Spielbericht

Emotionaler Abschied
HSV Lok Pirna Dresden – Northeimer HC 31:26


Zwei Minuten vor dem Abpfiff hielt es in der Sonnensteinarena niemand mehr auf den Plätzen. Mit stehenden Ovationen und einem rot-gelben Fahnenmeer tickte die letzte Drittligaminute des HSV Lok Pirna Dresden ab. Die sächsischen Eisenbahner hatten sich von ihren Fans mit einen 31:26 Erfolg gegen den Northeimer HC aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse verabschiedet. Geht es nach Uwe Heller soll dieser Abschied kein Abschied auf Dauer sein. „Sicher wird uns als Absteiger in der Mitteldeutschen Liga gleich mal die Favoritenrolle aufgebürdet. Wir wollen aber erst mal dort ankommen, uns etablieren und vor allem eine erfolgreichere Saison abliefern als in diesem Jahr.“ Die Fans bleiben den HSV Lok auch eine Klasse tiefer treu. Obwohl in der nächsten Saison solche Identifikationsfiguren wie Jiri Boucek oder Stefan Helbig nicht mehr das rote Trikot überstreifen werde. „Für beide gibt es am 29 August ein Abschiedsspiel.“ verrät Uwe Heller. Auch Philipp Große ,Jiri Havlat und Jiri Brecko werden ihre Koffer packen. „Der Großteil der Mannschaft bleibt aber zusammen.“

Für Uwe Heller gibt es nach dem Saison-Halali aber noch keine Gelegenheit zum Durchatmen. Die Abgänge müssen kompensiert werden. Da stehen dem Lok Geschäftsführer einige zähe Verhandlungen mit Kooperationspartner Dresden ins Haus. Über die Zukunft von Trainer Petr Hazl darf weiter spekuliert werden. Hazl, dem Angebote anderer Vereine auf dem Tisch liegen sollen, hat bei der Mannschaft schon mal „Na shledanou“ gesagt. „Wir äußern uns erst zu diesem Thema, wenn es dazu offiziell etwas zu sagen gibt.“ gab sich Uwe Heller in dieser Hinsicht wortkarg. 350 Zuschauern auf dem Sonnenstein feierten den vierten Saisonsieg ihrer Mannschaft. „Das war einfach zu wenig um in dieser Saison die Klasse zu halten.“ Der Feierlaune der Pirnaer Handballfans tat das trotzdem keinen Abbruch. „Wahnsinn was hier auf den Rängen abgeht.“ zeigte sich auch Gästetrainer Carsten Barnkothe beeindruckt. Die Gastgeber gaben die Partie nie aus der Hand, führten immer mit fünf,sechs Treffern (Halbzeit 17:13) und hatten im elffachen Torschützen Philipp Große, den Mann vom Punkt. Große verwandelte neun Strafwürfe. Meistfotografierter Spieler an diesem Abend war sicherlich Torsten Schneider in seinem neuen Trikot. Mit einem Augenzwinkern hatte Uwe Heller dort die Zeitstrafen und roten Karten mit einem lustigen Spruch verewigen lassen. „Ich hätte das Trikot heute nach vierzig Minuten in die Änderungsschneiderei bringen müssen. da sich in dieser Partie noch drei Zeitstrafen und einmal Rot für „Toto“ dazu addiert haben.“

Dass Torsten Schneider mit seiner Vertragsverlängerung schon sehr zeitig ein Zeichen für den Handball in Pirna gesetzt hatte, freut nicht nur die Fans. Die fiebern schon dem ersten Heimauftritt in der Mitteldeutschen Liga am 12. September gegen TUS Radis entgegen.

Pirna: Weber, Große 11/9, Schneider 3, Bula, Möbius 3, Brecko 1, Havlat, Boucek 5/1, Danowski 5, Kovanovic 1,