Spielbericht

WAS FÜR EIN WIMPERNSCHLAGFINALE
HV Rot-Weiss Staßfurt - HSV Lok Pirna Dresden 26:27


Unter dem macht´s wohl die Truppe nicht mehr. Damit strapaziert sie nicht nur das eigene Nervenkostüm sondern auch das ihrer Trainer und der Fans. Aber, spannend ist´s allemal, und wenn´s dann so ausgeht wie in den letzten beiden Partien…. Chapeau, Tusch und Applaus!

Dabei begann es in der altehrwürdigen Stassfurter Halle vor rund 250 Zuschauern nicht gerade Optimismus weckend für die Gäste. Es war das nun schon bekannte Bild. Gegen mit Gardemaßen versehene, äußerst robust vorgehende Hausherren tat sich die Spielgemeinschaft schwer. Ging es zunächst hin und her, setzten sich die Gastgeber dank ihres starken Rückraums ab der 10. Minute ab. Da saßen die Würfe der Höhne, Wille und Co in fast beängstigender Folge und zum Verdruss unseres Torwarts Nick Weber. Auf der anderen Seite ließ man zu viele Gelegenheiten weg, vergab leichtfertig und unpräzise. Die steigende Zahl der technischen Fehler vervollständigte das Bild und trug mit dazu bei, dass sich die Gastgeber auf 5,6 Tore absetzen konnten. Hinzu kam, dass u.a. Robert Ultsch nach einer rüden Attacke beim Konter so unsanft gebremst wurde, dass er anschließend erst einmal medizinisch versorgt werden musste. Klasse nicht nur bei dieser Gelegenheit die Arbeit unseres Physiotherapeuten Mischa, der mit einen wunderbaren Tapeverband das lädierte Sprunggelenk so stabilisieren konnte, dass es für Robert im 2.Abschnitt tatsächlich weitergehen konnte.

Wie war dem Treiben der Stassfurter Aufbaurecken zu begegnen? Es wurde in die Taktikkiste gegriffen. Die Umstellung in der Deckung von 6:0 auf 5:1 oder gar Manndeckung erwies sich als probates und zunehmend erfolgreiches Mittel. Freilich, ganz zu neutralisieren sind solche erfahrenen Kämpen nie. Hinzu kam der bekannte Berge versetzende Wille und kämpferisches Engagement der Gäste. Man fand zurück ins Spiel. Der Halbzeitstand von 12:9 ließ wieder Hoffnung keimen.

Nach dem Wechsel entwickelte sich das Spiel ähnlich wie zu Beginn. Bis mehr als auf 2 Tore kam der Gast nicht ran. Noch einmal griffen die Trainer in die Taktikkiste. Zunächst wechselten die Torleute. Damit entstanden neuen Situationen für die bis dahin treffsicheren Stassfurter. Einige tolle Paraden von Martin Dietze trugen dazu bei, dass aus der zunehmend sicherer werdenden und aufopferungsvoll kämpfenden Deckung heraus schöne Konter und ein druckvolleres Angriffsspiel vorgetragen werden konnte. Fast genial zu nennen die Umstellung im Angriff. Rechtsaußen nun Max Hartmann, dem einige wunderschöne Tore gelangen, auf der rechten Aufbauposition Srdan Gavrilovic, auf der Mitte im Wechsel die Regisseure u.a. Vladan Kovanovic und links, der sich steigernde Torsten Schneider sowie Philipp Gildemeister. Als Team wuchs man über sich hinaus, kompensierte sogar das verletzungsbedingte Ausscheiden von Dusan Milicevic. Dazwischen ein an die Latte genagelter Strafwurf, der bis dahin sicheren Stassfurter, provoziert durch den eigens zu diesem Zweck eingewechselten Nick Weber. Welch ein Zeichen!

Und der Schluss? In der 57.Minuten, es stand 25:25, kassierte einer der wichtigsten Schützen der Gastgeber Höhnle eine 2-Minutenstrafe. Damit schwächte sich der Gastgeber selbst und eröffnete das dramatische Finale. Eineinhalb Minuten vor Ultimo gelang Robert Ultsch vom Kreis ein sehenswerter Treffer zum 25:26. Im Gegenzug konnte M. Dietze parieren, doch ein technischer Fehler führte wiederum zum Ballverlust und Ausgleich. Doch der nun folgende Angriff konnte wiederum durch den HSV Lok zum Einnetzen genutzt werden. Der Rest war nur noch Jubel auf der Gästeseite!