Spielbericht

Lok macht es unnötig spannend
Zwickauer HC Grubenlampe - HSV Lok Pirna Dresden 22 : 22 (8 : 11 )


Den Auswärtsfluch konnten die Ballwerfer der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden nicht beenden. Mit leeren Händen musste das Team um Trainer-Dou Alexander Hübner und Dušan Milicevic jedoch auch nicht die Heimreise antreten. Nach sechzig Zeigerumdrehungen hatten die "Lampe" aus Zwickau und die Elbestädter die gleiche Anzahl an Treffern auf ihrem Konto. Und so stellt sich, wie so oft nach jeder Punkteteilung im Handballsport, die Frage: War es nun ein gewonnener oder verlorener Zähler?

Es sei vorweg genommen: Die Sächsischen Eisenbahner haben eine Partie, die spätestens nach 20 gespielten Minuten aus Sicht der Pirnaer in den richtigen Bahnen verlief, unnötig spannend gemacht und sich mehr Arbeit auferlegt, als am Ende nötig gewesen wäre, um den ersten Auswärtserfolg zu feiern. Zwar kam die Hübner-Sieben beschwerlich ins Aufeinandertreffen mit dem Tabellennachbarn aus Zwickau, doch nachdem die Elbestädter infolge ihres ersten Treffers nach sieben Minuten die gegnerische Abwehr immer besser in Bewegung brachte, im Deckungsverbund Beton anrührte und Martin Dietze im Pirnaer Gehäuse seinen Anteil zur zu diesem Zeitpunkt guten Mannschaftsleistung beitrug, stand es nach besagten zwanzig Minuten 8:3 aus Sicht der Gäste aus dem Elbtal.

Im Anschluss aber hielt der Schlendrian Einzug im Spiel der Eisenbahner. Die Gastgeber aus der Muldestadt waren binnen kurzer Zeit vier Mal in Serie erfolgreich und schlossen sechs Minuten vor der Halbzeit-Sirene bis auf ein Tor auf (8:7), ehe sich die Jungs von Lokführer Alexander Hübner wieder auf ihre Stärken besannen und bis zum Pausentee mit ebenfalls vier Buden in Folge einen Drei-Tore-Vorsprung herauswarfen. Dass diese Führung bis dato jedoch nicht auf mehr als den 8:11-Halbzeitstand anwuchs, lag insbesondere daran, dass die sächsischen Eisenbahner nach guter Deckungsarbeit die sich bietenden Möglichkeiten im Tempogegenstoß liegen ließen und es damit versäumten, bereits nach Ende des ersten Durchgangs für klarere Verhältnisse zu sorgen. So mussten sich die Elbestädter in Halbzeit zwei kräftig strecken, um sich den aufkommenden Gastgebern, die vor zwei Wochen eine ähnlich torarme Partie mit einem Treffer zu ihren Gunsten entschieden, zu erwehren. Und allerspätestens nach vierzig Zeigerumdrehungen war das Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in der Zwickauer Sporthalle Neuplanitz eines auf Augenhöhe. Der ZHC konnte durch Roberto Schramm zum 13:13 ausgleichen und ging nach dem 1:0-Führungstreffer in Minute 41 erstmals wieder in Front (14:13). Von nun an waren Kämpferqualitäten auf der Platte gefragt. Die Partie wogte hin und her und keines der beiden Teams gab auch nur einen Zentimeter Hallenboden freiwillig preis. Die Führung wechselte ab Mitte des zweiten Durchgangs ständig, doch weder die Hübner-Jungs, noch die "Lampe" aus Zwickau konnten sich mit mehr als einem Treffer Unterschied absetzen. Angetrieben von ihren lautstarken Fans ließen sich Robert Schulze und seine Team-Kollegen auch bei einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem 22:21- Führungstreffer knapp eine Minute vor Ultimo war dann noch einmal Nervenstärke bei den Elbestädtern gefragt. Dušan Milicevic allerdings bewies selbige und blieb mit seinem vierten Strafwurf in diesem Spiel eiskalt und versenkte die Harzkugel ohne Probleme in den Zwickauer Maschen (22:22, 59.).

Knapp mehr als sechzig Sekunden Spielzeit verblieben nunmehr noch auf der Uhr und ohne drohendes Zeitspiel hatten die Gastgeber Gelegenheit, die Partie, nach dem hauchdünnen Erfolg gegen Plauen, ebenso knapp für sich zu entscheiden. Doch so sehr sich Grubenlampe um den 23. Treffer bemühen sollte, die Eisenbahner stemmten sich mit Moral und Einsatz gegen die letzten Angriffsbemühungen der Zwickauer und so blieb es am Ende einer ungewollt spannend gewordenen Partie bei einem 22:22-Unentschieden.

Letztlich nehmen Torsten Schneider und Co. einen Punkt mit auf den Heimweg ins Elbtal. Doch auch der Team-Kapitän wusste: "Hier war heute eindeutig mehr drin, als am Ende für uns heraus sprang." Auch der an diesem Tag im Angriff gut aufgelegte Maximilian Hartmann, der mit vier Treffern zum Teilerfolg seiner Mannschaft beitrug, konstatierte nach der Partie: "Wir haben heute auf fremden Parkett einen Punkt geholt und gemessen an der Schlussphase hätten wir vielleicht auch noch als Verlierer die Platte verlassen können. Aber im ersten Spielabschnitt hatten wir durchaus die Möglichkeit gehabt, uns das Leben leichter zu machen und bereits dort die Weichen auf Sieg zu stellen", brachte es der zwanzigjährige Rechtsaußen der Eisenbahner klar auf den Punkt. Hin oder Her, gewonnener oder verlorener Punkt - die Ballwerfer aus dem Elbtal haben eindeutig gezeigt, dass auch in fremden Hallen mit ihnen zu rechnen ist. Bevor die sächsischen Eisenbahner im Derby bei der HSG Freiberg das nächste Mal auf auswärtigem Parkett die Möglichkeit auf einen doppelten Punkterfolg haben, treffen die Jungs von Alexander Hübner am kommenden Wochenende in der heimischen Sonnenstein-Arena auf den Aufsteiger SV Plauen-Oberlosa.

HSV LOK: Dietze, Weber, Schneider (3), Möbius (1), Kovanovic (2), Milicevic (6/4), Gildemeister (2), Schulze (3), Ultsch (1), Meinelt, Maixner (n.e.), Hartmann (4)
Spielfilm: 1:0 (2.), 1:1 (7.), 2:2 (10.), 2:4 (13.), 2:6 (16.), 3:8 (20.), 7:8 (24.), 7:9 (25.) 11:13 (HZ); 11:12 (35.), 13:13 (40.), 14:13 (41.), 16:16 (45.), 18:19 (50.), 20:19 (52.), 21:21 (54.), 22:21 (58.), 22:22