Spielbericht

Pirna büßt Tabellenführung ein
HSV Lok Pirna Dresden - HSV Apolda 27:27


Die Gemütslage des Pirnaer Handballs konnte man nach dem 27:27 Unentschieden gegen Aufsteiger HSV Apolda in fünf Worten kurz auf einen Nenner bringen. Serie gehalten - Tabellenführung trotzdem futsch. Die sächsischen Eisenbahner mussten den Platz an der Sonne räumen, weil sich der bisherige Tabellenzweite TUS Radis beim Schlusslicht TSG Calbe zu einem 30:29 quälte und nach diesem Erfolg einen Zähler vor Pirna liegt. 350 Zuschauer sahen auf dem Sonnenstein eine Partie, die von beiden Seiten bis zum Schlusspfiff hochemotional aber nie unfair geführt wurde. „Genauso spannend wie das EM Halbfinale Deutschland gegen Norwegen.“ wagte Lok Vereinschef Klaus Lehmann einen Vergleich. „Nur heute gab es für uns leider keine Verlängerung.“ blickte Uwe Heller etwas traurig auf das 27:27 Endergebnis an der Anzeigentafel. „Apolda liegt uns einfach nicht.“ war sicherlich noch die einfachste Erklärung die Lok Trainer Alexander Hübner so kurz nach dem Abpfiff parat hatte. „Wir wollten die Fehler aus dem Hinspiel vermeiden, haben es aber leider nicht geschafft einen Sebastian Triller, der gefühlt zehnmal traf oder Friedrich Hanschel aus dem Spiel zu nehmen.“

So durften sich die Gäste nach Abpfiff als gefühlte Sieger feiern, weil im Duell Aufsteiger in die Mitteldeutsche Oberliga gegen Drittligaabsteiger mit 3:1 Zählern triumphierten. In Apolda wird man deswegen nicht gleich die Glocken läuten. Kollektives Schulterklopfen dürfte beim Team von Trainer Frank Ihl allerdings mehr als nur angesagt sein. „Wir hatten Pirna mit unserer offensiven 4/ 2 Deckung in der Anfangsviertelstunde vor echte Probleme gestellt.“ Immerhin führten die Gäste nach 8 Minuten mit 5:2. Die Lok fand schwer in die Partie. „Wir mussten unsere Treffer über die gesamte Spielzeit hart erarbeiten. Bei Apolda sah das alles irgendwie leichter aus.“ Das Team von Alexander Hübner und Dusan Milicevic durfte sich beim 8:7 (17. min) durch Srdjan Gavrilovic erstmals über eine Führung freuen. Alexander Hübner hatte in der anschließenden Pressekonferenz mehr Zeit für eine tiefgründigere Analyse. „ Die Treffer der Gäste fielen immer nach dem gleichen Strickmuster und fast immer schlug es in unserem Tor an der gleichen Stelle ein. Außerdem haben wir Igor Taskoski wieder berühmt geworfen. In der Summe fehlt dann der eine Treffer den wir gebraucht hätten.“ Nach dem 13:12 zur Pause hatte sich Pirna in der 40. Minute durch „Toto“ Schneider beim 21:18 auf drei Treffer abgesetzt. „Dort hatten wir die Chance zweimal auf vier Tore davon zu gehen. haben Apolda durch unsere technischen Fehler aber wieder aufschließen lassen.“ brachte es Dusan Milicevic auf den Punkt. Der Pirnaer Spielertrainer lieferte sich mit HSV Schlussmann Igor Taskoski, der früher bei Pelister Bitola (Mazedenonien) auch schon Champion League Luft schnupperte, ein kleines Privatduell vom Punkt. In der Schlussphase konnten beide Teams die Partie für sich entscheiden. Apolda ging durch Sebastian Triller mit 26:25 (57.min) in Führung „Toto“ Schneider glich postwendend aus. Philipp Gildemeister war vom Punkt zum 27:26 (58:40) erfolgreich. Sebastian Triller gelang 30 Sekunden vor Spielende der Ausgleich. „Mit dem Spielausgang kann, ja muss ich leben. Mit unserer Leistung eher nicht.“ Das Fazit von Alexander Hübner trifft wohl eher zu. Frank Ihls „Wir müssen uns nach hinten orientieren, war wohl bei dem Potential des Aufsteigers eher etwas tief gestapelt.

In der nächsten Woche dampft die Lok zum HC Burgenland.

HSV: Weber, Dietze, Milicevic 8/3, Gildemeister 3/1, Schneider 6, Meinelt 1, Schulze 1, Kovanovic 1, Möbius 2, Maixner, Hartmann 2, Gavrilovic 2, Dietze, Ultsch 1