Spielbericht

Mangelnde Chancenverwertung kostet Sieg
HSV Lok Pirna Dresden gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt 23 : 23 ( 12 : 9 )


Das hätte auch noch in die Hose gehen können. Nach 60 Handball-Minuten auf dem Sonnenstein müssen sich die Schützlinge von Alexander Hübner und Dušan Milicevic wohl oder übel mit einer Punkteteilung gegen den HV Rot-Weiß Staßfurt zufrieden geben.

Als Torsten Schneider knapp vier Minuten vor der Schluss-Sirene sein Team aussichtsreich in Führung brachte (23:20, 57.), war der doppelte Punkterfolg zum Greifen nah. Doch wie schon über die gesamte Partie hinweg konnten sich die sächsischen Eisenbahner nie mehr als drei Tore von ihrem Kontrahenten absetzen. Und so mobilisierten die Gäste aus Sachsen-Anhalt in der Schlussphase noch einmal alle Kräfte. Während den Elbestädtern, trotz zahlreicher Möglichkeiten, jeder weitere Torerfolg verwehrt blieb, schlugen die Bode-Städter noch ganze dreimal zu und hatten kurz vor Ultimo gar die Chance, einen überraschenden Auswärtserfolg zu landen.

"Wenn man in heimischer Halle lediglich 23 Gegentreffer kassiert, dann sollte man die Partie eigentlich auch zu seinen Gunsten entscheiden", brachte Lok-Keeper Nick Weber das Fazit kurz und knapp auf den Punkt. Es war nicht zuletzt auch sein Verdienst, dass sich die Elbestädter in den letzten Minuten noch einmal aussichtreich absetzen konnten. Doch, in Fortsetzung der Partie gegen den Tabellen-Letzten aus Calbe vor zwei Wochen, müssen sich die Eisenbahner eines ganz klar ankreiden lassen: Die mangelnde Chancenauswertung. Bereits in Hälfte eins erarbeiteten und erspielten sich die Gastgeber genügend klare Einwurfmöglichkeiten für einen deutlicheren Vorsprung. So hätte auf der Anzeigetafel in der Sonnenstein-Arena bereits zur Pause einen weitaus größeren Abstand aufleuchten müssen.

Auch im zweiten Durchgang vermochten sich die Hausherren nicht klarer abzusetzen und die Moral der mit einem dezimierten Kader angereisten Gäste zu brechen. Obwohl die Handballspielvereinigung die Partie weitestgehend im Griff behielt - der Schuh drückte der Hübner-Sieben weiterhin beim Verwerten klarster Möglichkeiten. Staßfurt ließ sich nicht so recht abschütteln und blieb in Schlagdistanz. Im Schlussabschnitt allerdings konnten die Eisenbahner noch einmal ein paar Kohlen auflegen und dampften vom 19:19 mit drei Treffern am Stück auf 22:19 davon. Doch nach dem 23. Lok-Treffer durch den siebenfachen Torschützen Torsten Schneider sollten die Eisenbahner die Harz-Kugel nicht mehr im Kasten der Gäste unterbringen können. Und so schaffte es der Tabellen-Neunte aus Sachsen-Anhalt den Vorsprung der Lok-Mannen zu egalisieren.

Ganz klar - Für die sächsischen Eisenbahner war es ein verlorener Punkt. Auch Lok-Coach Alexander Hübner machte keinen Hehl daraus, dass er mit dem Spielausgang nicht zufrieden war. "Wir wissen woran es heute gehapert hat und müssen bis zur kommenden Partie in Aschersleben daran arbeiten", legt Hübner den Finger in die Wunde. Für die sächsischen Eisenbahner war es der mahnende Fingerzeig, dass jeder Erfolg weiterhin ein hartes Stück Arbeit ist, egal gegen welchen Gegner es auch geht.

Nichtsdestotrotz bleibt unmissverständlich festzuhalten - Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden bleibt auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und rückt mit 12:2-Punkten in Serie und durch die Niederlage des zuvor punktgleichen HC Glauchau/Meerane auf den dritten Tabellen-Rang vor. Am kommenden Wochenende geht es für Schneider, Weber und Co. zu den Alligators aus Aschersleben, mit denen sich die Eisenbahner bereits in Liga Drei spannende Duelle lieferte. Und auch gegen die Alligatoren wollen die Lok-Jungs wieder kräftig zubeißen, ihre Serie weiter ausbauen und sich weiter in der Spitzengruppe der Mitteldeutschen Oberliga festsetzen.

HSV Lok: Dietze, Weber, Schneider (7), Möbius (2), Kovanovic, Milicevic (6/1), Gildemeister (3/1), Schulze (3), Philippi, Ultsch, Meinelt, Hartmann (2)
Spielfilm: 1:0 (2.), 2:2 (5.), 4:2 (8.), 7:4 (14.), 8:5 (15.), 9:7 (22.), 9:9 (26.), 11:9 (28.), 12:9 (HZ); 13:12 (34.), 17:15 (45.), 19:19 (45.), 21:19 (51.), 22:19 (53.), 23:20 (57.), 23:23