SPIELBERICHT

Da polterte etwas gewaltig…
HSV Lok Pirna Dresden – TUS Radis 34:28 (15:11)


... als die Schlusssirene durch die bestens besetzte Halle tönte und die Pirnaer gemeinsam mit den Fans im grenzenlosen Jubel aufgingen. Es waren die riesengroßen Steine, die der Mannschaft und allen Beteiligten vom Herzen fielen. Nach der unnötigen Niederlage in Hermsdorf zeigte sich die Schneider, Gavrilovic, Schulze und Co. von ihrer besten Seite und gewannen nach einer mitreißenden Partie völlig verdient gegen einen Gegner, vor dem man allergrößten Respekt hatte. Unter der Woche hatte sich das Team gemeinsam mit den Trainern und dem Management zusammengesetzt und den Sonnabend in Hermsdorf ausgewertet, sich kritisch mit den Ereignissen auseinandergesetzt und verabredet, gegen Radis einen versöhnlichen Jahresabschluss zu schaffen. Dabei waren die Voraussetzungen wahrlich nicht optimal. Erkältungen plagten die Spieler und führten beim Einen oder Anderen zum Trainingsausfall. Ja, der etatmäßige Kreismitte Robert Ultsch musste nun schon zum wiederholten Mal passen. Doch davon ließ sich die Milicevic- Schützlinge nicht wirklich beeindrucken. Nach der Kabinenansprache schloss man sich zum Kreis zusammen und schwor sich auf den Kampf um dringend benötigte Punkte ein.

Und so ging´s auch los. Entschlossen und kompromisslos agierend, zeigten die Hausherren wer Chef auf dem Parkett war. Den zuvor als brandgefährlich eingestuften Mittelbereich des Gegners bemühte man sich mit zunehmendem Erfolg in seiner Wirkung einzuschränken. Da wurde, wie übrigens das ganze Spiel über, mit außerordentlicher Hingabe gefightet. Der Kapitän ging allen voran und saß nach 10 Minuten schon zum 2. Mal neben dem Berichterstatter. Davon ließ sich die Mannschaft nicht beirren. Es wurde umgestellt, Torsten Schneider fand fast nur noch im Angriff statt und wurde auf diese Weise vor weiteren Sanktionen der beiden Schiedsrichter, die wohlgemerkt ihre Linie auf beiden Seiten durchzogen, geschützt. Der Angriff verdiente diesmal tatsächlich seinen Namen. Es war kein laues Lüftchen, was da wehte, sondern ein ordentlicher Wind, der den Gästen ins Gesicht blies. Stark, wie man nach teilweise sehenswerten Spielzügen, aber auch im Konter und in der 2. Welle zum Erfolg kam. Wichtig, dass die in Hermsdorf schmerzlich vermisste Treffsicherheit zurückkehrte. Indes, der Pausenstand von 15:11 war noch kein Ruhekissen. Dazu hat der Gast gewöhnlich zu viele Qualitäten. Die zweiten 30 Minuten ging die Spielgemeinschaft mit äußerster Disziplin an. Nur eine Hinausstellung zeigt, mit welcher Beherrschung man agierte. Dabei brachte sich jeder der eingesetzten Akteure mit großer Leidenschaft und Hingabe ein. Bemerkenswert, dass sich Anschlusskader wie Louis Böhm, der zunehmend ins Team wachsende Lukas Baase oder Nic Bula fast nahtlos ins Team einfügten und ihren Beitrag leisteten. Wenn dann nach einigen Versuchen noch 2 Tore wie eben beim 19-jährigen Louis Böhm auf Linksaußen gelingen, dann kommt echt Freude auf! Im Verlaufe der 2. Halbzeit setzten sich die Platzherren nach teilweise wirklich klasse Spielzügen auf bis zu 11 Tore ab. Die Mannschaft spielte sich teilweise in einen Rausch, der auch die Fans erfasste. Mit welcher Erleichterung das die Spieler zur Kenntnis nahmen, sah man an der Freude eines Christian Möbius, der jedes seiner 5 Tore wie eine Befreiung feierte. Und eine Befreiung war es am Ende auch! Das Ergebnis, vor allem wie es erzielt wurde, sollte der Mannschaft Vertrauen geben und Motivation für die punktspielfreie Zeit bis zum 21. Januar sein. Sie sollte alles tun, um bei den kommenden schweren Aufgaben nicht nur zu bestehen, sondern tatsächlich zu punkten. Doch nun ist erst einmal Festtagszeit und diese können wir nach diesem Erfolg genießen.
von C. Dietze

HSV Lok Pirna Dresden:
N.Weber, M. Dietze; V. Kovanovic, N. Philippi(1),Ch. Möbius(5), S. Dietze, L. Böhm(2), L. Baase, D. Milicevic(2/2), S.Gavrilovic(9/4), N.Bula, T. Schneider(6), M. Hartmann, R. Schulze(9)