Spielbericht

Entscheidung fällt erst mit der Schlusssirene


Was sich am Samstagabend in der Sonnensteinarena in Pirna abspielte gefiel wohl jedem neutralen Betrachter. Ein Spiel dass alles beinhaltet. Eine furiose Aufholjagd, ein an Spannung nicht zu überbietendes Ende, viele Emotionen und eine wunderbare Stimmung. Doch die wenigstens der Zuschauer verfolgten den Handball-abend neutral und so waren es, nach der 23:24 Niederlagen gegen Bernburg (14.12.2013), wieder die Pirnaer die mit hängenden Köpfen als Verlierer eines Krimis das Spielfeld und die Tribünen verließen. Mit 28:29 musste sich das Team der HSV Lok Pirna Dresden dem TV Groß Umstadt geschlagen geben.

In den ersten Minuten der Partie zeigte sich deutlich wie wichtig diese Partie für beide Teams war. Beide Mannschaften agierten hektisch. 11:19 Punkte stand für beide Mannschaften vor Anpfiff der Partie zu Buche und damit 2 Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz.

Die Pirnaer gingen mit 3:1 (8.) in Führung, verpassten es aber die Fehler der Gäste auszunutzen und davon zu ziehen. Bis zum 7:5 (17.) konnte die Führung aufrecht erhalten werden, doch dann verloren die Hausherren den Faden und es häuften sich ungenaue Abschlüsse und technische Fehler. Aber besonders in der Defensive bekamen die Mannen um Jiri Boucek in dieser Phase keinen Zugriff und ermöglichten den Gästen so einfache Treffer. In nur fünf Minuten drehten die Gäste das Spiel und erzielten fünf Tore in Folge (7:10 22.) Doch auch nachdem Trainer Hazl das Team neu einstellte am die Pirnaer Abwehr nicht mit den Hessen zu Recht. Top-Scorer Maximilian-Leon Bettin hatten die Elbstädter komplett ausgeschaltet, doch auf der halbrechten Position traf Philipp Becker besonders in der ersten Halbzeit nach Belieben. Durch drei Tore in Folge vor dem Seitenwechsel gingen die Gäste sogar mit einem 11:17 in die Halbzeit.

An einen Punktgewinn glaubte in der Halbzeitpause keiner mehr so richtig. Doch die Mannschaft zeigte wieso man sie niemals aufgeben sollte. Innerhalb von zehn Spielminuten war der Vorsprung der Gäste beinahe egalisiert. (19:20 40.) Eine stark verbesserte Abwehrarbeit sowie keinerlei technische Fehler sorgten für diese Aufholjagd. Und auch Torhüter Morten Michelsen fand in der zweiten Hälfte besser ins Spiel und parierte mehrere male stark. Doch für einen Moment schwand die Konzentration beim HSV Lok Pirna Dresden wieder und die Gäste konnten auf 19:23 (44.) absetzen. Und dann wurde die Sonnensteinarena zum Tollhaus. Jiri Boucek und Dusan Milicevic netzten fünfmal in Folge für die Gastgeber ein. 24:23 hieß es plötzlich zu Gunsten des HSV.

Nun begann die spannende und hektische Schlussphase. In der 58. Spielminute erzielte Jiri Boucek von der 7-Meter Linie das 28:26 für die Gastgeber und der Punktgewinn schien zum greifen nah. Dann kassierte „Toto“ Schneider eine umstrittene Zeitstrafe, somit mussten die Eisenbahner den Rest der Partie in Unterzahl bestreiten. Als der TV Groß – Umstadt 50 Sekunden vor der Schlusssirene zum 28:28 ausglich war die Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Gastgeber versuchten mit dem letzten Angriff noch das entscheidende Siegtor herauszuspielen, doch zwanzig Sekunden vor Ablauf der Uhr ging der Arm der Unparteiischen hoch, es drohte passives Spiel. Somit mussten die Pirnaer den Abschluss finden. Mit diesem Abschluss scheiterte Jiri Havlat an Gäste Keeper Hacko. Dann wurde es brenzlich in der Sonnensteinarena. Die Gäste gingen zum schnellen Gegenstoß der aber sechs Sekunden vor Ablauf der Spielzeit von Morten Michelsen wieder stark pariert wurde. Mit der Hoffnung auf zwei Punkte folgte ein langer Ball den der herausstürmende Milos Hacko abfing, zu Oliver Schulz spielte und dieser mit der Schlusssirene einnetze. 28:29 stand nach 60. Spannenden Minuten auf der Anzeigetafel und die Enttäuschung war allen Beteiligten, auf Pirnaer Seite, ins Gesicht geschrieben. „Mir fehlen die Worte“ sagte Manager Uwe Heller sichtlich mitgenommen nach der Partie. Und so ging es wohl jedem der diesen Handballabend miterlebt hat.

Am Tabellenplatz hat sich für den HSV Lok Pirna Dresden nichts geändert, allerdings wurde die Chance auf eine bessere Ausgangsposition verpasst. Weiterhin rangieren die Elbstädter auf dem 13. Rang und haben zwei Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz. Nun heißt es nicht in eine Schockstarre zu verfallen und weiter zu kämpfen. Die wichtigen Spiele gegen die direkte Konkurrenz gilt es erfolgreich zu bestreiten.

Am kommenden Wochenende ist spielfrei für das Team von Trainer Petr Hazl, doch am 25.01.2014 um 19.30 Uhr geht es mit einem Brocken weiter. Tabellenführer Eintracht Baunatal ist zu Gast in Pirna. Wir sehen uns in der Sonnsteinarena, denn nur zusammen können wir es schaffen!!!

HSV Lok Pirna Dresden: Michelsen, Percin – Düsel, Möbius (1), Havlat (1),Gaube, Boucek 11/1, Milicevic 6/4, Helbig (1) Ultsch, Große (5), Schneider (2), Hartmann, Scholz