SPIELBERICHT

Trotz Steigerung noch ohne zählbaren Erfolg
HSV Bad Blankenburg – HSV Lok Pirna Dresden 26:21(12:12)


Das müssen sich die Männer unserer Oberligatruppe nach dem couragierten sonntäglichen Auftritt beim Aufstiegsfavoriten HSV Bad Blankenburg in der vollbesetzten Halle der Landessportschule Thüringen sagen. Ja, es war wiederum eine Toppmannschaft, auf die die bestens eingestellten Spieler von Trainer Dusan Milicevic trafen und der man lange Zeit auf Augenhöhe begegnete. Basis war eine starke Abwehrleistung vor dem kämpferisch alles gebenden, seine Vorderleute antreibenden und gut haltenden Nick Weber. Die gefährlichen Rückraumschützen der Gastgeber wurden frühzeitig angegriffen und so in ihrem Aktionsradius und ihrer Wirksamkeit stark eingeschränkt. Klar, ganz kann man Spieler mit 2- und 3.- Bundesligaerfahrungen und besten technischen Niveau nicht neutralisieren, aber trotzdem, was da abgenommen wurde- à la bonne heure! Und wenn dann noch die Ex- Pirnaer Philipp Große und Martin Danowski vom Kreis werfend in unserem Torwart ihren Meister fanden, dann verwundert der Halbzeitstand von 12:12 nicht wirklich. Leider und trotz guter Ansätze blieb auch beim Gast die Wirksamkeit des Angriffes, insbesondere was Zählbares betraf, übersichtlich. Nach wie vor bedarf es zu viel Aufwandes, ehe das Runde ins Eckige gelangt. Beste Chancen, teilweise nach sehenswerten Spielzügen, wurden vergeben. So bringt sich die Truppe immer wieder um den verdienten Lohn der Arbeit. Noch ruht die Last zu sehr auf den Schultern des Aufbaus, der sich immer wieder gezwungen sieht, auch teilweise aus weniger erfolgversprechender Position, den Abschluss zu suchen. Wichtig, dass sich die Kreisspieler nicht nur als Wegbereiter für den Aufbau begreifen, sondern selber torgefährlich werden. Damit werden wir unberechenbarer und stellen den Gegner vor weitere Probleme. Hinzu kam, dass getrieben von den zahlreichen, nicht immer nachvollziehbaren Zeitspielanzeigen und den daraus resultierenden Wurfzwang auch Ballverluste entstanden, die Blankenburg dankbar annahm, ohne jedoch grundsätzlich daraus Kapital schlagen zu können. Das Umschalten von Angriff auf Deckung, das Zurücklaufen nach Ballverlust wird von den Milicevic-Schützlingen mittlerweile richtig gut praktiziert.

Nach dem Wiederanpfiff knüpfte die Mannschaft fast nahtlos an die gute Leistung der ersten 30 Minuten an. Damit gelang eine echte Steigerung gegenüber den letzten Spielen. Zudem hielt TW M. Dietze 2 Strafwürfe und trug so mit dazu bei, dass man am Gegner dran blieb. Doch 5 Zeitstrafen(ges.7) zwischen der 46. und 59. Minute erwiesen sich als eine zu schwere Hypothek, um tatsächlich punkten zu können. Teilweise sah man nur noch 4 SG- Spieler auf dem Parkett. Dem gegenüber hatte der Gastgeber bis zu 57. Minute gerade Mal 1 Herausstellung zu verkraften. Dabei waren diese auch nicht gerade zimperlich und teilten durchaus herzhaft aus.

Sei es wie es sei. Bis kurz vor Ultimo hielte die Pirnaer das Geschehen trotz aller Widernisse offen. Ja, TW Martin Dietze hielt sogar 2 Siebenmeter. Erst in der Endphase gelang es dem Favoriten sich etwas und gewiss auch zu hoch abzusetzen. Schade, denn ein Erfolg wäre für die strapazierten Nerven aller Lok-Fans und der Akteure gewiss Balsam gewesen. Nun stehen 5 Niederlagen gegen zugegebener Maßen starke Gegnerschaft auf dem Konto und die Forderung endlich mal zu liefern. Die gezeigten Ansätze lassen da hoffen!
von C. Dietze

LOK: N. Weber, M. Dietze; V. Kovanovic(3), N. Philippi, Chr. Möbius(1), S. Dietze, L. Baase, D. Milicevic(5/3), S. Gavrilevic(3), R. Ultsch(1), T. Schneider(4), M. Hartmann(1), R. Schulze(3), Ph. Gildemeister