Spielbericht

Ein hartes Stück Arbeit für die ersten beiden Punkte
HSV Lok Pirna Dresden gegen HC Burgenland 32 : 29 ( 14 : 9 )


Es war ein hartes Stück Arbeit für die Pirnaer Ballwerfer und die Erleichterung über das Geschaffte um so größer, als nach 60 knackigen Handball-Minuten auf dem Sonnenstein die Schluss-Sirene ertönte. Mit 32:29 behielten die Jungs des Trainergespanns Hübner/Milicevic die Oberhand im Duell gegen den HC Burgenland und haben damit die ersten beiden Pluspunkte in den Pirnaer Zielbahnhof eingefahren.

Spielmacher Robert Schulze gestand zu Ende der Partie, dass auch ihm ein paar dicke Brocken von den Schultern gefallen sind: "Unser Start in die Saison verlief mit zwei Niederlagen nicht optimal. Da war der Druck des Siegen-Wollens, des Siegen-Müssens schon groß. Doch wir haben uns in die Situation gebracht und wollten uns dort unbedingt mit aller Kraft heraus manövrieren. Das haben wir heute geschafft", gab sich Schulze erleichtert. Man hat es in der Vergangenheit selten gesehen - Ein Freudenkneuel Pirnaer Spieler auf dem Parkett. "Das soll sich natürlich in den nächsten Spielen noch öfter wiederholen", gibt auch Lokführer Alexander Hübner augenzwinkernd zu verstehen. "Nach den beiden Misserfolgen gegen Radis und in Apolda galt es für uns endlich anzukommen in der Mitteldeutschen Oberliga und dafür mussten wir gegen den HC Burgenland alles aus uns rausholen." Die Sachsen-Anhaltiner kamen mit dem Rückenwind eines Sieges und eines Unentschieden in die Pirnaer Sonnenstein-Arena und verbuchten gegen anfangs nervöse Elbestädter den besseren Start. Folgerichtig führte der HCB nach fünf Zeigerumdrehungen mit 1:3. Doch dann legten auch die sächsischen Eisenbahner die Scheu ab und machten sich mit aller Kraft an das Vorhaben, den ersten Saisonsieg einzutüten. Die Lok-Jungs blieben mit zunehmender Spieldauer nicht fehlerlos, stabilisierten sich jedoch zusehends in Angriff und Abwehr. Und wie schon gegen Apolda erwischte HSV-Keeper Martin Dietze einen Tag zum Zunge schnalzen. Reihenweise machte er insbesondere im ersten Durchgang die Einschussmöglichkeiten der Burgenländer zu Nichte und war bis zum Pausentee der Garant für die 14:9-Halbzeit-Führung der Lok-Mannen.

Mit Volldampf kamen die Hübner-Schützlinge auch aus der Kabine und legten zu Beginn der zweiten 30 Minuten einen prima Auftakt aufs Parkett. Diesmal war es Christian Möbius mit vier Treffern in Folge, der sein Team über die Stationen 16:10 und 17:11 nach 35 Minuten scheinbar beruhigend mit 18:12 in Führung warf. Doch das Team von HCB-Trainerin Ines Seidler ließ sich auch nach diesem Spielstand nicht so recht abschütteln. Die Sicherheit, die man sich über Erfolgserlebnisse holt, hielt bei den Elbestädtern noch nicht in dem Maße Einzug, als dass man das eigentlich sichere Sechs-Tore-Polster mit aller Cleverness bis zum Schlusspfiff über die Zeit hätte bringen können. Insbesondere nach eigenem Torerfolg kamen die Gäste aus dem Burgenland immer wieder über die schnelle Mitte zum Erfolg. Nach einigen vergebenen HSV-Einwurfmöglichkeiten und drei Treffern des HCB in Serie stand es plötzlich nur noch 18:15 und die Pirnaer mussten sich jede verbleibende Minute des Spiels kräftig strecken, um den Kontrahenten auf Distanz zu halten. So ließen sich die Elbestädter auch von doppelter Unterzahl nicht unterkriegen, zogen die Zügel wieder straff und brachten sich bis Mitte der zweiten Hälfte mit 25:20 in Front. Die Burgenländer blieben jedoch weiterhin ein unangenehmer Gegner und nutzten ihre Chancen fast konsequent. Doch als es hätte noch einmal eng werden können, trug auch Lok-Keeper Nick Weber mit seiner 7m-Parade zum sich langsam, aber sicher abzeichnenden Erfolg der Heim-Sieben bei. Es sei vorweg genommen - auf mehr als zwei Treffer ließen die Elbestädter ihren Widerpart nicht heran kommen. Auch weil die beiden "Halben" im Dress der HSV einen Sahne-Tag erwischten. Team-Kapitän Torsten Schneider mit elf Treffern und Christian Möbius mit neun Toren ballerten die sächsischen Eisenbahner zum letztlich verdienten Erfolg gegen den HC Burgenland. Auch Ines Seidler brachte es nach der Partie treffend auf den Punkt: "Du musst jedes Wochenende, wenn der Anpfiff ertönt, hundertprozentig konzentriert und fokussiert sein und über sechzig Minuten eine konstante Leistung abrufen. Meine Mannschaft hat gekämpft, aber am Ende sind die Punkte verdient in Pirna geblieben." Lok-Co-Trainer Dušan Milicevic, der während der Partie drei Mal kaltschnäuzig von der Strafwurflinie erfolgreich war, betonte nach der Partie die Wichtigkeit des ersten Saison-Sieges: "Heute zählt ganz einfach nur der Erfolg. Sicherlich haben wir nicht über die gesamte Spieldauer alles richtig gemacht, aber nachdem wir in Führung gegangen sind, haben wir uns diese durch nichts mehr aus der Hand nehmen lassen. Heute haben wir alle gemeinsam füreinander gekämpft und haben uns den ersten Saisonsieg redlich erarbeitet und verdient." Sie ist sie angekommen in der Mitteldeutschen Oberliga - die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden. Ein wichtiger Erfolg für Moral und Selbstbewusstsein, darauf lässt sich für die folgenden Aufgaben gewiss aufbauen.
Nun haben die Elbestädter zwei Wochen Zeit, um sich gezielt auf den nächsten Gegner vorzubereiten. Am 10.10.2015 geht die Reise für die sächsischen Eisenbahner dann zum Zwickauer HC Grubenlampe.

Lok: Dietze, Weber, Schneider (11), Möbius (9), Kovanovic (1), Milicevic (3/3), Gildemeister (2), Schulze (4), Ultsch, Meinelt (1), Hartmann (1)
Spielfilm: 1:3 (5.), 4:4 (9.), 7:5 (15.), 10:6 (20.), 11:8 (25.), 14:9 (HZ); 16:10 (33.), 18:12 (35.), 18:15 (38.), 20:18 (41.), 25:20 (45.), 27:24 (52.), 29:25 (54.), 30:27 (58.), 31:29 (58.), 32:29