Spielbericht

Beavers haben den längeren Atem
Dessau-Roßlauer HV 06 - HSV Lok Pirna Dresden 28 : 24 ( 10 : 11 )


Zum Ausklang der Drittliga-Saison 2014/2015 kassierte die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden trotz einer guten Leistung eine Niederlage beim Dessau-Roßlauer HV 06. Das vorerst letzte Auswärtsspiel in Deutschlands dritthöchster Spielklasse ging am Ende mit 28:24 verloren. In der Summe war die Partie des Liga-Schlusslichtes beim Tabellen-Sechsten durchaus ausgeglichen. Erst im Endspurt der sechzig intensiv geführten Handballminuten kippten die Kräfteverhältnisse zu Gunsten des Jungandreas-Teams.

Die sächsischen Eisenbahner legten wie schon in der Vorwoche einen äußerst couragierten Auftritt aufs Parkett. Insbesondere in den ersten dreißig Zeigerumdrehungen zeigten die Jungs von Lok-Trainer Petr Hazl, dass sie sich für den letzten Auswärtsauftritt eine Menge vorgenommen hatten. Im Bereich Attacke bissen sich die Beavers des Öfteren die Zähne an der gut stehenden Abwehr der Sachsen aus. Und wenn Robert Lux und Co. dann doch einmal einen Weg durch die Pirnaer Defensive fanden, dann stand da ja noch ein Nick Weber im Gehäuse der Eisenbahner, der seinen Kontrahenten viele Würfe abnahm. Die Lok-Buben spielten ihre Angriffe lange aus und kamen von allen Positionen zum Torerfolg. So führten die Sachsen beim Gang in die Kabine nicht unverdient mit 11:10.

Auch mit Beginn der zweiten dreißig Minuten sollte sich am Spielgeschehen nicht viel ändern. Die Pirnaer Ballwerfer führten bis zur 38. Minute stets mit zwei Treffern (14:16) und hatten gar die Möglichkeit den Tore-Abstand auf die Bauhausstädter zu vergrößern. Die Beavers ihrerseits drehten im Anschluss den Spieß in sechs Zeigerumdrehungen mit vier Treffern am Stück erst einmal herum (18:16). Doch davon ließen sich die Pirnaer nicht unterkriegen - mit einem Doppelschlag durch Christian Möbius und Jiří Havlat zogen die HSV-Mannen wieder gleich (19:19, 49.). Im Anschluss kassierten Torsten Schneider und Nicolas Bula je eine Zeitstrafe, so dass sich die aufopferungsvoll kämpfenden Eisenbahner gezwungen sahen, sich zwei Minuten lang zu viert den Angriffen der Gastgeber zu erwehren. In dieser Phase trafen die Dessauer einmal mehr ins Gehäuse ihres Kontrahenten als die Lok-Mannen, jedoch überstanden die Sachsen die doppelte Unterzahl relativ glimpflich. Als die Partie auf die Zielgerade einbog, verteilten die beiden Unparteiischen Alan Schaban und Matthes Westphal dann jedoch noch einen roten Karton. Die Szene, die dieser Entscheidung vorausging, gab es in der intensiv und kampfbetonten Partie nicht nur einmal. Jedoch nur einmal bewerteten die Schiedsrichter die Situation mit einer Matchstrafe - und diese traf den Pirnaer Abwehrchef Torsten Schneider. Ob zurecht oder unrecht, darüber ließe sich sicher streiten, doch hätte man alle ähnlichen Situationen mit eben derselben Konsequenz geahndet, dann hätten auf beiden Seiten weitaus weniger Spieler auf der Platte gestanden. Trotz der erneuten personellen Überzahl der Gastgeber - die Lok-Jungs blieben am Drücker, weil auch Spielmacher Jiří Bouček bei seinen insgesamt neun Treffern sieben Mal von der Strafwurflinie eiskalt blieb. Doch nach dem zwischenzeitlichen 23:22-Anschlusstreffer sieben Minuten vor Ultimo hatten die Beavers dann das Quäntchen mehr Glück auf ihrer Seite und zogen mit je einem Treffer durch Sebastian Donath und Radek Sliwka mehr als vorentscheidend davon. Auch nach dem letzten Team-Timeout gelang es den Eisenbahnern nicht mehr in den verbleibenden fünf Minuten das Ruder noch einmal herumzureißen. Und so blieb auch die letzte Auswärtspartie dieser Drittliga-Saison ohne doppelten Punkterfolg für Schneider, Danowski und Co.. "Die Leistung stimmte, das Ergebnis nicht", konstatierte Geschäftsführer Uwe Heller die Partie kurz und knapp. "Die Jungs haben eine gute Partie aufs Parkett gelegt, sind für den Kampfgeist und ihr beherztes Auftreten aber leider nicht belohnt worden. Jetzt wollen wir im letzten Heimspiel noch einmal alles rausholen, um uns und unsere treuen Fans in der Sonnenstein-Arena mit einem Sieg zu belohnen", gibt Heller die Marschroute vor.

Im letzten Spiel der Saison 2014/2015 treffen die Elbestädter am kommenden Wochenende auf den Northeimer HC. Anwurf in der "Hölle-Ost" ist am Samstag bereits um 19 Uhr.

HSV Lok: Weber, Schmidtke, Bula, Möbius (3), Brecko (2), Havlat (1), Bouček (9/7), Schneider (3), Große (2), Danowski (4), Kovanovic
Spielfilm: 1:0 (6.), 2:3 (9.), 5:5 (14.), 7:5 (17.), 7:8 (21.), 9:8 (25.), 10:11 (HZ); 10:12 (33.), 14:16 (38.), 18:16 (44.), 19:19 (49.), 22:21 (52.), 23:22 (54.), 25:22 (55.), 27:24 (59.), 28:24