Spielbericht

Durststrecke der Lok-Handballer hält an
HSV Lok Pirna Dresden - HSV Bad Blankenburg 25:31 (13:14)


Auch Spieltag Nummer 27 brachte den Ballwerfern vom Pirnaer Sonnenstein nicht den angepeilten und so lang ersehnten Zwei-Punkte-Erfolg, auf den die Lok-Jungs nun schon seit dem Heimsieg Mitte Januar gegen die MSG Groß-Bieberau-Modau warten. Gegen den HSV Bad Blankenburg, der, um in der Endabrechnung sicher zu gehen, selbst Punkte im Kampf um den Klassenerhalt benötigte, setzte es eine weitere Niederlage. Die Thüringer behielten gegen das Tabellen-Schlusslicht der Dritten Liga-Ost mit 31:26 die Oberhand. Die Handballspielvereinigung indes tritt weiterhin auf der Stelle und musste sowohl im Vorfeld der Partie, als auch während des Spiels der angespannten Personallage Tribut zollen. Im Testspiel der Vorwoche gegen Ligakonkurrent HC Elbflorenz verletzten sich mit Steffan Helbig und Martin Danowski beide Pirnaer Kreisläufer, so dass Lok-Trainer Petr Hazl zum Improvisieren gezwungen war.

Für Bad Blankenburg ging es um wichtige Punkte - für Pirna um die Ehre. Und allen Unkenrufen zum Trotze legten die Heim-Sieben los wie die Feuerwehr. Lohn der engagierten und kampfstarken Leistung in den ersten elf Minuten war eine verdiente 8:3-Führung für die Elbestädter. Im Anschluss allerdings erinnerten sich auch die Thüringer Gäste an ihr Vorhaben wichtige Punkte für den Ligaverbleib einheimsen zu wollen und brachten sich mit vier Treffern in vier Minuten wieder auf Schlagdistanz. So war es ab diesem Zeitpunkt eine Partie auf Augenhöhe in der die Unparteiischen aus Magdeburg in Minute 23 erstmals negativ auf den Plan traten. In einer Angriffssituation der sächsischen Eisenbahner wurde Jiří Bouček bei seinem Wurf in der Luft gestoßen und fiel unkontrolliert zu Boden. Eine Aktion, die dem Regelwerk zu Folge eigentlich nur eine Strafe nach sich hätte ziehen müssen. Den roten Karton zeigten Felix Magalowski und André Schweiger allerdings einem Pirnaer Akteur - Torsten Schneider wurde ob einer vermeintlichen Beleidigung vorzeitig unter die Dusche geschickt. Eine Szene, die die beiden Herren in Hellblau in der Gesamtheit des Zustandekommens nicht vollständig korrekt bewerteten. So mussten die Pirnaer in der verbleibenden Spielzeit noch einen Mann mehr ersetzen. Nach dem zwischenzeitlichen 12:10 für die Gastgeber erzielten die Kurstädter aus Thüringen abermals vier Treffer am Stück und bremsten die Lok aus. Zur Pausensirene stand ein 13:14 auf der Anzeigetafel der Sonnenstein-Arena. Es dauerte mehr als drei Minuten, als nach Wiederanpfiff der erste Treffer der zweiten Hälfte fiel (14:14). Die Pirnaer blieben zwar am Drücker, liefen aber stets einem Rückstand hinterher. Je länger die Partie dauerte, desto merklicher schwanden Kraft und Konzentration bei den Lok-Buben. Konnte Spielmacher Jiří Bouček nach 47 Zeigerumdrehungen noch zum 20:21 aufschließen, so nutzte Bad Blankenburg in der Folge die Gunst der Stunde und zog bis zehn Minuten vor Ultimo auf vier Treffer davon. Den Gastgebern war der Verschleiß des tollen Kampfes sichtlich in die Knochen gefahren und so konnte das Team von Petr Hazl trotz Herz, Einsatz und Willen das Ruder gegen die Thüringer nicht mehr herumreißen, weil HSV-Keeper Tobias Jahn obendrein eine Reihe Pirnaer Einwurfmöglichkeiten zu Nichte machte. Auch die sechs Tore des an diesem Abend bärenstarken Christian Möbius konnten der Partie am Ende keine Wende mehr verschaffen. Nach dem 23:28 durch Elvijs Borodovskis sieben Minuten vor Schluss waren die Messen gelesen. Am Ende zogen die sächsischen Eisenbahner auch am 27. Spieltag den Kürzeren und haben weiterhin nur magere acht Pluspunkte auf dem Haben-Konto zu verbuchen.

In einem jedoch waren sich beide Teams einig-nämlich, dass sich die beiden Unparteiischen aus Magdeburg während des gesamten Spielverlaufs nicht einig waren und mit ihren Entscheidungen auf beiden Seiten für reges Kopfschütteln sorgten. "Trotz alledem", so befand auch Geschäftsführer Uwe Heller am Ende, "haben die Jungs heute wieder alles aus sich rausgeholt, haben es aber leider nicht geschafft, den Fans einen Heimsieg zu schenken."

Bevor es am 09.05.2015 für die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden um die vorerst letzten Drittliga-Punkte auf heimischen Parkett geht, stehen für die sächsischen Eisenbahner zwei Auswärtsaufgaben in Köthen und Dessau an. Definitiv nicht mit dabei sein wird am kommenden Wochenende Pirnas Abwehrrecke Torsten Schneider, da die ausgesprochene Matchstrafe mit Bericht ein Spiel Sperre nach sich ziehen wird. Auch Steffan Helbig fällt für die restlichen drei Spiele in jedem Falle aus. Ob Martin Danowski in den ausstehenden Partien wieder mit dabei sein wird, werden die kommenden Tage zeigen.
Eines ist augenscheinlich sicher-es wird auch zum Ausklang der Saison kein Zuckerschlecken für die Pirnaer Ballwerfer werden. Doch auch wenn der Gang in die Mitteldeutsche Oberliga nicht mehr zu verhindern ist, so werden auch in den verbleibenden Spielen Kampfeslust und Einsatz die Argumente sein, mit denen die Lok zu einem Erfolgserlebnis dampfen will.

HSV Lok: Weber, Schmidtke, Bula, Möbius (6), Brecko (3), Dietze (1), Havlat (2), Bouček (7/4), Große (1), Schneider (3), Kovanovic (2)
Spielfilm: 0:1(1.), 2:2 (6.), 4:2 (7.), 8:3 (11.), 8:7 (16.), 10:10 (21.), 12:10 (24.), 12:14 (29.), 13:14 (HZ); 14:14 (34.), 14:16 (35.), 18:18 (39.), 18:21 (46.), 20:21 (47.), 21:25 (51.), 23:28 (54.), 24:30 (57.), 25:31