Spielbericht

Lok weiter unbesiegt in der Hölle-Ost


Vor der Partie gegen die Bundesliga-Reserve des SC Magdeburg wusste keiner der Beteiligten auf Pirnaer Seite was auf ihn zukommen wird. Die Sachsen-Anhalter sind in dieser Saison bisher eine Wundertüte. Nach einem starken Saisonstart folgte eine vierwöchige Durststrecke, welche mit einem Kantersieg über den Dessau-Rosslauer HV (34:23) endete. Doch am Samstagabend beendeten die Gäste aus der „Ottostadt“ nicht die Heimserie des HSV Lok Pirna Dresden. Nach einer schwachen Anfangsphase schlugen die Pirnaer den Nachwuchs des SCM mit 28:27 (12:14) und fuhren somit den fünften Heimsieg in Folge ein. Somit bleibt das Team von Lok-Trainer Petr Hazl in heimischer Halle weiter unbesiegt. Vor allem Torhüter Morten Michelsen konnte sich in dieser Partie auszeichnen.

Das sechste Heimspiel der Lok begann am Samstag eher wie ein Auswärtsspiel. „Wir haben heute angefangen wie letzte Woche. Klare Chancen nicht getroffen und technische Fehler gemacht.“ resümierte Petr Hazl die Anfangsphase der Partie. Der SCM kam wesentlich besser in die Partie und führte 2:0 (3.). Erst nach vier Minuten konnten die Eisenbahner, in Person von Christian Möbius, einnetzen. Möbius war auch der Lok-Akteur der mit einem sehenswerten Hüftwurf die nächsten zwei Treffer der Hazl-Auswahl markierte (3:3 7.) Es war eine zerfahrene Anfangsphase, in der beide Teams viele Fehler machten. Doch während sich Jiri Boucek und Co. die Zähne zunehmend an der Defensive der Gäste ausbissen und am SCM-Schlussmann Philipp Ambrosius scheiterten fand die Abwehr der Elbstädter keinen Zugriff und auch der angeschlagene Mario Percin kam nicht ins Spiel. So war es Dusan Milicevic per Siebenmeter eine neunminütige Torflaute der Lok beendete. (4:7 16.)

Der an diesem Tag unglückliche Mario Percin prallte bei einem Gegenstoß der Magdeburger mit seinem Gegenspieler zusammen und erlitt einen Pferdekuss. Als die Magdeburger sich auf sechs Tore absetzten (5:11 19.) verließ Percin das Feld und machte Platz für Morten Michelsen. Der 22-jährige Kieler kam gut in die Partie und parierte zweimal stark. Auch die Abwehrumstellung zeigte Wirkung. So wurde auf eine 5:1 Abwehr umgestellt und der Rückraumshooter der Gäste Tomasz Gebala, bekam durch Jiri Havlat eine persönliche Bewachung. In der Folge kam auch die Offensive der Lok-Auswahl besser in Schwung und so wurde der Rückstand bis zum Pausentee auf 12:14 reduziert. „Es war wichtig dass wir vor der Halbzeit ran gekommen sind. Da war auch die Halle wieder laut“ so Hazl über die Wichtigkeit der starken Phase vor der Pausensirene.

Nach der Pause konnte die Lok das Tempo aufrechterhalten. Durch Treffer des starken Christian Möbius und Jiri Havlat konnte die Lok in der 35. Minute erstmals wieder ausgleichen (14:14). Jetzt zeigte das Team vom Sonnenstein die gewohnte Heimstärke. Eine konsequente Abwehrarbeit und gut herausgespielte Möglichkeiten brachten die Gastgeber bis auf 24:20 (49.) in Front. Fand die Lok-Abwehr mal keinen Zugriff so war auf Morten Michelsen verlass. Neben mehreren freien Bällen parierte Michelsen in der Schlussphase auch einen Siebenmeter der Gäste. Als Jiri Havlat im Zusammenspiel mit Dusan Milicevic das sehenswerte 27:21 (53.) erzielte war die Stimmung in der Hölle-Ost auf dem Höhepunkt. Dem konnte auch die dritte Zeitstrafe (53.) und damit die rote Karte, gegen „Toto“ Schneider keinen Abbruch tun. Dass am Ende mit 28:27 ein doch scheinbar knappes Ergebnis auf der Anzeigetafel stand war das Resultat von drei Gästetreffer in nur zwei Minuten.

Am Ende hat die Mannschaft der HSV Lok Pirna Dresden gezeigt welches Potential in ihr steckt und das Spiel verdient gewonnen. Die schwache Anfangsphase bügelte die Mannschaft zwischen der 20. und 50. Minuten eiskalt aus. Souverän im Angriff eine stabile Abwehrarbeit und ein starker Morten Michelsen sorgten in dieser Phase für die Wende und das bekannte Spiel der Lok – in eigener Halle. So Rangiert der HSV nun mit 11:11 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz.

Am kommenden Samstag geht es für das Team nach Leipzig zum SG LVB. Hier haben alle Lok- Fans die Möglichkeit sich einer Busfahrt anzuschließen und die Mannschaft auch auswärts zu unterstützen, damit auch der erste Auswärtssieg eingefahren werden kann.

Lok: Percin (1.-20) Michelsen (21.-60.), Möbius (6) Havlat (5), Gaube, Boucek (2) , Milicevic (10/6), Helbig (2), Ultsch (n.e), Große (2), Schneider (1), Hartmann (n.e), Dietze (n.e)