Spielbericht

Lok verliert Derby
HSV Lok Pirna Dresden - HSG Freiberg 25:28


Über Fans wurden schon viele Hymnen verfasst. Denn „Die Fans sind eine Macht und hast du keine dann gut Nacht.“ (Frank Schöbel). Der äußere Rahmen für dieses Derby hat gestimmt. Der Sonnenstein war am Samstagabend in ein rot-gelbes Fahnenmeer gehüllt. Und die Pirnaer Handballfans hatten mit einer ganz besonderen Choreografie ihre Liebe zum Verein ausgedrückt. Mit einer 35 Meter langen und 4 Meter breiten Blockfahne „Wir sind die Hölle Ost“ untermalt mit einer emotionalen Musik, empfingen sie ihre Eisenbahner zum Derby. Das der Funke von den Rängen gegenwärtig nicht auf die Mannschaft überspringt, ärgert nicht nur Uwe Heller. „Wir bekommen in der Rückrunde (3:7 Zähler) einfach kein Bein aufs Parkett.“ Zwei Szenen kurz vor dem Abpfiff, als Vladan Kovanovic mit einem freien Wurf und Srdjan Gavrilovic mit einem Siebenmeter den möglichen Ausgleich vergaben und der Lok Geschäftsführer verzweifelt die Hände vor sein Gesicht schlug, stehen als Beleg für die gegenwärtige Krise bei den sächsischen Eisenbahnern. „Wir stehen hinten ganz gut, lassen aber vorn zu viel aus.“ brachte es Alexander Hübner auf den Punkt.



400 Zuschauer sahen auch dank der vielen HSG Fans, ein auf den Rängen und dem Parkett emotional geführtes Derby, in dem die Gäste völlig verdient zwei Zähler mit in die Bergarbeiterstadt nahmen. „Unsere Taktik sowie die Leistung unsere Schlussmänner gaben für uns den Ausschlag.“ freute sich HSG Trainer Anet Mahutefendic über 4:0 Zähler aus den letzten beiden Partien. Längerfristig ist in Freiberg die 3. Liga ein Thema. Kurzfristig kämpfen die „Dachse“ allerdings erst einmal um den Klassenerhalt. „Da sind wir momentan auf einem guten Weg:“ bestätigte Mahutefendic in der anschließenden Pressekonferenz. Den Spruch “Frech wie ein Dachs“ konnte man in dieser Partie getrost auf das Spiel der Gäste projezieren. Jung, dynamisch und vor allem über die Außen torgefährlich und effizient. Der personifizierte Albtraum für Pirna war in dieser Partie Linksaußen Kevin Elsässer (11 Treffer). „Diesmal waren es Elsässer und Deli. Im nächsten Spiel treffen wieder andere.“ Anet Mehutefendic hat das Spiel der „Dachse“ grundlegend geändert. „Die offene Manndeckung war kein probates Mittel mehr. Darauf hat sich jeder Gegner mittlerweile eingestellt.“ Beide Teams lieferten sich auch nach dem Pausen 13:12 für Freiberg eine enge Partie. Weder Pirna noch die Gäste gelang es sich mehr als zwei Treffer absetzen. Knackpunkt für die Gastgeber war sicherlich die 55. Minute. „Toto“ Schneider musste nach seiner dritten Zeitstrafe mit Rot vom Parkett. Robert Schulze gelang zwar in der 56. Minute noch einmal der 24:24 Ausgleich. Danach vergab die Lok die zwei oben schon erwähnten Möglichkeiten während auf der Gegenseite Kevin Elsässser, Efthymios Iliopoulous und Peter Deli für die HSG auf 27:24 erhöhten. Das Gastgeschenk (Fass Freiberger), das HSG Schlussmann Damian Kowalczyk als nette Geste der Pirnaer Bank vor dem Anpfiff überreichte, dürfte wohl nicht gereicht haben um den Ärger über die zweite Niederlage in Folge in der Lok Kabine hinunterzuspülen.

Insgesamt präsentiert sich die Mitteldeutsche Handballoberliga weiter als Wundertüte. „Jeder kann jeden schlagen. Das macht die Saison so spannend.“ wie beide Trainer betonten. Nach der 29:25 Niederlage von Radis in Aschersleben ist die HG Köthen mit einem Lauf (8 Siege in Folge) auf den 2. Tabellenplatz gestürmt. Auf den Tabellendritten HSV Lok Pirna Dresden wartet am kommenden Wochenende mit Glauchau/Meerane eine weiter schwere Auswärtshürde.

Lok: Dietze, Weber, Milicevic 3/2, Gildemeiester 1, Schneider 4, Meinelt, Schulze 6, Kovanovic 2, Möbius 5, Hartmann, Gavrilovic 3, Dietze, Ultsch 1, Philippi