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Furioses Finale

SG Pirna Heidenau vs. HBV Jena 90 28:27 (11:15)


Donnerwetter, was für ein furioses Finale. Das werden sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch die zahlreichen Fans dieses denkwürdigen Spiels der beiden Tabellennachbarn gesagt haben, als der Lok-Kapitän Toto Schneider höchstpersönlich zum Abschluss eines s.g. Kempa-Tricks, nach wunderschönem Zuspiel von Srdan Gavrilovic den umjubelten Siegtreffer erzielte. Da stand auf der Uhr mal eben die 60. und die Zeit war um. Knapper geht’s nun wirklich nicht. Noch in der Woche zuvor, in Freiberg, hatten unsere Jungs, in eben einem solchen dramatischen Final den Kürzeren gezogen. Diesmal nun standen das Glück des Tüchtigen und der oft zitierte Handballgott offenbar auf der Seite der Milicevic Schützlinge . Dabei sah es zwischenzeitlich in dem einer Achterbahnfahrt ähnelnden Match wahrlich nicht nach einem Doppelpunktgewinn für Pirnas aus. Doch der Reihe nach.

Zu Beginn der von den jungen Magdeburger Schiris zunächst recht unaufgeregt geleiteten Partie begegnete man sich gegen den Aufsteiger aus Jena auf Augenhöhe. Seiner Interpretation des Handballs, schnell, technisch solide, robust und auch routiniert setzte man eigenes Können entgegen. Bis zur 20. Minute wogte das Geschehen hin und her, mal mit Vorteilen für den Einen, mal mit Vorteilen für den Anderen. Unübersehbar, dass mit zunehmender Spieldauer den Hausherren etwas der Faden verloren ging. Das lag im nicht unerheblichen Maß an 2-Minutenstrafen, die wie ja immer, zum Unzeitpunkt ausgesprochen worden. Zudem belasteten zahlreiche verletzungsbedingte Unterbrechungen sowie eine steigende Anzahl von Freiwurfentscheidungen den Spielfluss. Damit besser zurecht kamen die sympathischen Gäste, während bei den Hausherren die Zahl der technischen Fehler bedrohliche Ausmaße annahm. Als die Teams beim Stande von 11:15 zum Pausentee schritten, ließen die Lokspieler ihre Fans mit argen Fragezeichen auf der Stirn zurück.



Doch wer nun glaubte, der Drops sei gelutscht, sah sich getäuscht. Mit dem Wiederanpfiff war zu erkennen, dass der ESV nicht bereit war, so sang und klanglos das Spiel aufzugeben.

Angeführt vom Kapitän wurden Attribute des Erfolges wie Wille, Disziplin, Einsatz- und Aufopferungbereitschaft, Teamwork und, ganz wichtig, Leidenschaft an den Tag gelegt. Das führte nach einem etwas holprigen Beginn (15:19,40.) zu einer Wende im Spielgeschehen. Unterstützt wurde diese durch eine vom Trainer verordneten Deckungsumstellung auf 4:2. Damit konnten die Jenaer verunsichert werden. Zudem mussten sie nun auch körperlich ihrem intensiven Spiel Tribut zollen. Jetzt leisteten sie sich technische Fehler, die zuvor noch unserer Mannschaft angehangen hatten. In der 50. Minute (21:22) war man wieder im Geschäft. Herauszuheben ist die Treffsicherheit nicht nur eines Torsten Schneiders (11). Miran Valincic tat es ihm gleich und netzte ebenfalls 11-mal ein. Stark! Assistiert wurden sie vom ganzen Team, wo sich jeder auf seiner Position um Gefahr bemühte, Lücken schuf und nun auch technisch anspruchsvolles vortrug. Der Lohn: Ein furioses Finale mit einem sehenswerten Siegtreffer.

Spielstatistik (PDF)
C. Dietze
Hatzi