Spielbericht

Auf der Erfolgswelle in die Weihnachtspause
SV Hermsdorf gegen Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden 21 : 28 ( 9 : 13 )


Die Pirnaer Ballwerfer - sie schweben nach dem zehnten ungeschlagenen Spiel weiterhin auf Wolke Sieben. Auch im letzten Auswärtsspiel des Jahres ließen sich die Eisenbahner nicht lumpen und gewannen gegen den Tabellen-Vierten SV Hermsdorf mit 21:28.

Es ist eine unglaubliche Erfolgswelle, auf welcher Mannschaftskapitän Torsten Schneider und seine Teamkameraden von Spiel zu Spiel reiten und auch Uwe Heller wird es auf eine positive Art und Weise so langsam unheimlich: "Wir haben bis jetzt 9:3-Punkte auf fremden Parkett geholt und ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir in fremden Hallen so erfolgreich gewesen sind", schlägt Heller etwas ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen. Und nicht nur das. Als Heller nach der Partie die Ergebnisse und die Tabelle der Mitteldeutschen Oberliga nach dem zwölften Spieltag beäugte, wollte auch er einen kleinen Moment für sich alleine haben, den Augenblick genießen und Inne halten. Tatsächlich - nach den beiden Auftaktpleiten gegen Radis und Apolda und einer im Anschluss beispiellosen Serie von zehn ungeschlagenen Spielen hintereinander finden sich die sächsischen Eisenbahner zur Weihnachtspause auf dem ersten Tabellenplatz wieder.

Und so standen Geschäftsführer Uwe Heller und die beiden HSV-Trainer Alexander Hübner und Dusan Milicevic gestern Abend mit den Lok-Buben in der Kabine und stellten fest, dass Handball in Pirna wieder richtig viel Spaß macht. "Wir wollen einfach nur Handball spielen, in jeder Partie das Beste aus uns rausholen und sehen, wohin uns der Weg führt. Und das was die Mannschaft gemeinsam mit uns erreicht hat macht uns stolz", gab das Pirnaer Trainer Dou rückblickend würdigend zu bekennen.

Warum sich die Eisenbahner nun gerade auf fremdem Parkett keine Blöße mehr geben und befreit aufspielen können ist auch Hübner und Milicevic ein wenig unheimlich, wenn man bedenkt, dass die Elbestädter in den vergangenen Jahren auswärts stets den Kürzeren zogen. Aber auch das spricht für den Zusammenhalt und den neuen Geist, welchen die beiden Lokführer ihrem Team seit der Vorbereitung auf die Saison eingehaucht haben.

Mit Disziplin, Herz und Verstand - so traten die Lok-Jungs auch beim SV Hermsdorf auf. Die Eisenbahner lagen gegen den Liga-Vierten, der vor zwei Wochen noch den Tabellenführer Radis in die Knie zwang, von Beginn an in Führung und gaben diese auch über sechzig Minuten kein einziges Mal aus der Hand. Ganz besonders beachtlich in der Partie gegen den SVH war, dass sich Robert Schulze und Co. sogar aus brenzligen und kniffligen Situationen immer wieder blendend befreien konnten. Auch als die Kreuzritter aus Hermsdorf in Minute 17 zum 7:6 verkürzen konnten und die Stimmung in der Werner-Seelenbinder-Halle aufzukommen begann, schafften es die Pirnaer Ballwerfer auch in Unterzahl die heimische Begeisterung jäh abzukühlen. Mit Cleverness und Abgebrühtheit warfen sich die Lok-Buben im Anschluss wieder mit vier Treffern in Front. Diesen Vorsprung nahmen die Eisenbahner beim Stand von 13:9 mit in die Halbzeitpause. Und als hätte es selbige nicht gegeben, schlugen die Elbstädter gleich zwanzig Sekunden nach Wiederanpfiff erneut zu und ebneten mit einem Doppelschlag den Weg in Richtung Auswärtserfolg. Es sei vorweg genommen: Spannend sollte es in Halbzeit zwei nicht mehr werden. Das riesengroße Plus der Sachsen - die Abwehr. Auch gegen Hermsdorf rührte die Pirnaer Defensive fleißig Beton an. Und zwischen den Pfosten der Elbestädter stand mit einer Quote von 47 Prozent gehaltener Würfe (darunter zwei Siebenmeter) wieder ein grandios aufgelegter Nick Weber, der seinem Team wie schon in Aschersleben ein prima Rückhalt war. Ein weiteres großes Plus: Auch in Hermsdorf war wieder eine große Schar rotgekleideter, stimmungsgeladener Pirnaer Fans dabei, die ihr Team vor und während des Spiels lautstark unterstützten und nach der Partie gemeinsam und ausgelassen feierten.

Das am Ende verdiente 28:21 war wieder ein Beleg der mannschaftlichen Geschlossenheit und des Selbstvertrauens dieser tollen Mannschaft. Und so haben sich die sächsischen Eisenbahner selbst das schönste Geschenk gemacht, denn mit 18:6-Punkten verbringen die Pirnaer Ballwerfer die Weihnachtspause auf dem Platz an der Sonne und können an den besinnlichen Festtagen diesen Augenblick einfach in aller Ruhe genießen.

"Diesen Moment haben wir uns hart erarbeitet und verdient", kann auch Torsten Schneider ein wenig im Erfolg schwelgen. "Man muss bedenken, dass wir es in den vergangenen zwei Jahren nicht einfach hatten. Nach dem Abstieg aus der Dritten Liga haben wir uns neu aufgestellt, haben den Abstieg als Chance begriffen, in Pirna etwas neues und ehrliches aufzubauen. Das war ein schweres und hartes Stück Arbeit. Wir haben alle dafür geschwitzt, wir haben alle mit Herz und Leidenschaft dafür gesorgt, dass Handball in Pirna wieder richtig Spaß macht. Zu sehen, was wir im Stande sind zu erreichen, macht uns stolz und lässt uns die Weihnachtspause natürlich umso mehr genießen", findet Schneider die richtigen Worte für das, was sich Positives in den vergangenen Monaten in Handball-Pirna entwickelt hat.

Mit guter Stimmung und Erfolg - so klingt das Handball-Jahr 2015 in Pirna aus. Geschäftsführer Uwe Heller, die Trainer Alexander Hübner und Dusan Milicevic, sowie Mannschaftskapitän Torsten Schneider und seine Teamkollegen wünschen an dieser Stelle allen Sponsoren, Förderern, Unterstützern, Freunden und Fans des Pirnaer Handballs eine besinnliche und fröhliche Weihnachtszeit, sowie einen guten und erfolgreichen Start in das kommende Jahr und freuen sich, wenn sie auch im Jahr 2016 ein Teil der HSV Lok Pirna Dresden-Handballfamilie sind.

HSV Lok: Weber; Dietze, Martin; Kovanovic (3); Philippi; Möbius (2); Dietze, Sven; Maixner; Milicevic (3/2); Ultsch (2); Meinelt (4); Schneider (7); Hartmann (1); Schulze (4); Gildemeister (2)
Spielfilm: 0:1 (1.), 1:4 (5.), 2:6 (9.), 4:7 (14.), 6:7 (17.), 6:10 (21.), 8:10 (25.), 8:12 (27.), 9:13 (HZ); 9:15 (31.), 11:16 (36.), 12:18 (39.), 14:20 (44.), 15:22 (49.), 16:25 (53.), 18:25 (54.), 18:27 (56.), 20:27 (58.), 21:28