf. Doch die Elbestädter agierten klug und fanden die richtigen Lösungen für den Torerfolg. Beim Stand von 6:6 in Spielminute zwölf rangen beide Teams länger vergeblich um den nächsten Treffer. Die Einwurfmöglichkeiten der Gastgeber endeten entweder im Abwehrverbund der Pirnaer oder bei Lok-Keeper Nick Weber, der in dieser Phase seinen Mannschaftskollegen mit guten Paraden den Kasten sauber hielt. Die Pirnaer hatten vier Gelegenheiten erstmals selbst in Front zu gehen. Die Führung für die Eisenbahner wollte jedoch nicht fallen. Und so blieb es Gabor Pulay vorbehalten, der an diesem Tag elf Mal für die Schwarz-Gelben einnetzte, den siebten Bernburger Treffer zu erzielen. Die Saalestädter marschierten vornweg - das Team von Lok-Trainer Hazl zog gleich. Diesen Schlagabtausch lieferten sich beide Mannschaften noch bis zur Pausen-Sirene.

Auch der zweite Abschnitt machte in den ersten Augenblicken den Anschein, als sollte sich am Spielverlauf selbst weiterhin nichts ändern. Die Anhaltiner verbuchten die erste Führung in Durchgang zwei, welche Vladan Kovanovic per Strafwurf just egalisierte. Doch im Anschluss änderte sich die Spieldramaturgie - Jiří Bouček erzielte in Minute 34 mit einem seiner neun Treffer die allererste Führung für seine Farben. Doch die Freude hierüber im Lager der Pirnaer war leider nur von kurzer Dauer. Es war erneut der agile Gabor Pulay, der lediglich neun Sekunden später mit seinem Wurf zum Ausgleich erfolgreich war. Im Anschluss erhielt der Bernburger Spielmacher Steffen Cieszynski eine Zwei-Minuten-Hinausstellung. Doch wer glaubte, dass die Elbestädter hieraus Kapital schlagen würden, sah sich getäuscht. Es war die entscheidende Phase der Partie. Trotz Unterzahl konnten sich die Gastgeber wieder in Führung werfen (16:15, 35.). Der folgende Angriff der sächsischen Eisenbahner verpuffte. Nach dem Ballgewinn der Bernburger stieß der ehemalige Lok-Akteur Kilian Kraft den nächsten Angriff seines Teams an. In einem ganz normalen Zweikampf, in welchem der Bernburger beim Festmachen durch Torsten Schneider zappelte wie ein Fisch im Netz, bekam der Pirnaer Abwehrrecke völlig unverständlicherweise eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt. Gabor Pulay nutzte den Platz in der Pirnaer Deckung und brachte sein Team erstmals mit zwei Toren in Front.

Jiří Havlat konnte für die Gäste noch einmal verkürzen. Doch im Anschluss kippte die Partie zusehends zu Gunsten der Heimmannschaft. Nachdem der beste SVA-Torschütze zum 19:16 erneut erfolgreich war, zog Lok-Coach Petr Hazl die Reißleine und verordnete seinen Jungs ein Time-Out. Im Anschluss sollte bei den Elbestädtern noch einmal Hoffnung auf etwas Zählbares aufkeimen. Die Bernburger, die über die gesamte Spieldauer flink auf den Beinen waren, kamen das ein oder andere Mal jedoch auch zu spät. Wieder gab es eine Strafe gegen den Bernburger Cieszynski und die Pirnaer konnten die Überzahl nun endlich auch in Tore ummünzen (19:17, 40.). Es war noch genug Zeit für eine Lok-Aufholjagd. Doch die Aussichten hierauf erstickte SVA-Keeper Artur Gawlik jäh im Keim. Erst scheiterte Vladan Kovanovic mit einem Strafwurf am polnischen Torhüter, dann kaufte er den Lok-Mannen aussichtsreiche Einschussgelegenheiten ab. Die Elbestädter lagen beim 22:17 (42.) nun schon fünf Tore im Hintertreffen - Ein Rückstand von dem sie sich in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr erholen sollten. Auf mehr als drei Treffer konnten sich Torsten Schneider und Co. nicht mehr an ihren Kontrahenten heran pirschen. Beim 30:23 nach 54. Minuten war der Drops zu Gunsten des SV Anhalt Bernburg dann endgültig gelutscht.

Im Ausklang der Partie waren die sächsischen Eisenbahner dann noch ganze fünf Mal erfolgreich, doch letztlich sollte dieses Aufbäumen nicht mehr als Ergebniskosmetik sein. Mit 31:28 verlor die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden auch das Gastspiel in der Bernburger Bruno-Hinz-Sporthalle und bleibt damit weiterhin Tabellenletzter in der Dritten Liga-Ost.

Die Rote Laterne - In Pirna soll sie nicht weiter leuchten. Ob es jedoch in den verbleibenden sieben Partien noch reicht für ein mittlerwes Handballwunder? Einsatz, Willen, Kampf und Leidenschaft kann man den Pirnaer Handball-Jungs in keinster Weise absprechen. Die Ergebnisse jedoch - sie stimmen nicht. Und so lechzt Handball-Pirna weiterhin nach einem Erfolgserlebnis.

An den kommenden beiden Wochenenden haben die Hazl-Buben zwei Heimaufgaben zu lösen. Bevor am Sonntag in zwei Wochen der TV Kirchzell seine Visitenkarte auf dem Sonnstein abgibt, treffen die sächsischen Eisenbahner am kommenden Samstag mit den NES-Bulls aus Bad Neustadt auf einen langjährigen Drittliga-Konkurrenten, der in der Hölle-Ost zumeist das Nachsehen hatte.

HSV Lok: Weber, Dietze, Bula, Möbius, Brecko (1), Havlat (2), Bouček (9/1), Helbig, Große (4), Schneider (4), Danowski (2), Kovanovic (6/2)
Spielfilm: 1:0 (1.), 3:3 (5.), 6:6 (12.), 7:6 (19.), 9:9 (22.), 11:11 (27.), 13:13 (HZ); 14:13 (31.), 14:15 (34.), 16:15 (35.), 17:15 (36.), 19:16 (38.), 22:17 (42.), 24:20 (46.), 25:22 (49.), 30:23 (54.), 31:25 (58.), 31:28