SPIELBERICHT

Kampf um Meter und Sekunden
HSV Lok Pirna Dresden – NHVC Delitzsch 28:25 (12:12)


Der Titel dieses Buches über den berühmten Autorennfahrer der 30er, 40er Jahre Manfred von Brauchitsch passt in der Abwandlung „Ohne Kampf kein Sieg“ zum Geschehen in der Sporthalle Sonnenstein am 2. Adventswochenende wie die berühmte Faust aufs Auge. Gegen den Aufsteiger und Nachfolger der erfolgreichen Delitzscher Bundesligatruppe vergangener Zeiten erwartete die Fans ein zumindest emotional auf hohem Niveau stehendes Spiel. Nach der Auswärtspleite gegen Apolda waren die Männer von Dusan Milicevic gefordert und wollten in die Erfolgsspur zurückfinden. Ob das gegen einen technisch versierten Gegner wie Delitzsch wohl gelingen mochte, zumal der etatmäßige Kreismitte Robert Ultsch mit einer Grippe ausfiel?

Mit dem Anpfiff der beiden Thüringer Unparteiischen entwickelte sich ein vor allem von kämpferischen Aspekten dominiertes Spiel, zunächst mit leichten Pirnaer Vorteilen. Ausdruck dessen, 7 2-Minuten-Strafen auf der Seite der Hausherren, denen zwei bei den Gästen gegenüberstanden. Nach 2 Fehlversuchen der Heimmannschaft eröffnete der Gast den Torreigen. Die Hausherren blieben die Antwort nicht schuldig und führten nach 3 Minuten 3:1. Nun entwickelte sich eine Partie geprägt von beiden Abwehrreihen, zahlreichen Fehlwürfen und Spielunterbrechungen. In der Folge nahm Toto Schneider schon in der 6. Minute nach einer 2-Minuten-Strafe auf der Bank platz. Der Riss im Aufbauspiel war unübersehbar. Statt den Ball laufen zu lassen, den Gegner zu bewegen, ließ man sich gegen die herzhaft hinlangenden Delitzscher in 1:1- Situationen drängen, die wiederum wenig erfolgversprechende Aktionen nach sich zogen. Nach einer ¼ Stunde führten die Gäste 3:6. Doch zum Einen hielt in dieser Phase Torwart Nick Weber den einen oder anderen Ball, rackerte die Deckung aufopferungsvoll, zum Anderen fasten sich die Schulze, Gavrilovic und Kovanovic ein Herz und lochten ein. Natürlich einen bundesligaerfahrener Akteur wie Jan Jungandreas auf Rechtsaußen kann man nicht total neutralisieren, aber wie sich die Mannschaft wieder zurückkämpfte, stark! Der Halbzeitstand von 12:12 ließ alle Hoffnungen auf einen vollen Erfolg. In der Halbzeit sprach der Trainer die Mängel im Aufbau an, verlangte taktische Disziplin und druckvolles Kombinationsspiel. Nach dem Wechsel wogte das Geschehen hin und her, ehe der Hausherr in der 44. Minute durch Max Hartmann, der mehrere schöne Heber im gegnerischen Tor von Rechtsaußen unterbringen konnte, mit 19:16 in Führung lag. Sehr zur Freude der lautstarken Fans gaben in der nach wie vor umkämpften Partie nun die Pirnaer den Ton an. Wer aber dachte, der Drops sei gelutscht, sah sich getäuscht. Die Delitzscher ließen sich nicht abschütteln, versuchten alles, um ihrerseits zum Erfolg zu kommen. Beim 21:20 in der 48. Minute tauschten die Torleute den Platz. Nun stand Martin Dietze zwischen den Pfosten und der erwischte einen Supertag. Von 12 Geschossen bis zum Schlusspfiff fanden 7 in ihm ihren Meister. So muss es sein! Alternativen auf den Positionen schaffen neue Herausforderungen für den Gegner. Spannend indes blieb es bis zum Schluss. In der 58. Minute, beim Stand von 27:25, hielt unser Torwart noch 2x Klasse und der Kapitän höchstselbst traf im Gegenzug zum umjubelten Endstand von 28:25.

Die Mannschaft feierte einen Sieg der Moral, der kämpferischen und spielerischen Steigerung und befreite sich damit vom Trauma der Apolda-Begegnung. Weiter so!
von C. Dietze

HSV Lok Pirna Dresden:
N.Weber, M. Dietze; V. Kovanovic 5, N. Philippi, Ch. Möbius 1, S. Dietze, L. Baase D. Milicevic 1, S.Gavrilovic 7/3, N.Bula, T. Schneider 9, M. Hartmann 2, R. Schulze 3, Ph. Gildemeister