Spielbericht

Pirnaer Serie ist gerissen
HC Burgenland - HSV Lok Pirna Dresden 28:26


Wenn Handballtrainer von einem gebrauchten Tag sprechen, ist wohl einiges schief gelaufen. Nun stammt die Äußerung nicht von Dusan Milicevic oder Alexander Hübner, sondern von Lok Geschäftsführer Uwe Heller. An der Tatsache ändert das aber trotzdem nichts. „Heute ist, ausgenommen unsere beiden Schlussmänner Martin Dietze und Nick Weber, kein einziger Spieler auch nur annähernd mit Normalform auf das Parkett gelaufen.“ Die hätte vielleicht ausgereicht um aus dem Naumburger „Euroville“ mit etwas Zählbaren an die Elbe zurückzukehren. „Hier hat heute der Einäugige unter den Blinden gesiegt.“ Mit dieser Aussage wollte Uwe Heller keinesfalls die Leistung des Teams von Ines Seidler schmälern, sondern mehr auf die eigene hinweisen. Betreibt man man in Pirna Ursachenforschung für die Gründe der dritten Saisonniederlage muss man diesmal nicht tiefgründig schürfen. „Unsere Effizienz im Abschluss war eine Katastrophe.“

Würde Uwe Heller nicht schon seit langen eine modische Kurhaarfrisur tragen, spätestens nach dieser Partie könnte er mit einer solchen aufwarten. „Das war zum Haare raufen. Gefühlte15 freie Würfe haben wir nicht zum Torerfolg genutzt.“ Es hatte schon etwas Symbolhaftes, dass die Pirnaer Serie mit dem 32:29 Heimerfolg gegen den HC Burgenland begann und nach zwölf Spielen ohne Niederlage gegen den gleiche Gegner endete. Aus diesen zwölf Partien holten die sächsischen Eisenbahner 21:3 Zähler. „Sicher hatten wir in ein, zwei auch mal das Glück, das man hat wenn man oben steht. Die meisten Spiele haben wir aber durch unsere Leistung und das damit gestiegene Selbstvertrauen unserer Spieler und Trainer gewonnen.“ machte Uwe Heller klar. Letzteres ist bei allen Lok Akteuren noch vorhanden. „Am anderen müssen wir gemeinsam arbeiten um aus diesem kleinen Formtief wieder herauszufinden.“ Uwe Heller ist dieser Hinsicht ganz sicher, dass sich die Mannschaft bei den nächsten drei lösbaren Aufgaben gegen ZHC Grubenlampe, Plauen Oberlosa und Freiberg wieder mit einem ganz anderen Gesicht präsentiert.

Im „Euroville“ führten die Sachsen in der Anfangsphase mit 4:1. Nach dem 5:5 Ausgleich legte Alex Hübner zum ersten Mal den grünen Karton auf den Kampfrichtertisch. Nicht zuletzt weil das Team von Ines Seidler, in dem Top-Torjägerjäger Tobias Seyfarth (5 Treffer) wieder im Aufgebot stand, bis zum Pausen 11:14 aus Pirnaer Sicht, immer mehr die Oberhand gewann. Mitte der zweiten Hälfte durften sich die Sachsen noch einmal über eine 18:17 Führung an der Anzeigentafel freuen. „Wir haben heute im Angriff einfach zu viel weggeschmissen.“ brachte es Uwe Heller auf den Punkt. Die Lok kassierte nach dem 26:27 (58.min) Anschluss den entscheidenden Gegentreffer, der die dritte Saisonniederlage besiegelte.

Die sächsischen Eisenbahner konnten somit die Gunst der Stunde nicht nutzen. Im Parallelspiel kassierte Radis eine deftige 24:29 Heimpleite gegen Apolda. Damit bleibt es an der Tabellenspitze bei einem Zähler Vorsprung von Radis auf Pirna. Allerdings sind Teams wie Köthen, Apolda, Aschersleben und auch der HC Burgenland durch die Niederlagen des Spitzenduos wieder auf Schlagdistanz zur Tabellenspitze gerückt.

HSV ; Weber, Dietze, Kovanovic 2 , Philippi, Gavrilovic, Möbius 2, Dietze, Milicevic 6/2, Ultsch 2, Meinelt, Schneider 8, Schulze 6, Gildemeister