Spielbericht

Lok mit Pflichtsieg gegen Absteiger
HSV Lok Pirna Dresden -TSG Calbe 27:23


Die Mitteldeutsche Handballoberliga ist schon eine ziemlich verrücke Handballliga. Fast jeden Spieltag hagelt es hohe Ergebnisse und wer nicht um den Staffelsieg spielt, ist im Kampf um den Klassenerhalt verwickelt. Pirnas Gegner TSG Calbe ist allerdings ein Team das für die kommende Saison schon planen kann. Eine Etage tiefer in der Verbandsliga. An der Tabellenspitze sind vom Ersten TUS Radis bis zum Sechsten Apolda nur fünf Zähler Unterschied. Mittendrin der HSV Lok Pirna Dresden. „Das ist schon irgendwie irre. Wenn wir am Donnerstag in Radis gewinnen, sind wir wieder Erster.“ stellte Uwe Heller mit Blick auf die Tabelle fest. Für die sächsischen Eisenbahner war es nach dem kleinen Durchhänger wichtig, wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. „Das haben wir mit 3:1 Zählern aus den letzten beiden Partien auch geschafft.“ freute sich der Lok Geschäftsführer. „Die Mannschaft hat sicherlich schon besser Spiele abgeliefert. Hier kam es in allererster Linie erst einmal auf das Ergebnis an.“ Da sich die Gastgeber nicht, in die im Schnitt über 60 Treffer an diesem Spieltag einreihten, hat mehrere Gründe.

Mit Calbe und Pirna trafen auf dem Sonnenstein zwei Teams aufeinander, die in Sachen Toreffektivität ganz am Ende der Tabelle rangieren. „Wir lassen einfach zu viele Möglichkeiten liegen. Das wir vor der dreißig immer Schluss machen liegt garantiert nicht daran, dass keiner einen Kasten ausgeben will.“ Robert Schulze war einer der wenigen Lok Spieler der in dieser Hinsicht schon einmal in die Taschen greifen musste. 300 Zuschauer staunten nicht schlecht, wie der schon lange feststehende Absteiger in der ersten Viertelstunde agierte. Nach einem Treffer von Ron Barby stand dort ein 5:3 für die Gäste an der Anzeigentafel. „Calbe ist ein unbequemer Gegner.“ hatte Lok Trainer Alexander Hübner schon im Hinspiel festgestellt.
Der ehemalige deutsche Meister im Feldhandball (1952/53) hatte sechs Spiele nur mit einem Treffer Unterschied verloren. Nach vier Lok Treffern in Folge zum 7:5 (18.min.) fanden die Gastgeber besser in die Partie. „Bei uns hat heute das schnelle Umkehrspiel richtig gut geklappt.“ freute sich Alexander Hübner. Vor allem Philipp Gildemeister, der sechs Angriffe mit einem Torerfolg abschloss, heimste Lob vom Trainer ein. Da es auch aus dem Rückraum, Christian Möbius konnte sich achtmal in die Torschützenliste eintragen, beim Gastgeber richtig gut lief, konnte sich die Lok zwischenzeitlich auf sieben Treffer (22:15, 45.min) absetzen. „Wir haben dann auch jenen Akteuren Spielanteile gegeben, die sonst mehr auf der Bank sitzen.“ Für Spielertrainer Dusan Milicevic war die Höhe des Erfolges deshalb zweitranging. „Wir sind ein Team. Da haben sich Sven Dietze oder Hannes Maixner den Einsatz heute mehr als verdient.“ Für die sächsischen Eisenbahner steht am Donnerstag das Spiel in der Dübener Heide, bei Tabellenführer TUS Radis auf dem Spielplan.

„Ein Osterspaziergang wird das garantiert nicht.“ verwies Dusan Milicevic auf dieses Spitzenspiel. „Ich sehe aber die Chancen bei 50:50.“ Nicht zuletzt weil die Heide Sieben nach der 32:38 Niederlage gegen die HG Köthen schon die zweite Rückrunden Heimpleite kassierte.

Lok: Weber, Dietze, Milicevic 1/1, Gildemeister 6, Schneider 4, Meinelt, Schulze 2, Kovanovic 1, Möbius 8, Maixner, Hartmann, Gavrilovic 5/2, Dietze, Ultsch, Philippi