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Hans im Glück

SG Pirna/Heidenau vs. HSV Apolda 27:21 (10:13)


So kann man die Story dieses für unsere SG so eminent wichtigen Spiels überschreiben. Denn nach den 2 x 30 Minuten, die nicht unterschiedlicher hätten ausfallen können, war Srdan Gavrilovic stellvertretend für die ganze Mannschaft von Dusan Milicevic voller Glück und Freude, hatte man doch soeben den Tabellennachbarn klar geschlagen. Danach sah es allerdings nach 30 Minuten nicht aus.

Die Jungs taten sich von Beginn an, der durch die beiden guten Magdeburger Schiris geleiteten Partie, schwer. Unsicherheit nicht nur im Angriff mit zahlreichen Fehlwürfen, insbesondere von der rechten Seite her, sondern auch und ungewohnt, in der Deckung. Man fand zunächst keine Mittel, um den Aktionsradius der schnellen, kombinationssicheren und zielstrebig den Wurf suchenden Gäste begegnen zu können. Diese sprühten vor Tatendrang und entwickelten von allen Positionen Torgefahr. Herausragend dabei der rechte Aufbauspieler Mirilo. Dessen Wurfvariabilität war beeindruckend. So hatte es unser Torwart Philipp Ihl, der zunächst den Vorzug vor dem wiedergenesenen Martin Dietze erhalten hatte, schwer sich einzustellen. In der 15. Minute kam sein Pendant zum Zuge. Freilich ohne nennenswerte Veränderung der Situation. Noch immer ist die Torwartleistung ein Produkt aus der vor ihm stehenden Deckung und eigenem Können. Da Apolda begünstigt durch ein zu unorganisiert wirkende Deckung, auch auf den anderen Positionen erfolgreich war, sah sich der Hausherr ständig in der Verfolgerrolle. Beeindruckend wie Kapitän Toto Schneider in dieser Situation Verantwortung übernahm und mit seinen Toren dafür Sorge trug, dass die Apoldaer nicht zu sehr enteilten. Der Halbzeitstand von 13:10 ließ noch Hoffnung, dass man mit einer entsprechenden Steigerung das Blatt noch wenden kann? Vor Ostern, in Aschersleben, hatte das geklappt. ­



Doch nach dem Wiederanpfiff setzte sich zunächst das Treiben der ersten Halbzeit fort. Eins indes kann man der Mannschaft dieser Tage nicht absprechen, sie hat Moral.

Ab der 40. Minute sahen die Fans eine sich auf allen Positionen steigernde Truppe. Die Deckung vor dem einige Riesen haltenden Torwart stabilisierte sich und beeindruckte die Thüringer. Der jetzt agierenden Deckung konnte nun das Prädikat gut attestieren werden. Waren die Schott, Gavrilovic und Möbius, der nach seiner verletzungsbedingten Pause wieder mitmischte, zuvor mit zahlreichen Fehlwürfen auffällig, änderte sich das Bild jetzt fast dramatisch. Die nachlassenden Gäste sahen sich einem immer selbstbewusster und vor allem treffsicherer werdenden Gegner gegenüber, der die sich bietenden Gelegenheiten besser als zuvor nutzte. Ausdruck dessen ein erfolgreicher Konter in der 50. Minute durch Philipp Gildemeister, der einen Pass der Apoldaer abfing und im Gegenzug sicher einnetzte. Dem Fass den Boden schlug dann der Youngster Nico Schott aus, der einen weiteren Ballverlust der Gäste zu einem Fernwurf fast über das ganze Spielfeld ins gegnerische Tor zum 25:20 nutzte. Da war die Stimmung in der Halle am Kochen! Und unser Hans im Glück? Selbst ein verworfener 7-Meter brachte ihn nicht aus dem Konzept. Er kämpfte und rackerte trotz Blessuren unermüdlich und nutzte seine technischen Möglichkeiten, um im Verbund mit Nico Schott für richtige Torgefahr von rechts zu sorgen. Damit wurde das Spiel unberechenbarer. Da die üblichen Verdächtigen wie Toto Schneider, Kristof Kusal und David Lubar nicht nachließen, gelang im letzte Viertel des Spiels tatsächlich die Wende.

Der am Ende klare Sieg und der Weg, der dazu führte, sind ein Spiegelbild dieser Saison mit 2 Gesichtern. Sei es wie es sei, am Ende war nicht nur Srdan Gavrilovic der „Hans im Glück, sondern die ganze Mannschaft und nicht zuletzt das hinter ihr stehende Publikum, das ob dieses Spielverlaufs bestimmt auf seine Kosten gekommen ist. Nun heißt es, die kleine Serie im nächsten Heimspiel gegen den USV Halle fortzusetzen und so sämtliche Fragen zur kommenden Saison endgültig zu klären.

Spielstatistik (PDF)
Autor: C. Dietze
Fotos: M. Förster