Spielbericht

Angriffsmotor stockt - Lok verliert in Apolda
HSV Apolda - HSV Lok Pirna Dresden 24 : 22 ( 12 : 11 )


Eines muss man festhalten. Die Apoldaer waren gute Gastgeber für den ersten Auswärtsauftritt der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden. Bei der Vergabe der beiden Punkte jedoch verteilte der Aufsteiger aus der Thüringen-Liga keine Gastgeschenke mehr. Mit einer 24:22-Niederlage mussten Lok-Führer Alexander Hübner und seine Jungs den Heimweg in die sächsische Schweiz antreten - ohne Zählbares im Gepäck. Und diese Niederlage war im Zustandekommen genauso ärgerlich, wie vermeidbar. Die Vielzahl an technischen Fehlern und vergebenen Chancen auf Seiten der Elbestädter verhinderte einen positiven Spielausgang für Schneider, Schulze und Co.

Der Beginn der Partie war fahrig - Auf beiden Seiten reihten sich die Unzulänglichkeiten aneinander und sorgten für eine nervöse Anfangsphase. Die Eisenbahner erzielten zwar den ersten Treffer der Partie, sahen sich aber spätestens nach dem vierten Tor der Glockenstädter fortan im Hintertreffen. Die Deckung der Lok-Mannen agierte nicht griffig genug und so hatte auch Keeper Nick Weber im Gehäuse der Elbestädter wenig Gelegenheit sich auszuzeichnen. Zudem stockte auch der Angriffsmotor des Aufbauspiels. Robert Schulze zog sich Mitte der ersten Hälfte eine Verletzung zu und so übernahm Vladan Kovanovic in der Folge die Zügel. Doch insgesamt wollte sich vorerst keine Besserung bei den Lok-Jungs einstellen. Deswegen sah sich Trainer Alexander Hübner genötigt, die einzig richtige Option in dieser Phase zu ziehen und legte den grünen Karton auf den Tisch des Schiedsgerichtes, um seine Spieler neu einzustellen. Erst nach knapp 20 Minuten fanden die sächsischen Gäste besser in die Partie, agierten nach einer Umstellung im Abwehrverbund giftiger und auch der Wechsel im Pirnaer Tor machte sich im Anschluss bezahlt. Gleich die ersten drei Würfe könnte Martin Dietze seinen Gegenübern abkaufen. Die Lok legte fortan ein paar Kohlen auf und mit fünf Treffern in Folge und knapp zehn torlosen Minuten für den HSV Apolda zogen die Eisenbahner kurz vor Ende des ersten Spielabschnittes mit ihrem Kontrahenten gleich (10:10, 28.). Vor der Pausensirene schafften die Gastgeber dann noch zwei Treffer, während die Lok-Mannen noch einmal erfolgreich die Harzkugel im Apoldaer Netz versenken konnten. So wurden beim 12:11 für den Aufsteiger aus Thüringen die Seiten gewechselt. In den zweiten Durchgang kamen die Elbestädter etwas konzentrierter. In Spielminute 33 fiel der erneute Pirnaer Ausgleichstreffer. Die 300 Zuschauern in der kleinen und engen Apoldaer Werner-Seelenbinder-Halle bekamen zwar kein Handball-Leckerbissen von beiden Teams geboten. Doch blieb die Partie bis Mitte der zweiten Hälfte stets spannend. Dennoch - wie schon in Halbzeit eins, so verzeichneten auch im zweiten Durchgang insbesondere die Mannen von Lok-Coach Hübner das Gros an technischen Fehlern. In der spielentscheidenden Phase beim Stand von 16:15 hatten die Eisenbahner gleich mehrfach die Gelegenheit, die Führung der Gastgeber zu egalisieren und gar in selbst in Front zu gehen. Aber nicht nur in diesem Abschnitt zogen sich die Unzulänglichkeiten wie ein roter Faden durch das Spiel der Sachsen. Und so kam es wie es kommen musste. Obwohl Martin Dietze mit vielen Paraden seinen Kasten sauber hielt - seine Vorderleute konnten diese Vorlagen leider nicht in positives ummünzen. Denn auch im Gehäuse des HSV Apolda stand mit Igor Toskovski einer, der sein Tagewerk verstand. Gleich vier Strafwürfe der Pirnaer konnte er parieren und hatte letztlich entscheidenden Anteil am sich abzeichnenden Erfolg seiner Mannschaft. Im Angriff brauchte die Hübner-Sieben zu lang, um sich passende Einwurfmöglichkeiten zu erarbeiten und so konnte sich die Deckung der Heimmannschaft ein ums andere Mal bestens auf die Vorstöße der Handballspielvereinigung einstellen. Das Bemühen war den sächsischen Eisenbahnern nicht abzusprechen - allein der Ertrag stimmte nicht.

Viele technische Fehler, zu viele vergebene Chancen - In der Quintessenz bedeuteten sie eine 24:22-Niederlage in Apolda. "Ganz klar, diese Unzulänglichkeiten haben unseren Gegner aufgebaut und uns das Genick gebrochen", war Alexander Hübner nach der Partie enttäuscht. "Martin Dietze hatte heute einen super Tag, doch die tolle Leistung eines Spielers reicht bei einer Mannschaftssportart nun mal leider nicht aus. Heute haben wir zwei wichtige Punkte einfach her geschenkt und ärgern uns natürlich am meisten darüber", konstatierte der Lokführer die 60 Handballminuten gegen den Thüringer Aufsteiger.

Die Luft in der Mitteldeutschen Oberliga - Sie schmeckt der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden noch nicht all zu gut. Bislang musste das junge Eisenbahner-Team Lehrgeld zahlen. Grund den Kopf in den Sand zu stecken gibt es jedoch nicht, aber auf jeden Fall viele Gründe, aus denen der Pirnaer Coach mit seinen Ballwerfern am kommenden Samstag endlich als Sieger die Platte verlassen will.

Lok-Jungs: Weber, Dietze ,M., Möbius (3), Schneider (8/2), Milicevic (3/1), Dietze, Sv., Kovanovic (1), Gildemeister (2), Schulze (1), Ultsch (3), Meinelt, Hartmann (1), Maixner
Spielfilm: 0:1 (3.), 2:2 (5.), 4:3 (10.), 6:4 (14.), 8:5 (15.), 10:5 (18.), 10:10 (28.), 12:11 (HZ); 12:12 (33.), 14:12 (36.), 15:14 (39.), 16:15 (40.), 18:16 (46.), 20:16 (50.), 21:18 (53.), 23:19 (56.), 24:20 (59.), 24:22