News

Sand im Getriebe

SG Pirna Heidenau vs. HC Aschersleben 21:24 (9:11)


Nach dem klasse Jahresauftakt mit dem Sieg in Delitzsch, wollten unsere Männer gegen die mit nur 10 Akteuren in Minimalbesetzung angereisten Alligators aus Aschersleben dort anknüpfen, wo sie die Woche zuvor aufgehört hatten. Dazu hatte man sich in den Tagen zuvor akribisch vorbereitet. Aber nicht immer muss, das was da besprochen und verabredet wird, tatsächlich eintreten.

Zunächst begann alles nach Plan. Die Deckung ordnete sich rasch und ließ nur wenig zu. Vorn lief der Ball gut durch die Reihen, wurde Druck gemacht und der Gegner beschäftigt. In Folge ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten die auch zu Toren führten. Tore von Christian Möbius, Linksaußen Marian Bergmann und Torsten Schneider ließen Hoffnungen aufkeimen. Nach 10 Minuten führte die Lok 6 : 3. Gut so, dachten nicht nur die Lok-Fans. Der Gegner indes stellte sich im Verlauf der nächsten Minuten auf das zunehmend durchsichtiger und einseitiger werdende Spiel der Milicevic-Männer ein. Nur über die Mitte und linke Seite zu kommen, reichte auf die Dauer und gegen diesen Gegner nicht. Der spielte kraftvoll, diszipliniert und seine Potenziale klug nutzend auf. In dem Bemühen um schnelles Spiel, die WM ließ grüßen, schlichen sich bei den Hausherren leider technische Fehler, begleitet von Fehlwürfen ein. Das führte zu einer Reihe von Gegenstöße und Angriffen, die unsere Deckung mehr als ihr lieb war forderte. Klar, man kann vielleicht etwas mit dem Thema Stürmerfoul hadern. Aber, es war nicht ausschlaggebend, zumal auch Aschersleben betroffen war.

Zunehmend ergaben sich so für die auf allen Positionen um zielstrebige Aktionen bemühten Gäste Wurfgelegenheiten, die sie auch nutzten. In der 19. Minute wurde Lok- Kapitän T. Schneider für 2 Minuten auf die Bank verwiesen. Als Kämpfer wollte er vorangehen und Zeichen setzen. Ab der 20. Minute, beim 7:8, lagen die nun vollends erwachten Alligators in Führung. Unverdrossen spulten sie ihr Programm ab. Dabei wog das Geschehen hin und her, denn auch ihnen unterliefen Fehler. Kapital allerdings konnte die Hausherren daraus nicht schlagen. Als der Kapitän in der 28. Minute zum zweiten Mal unfreiwillig auf der Bank Platz nahm, war klar, seine Präsenz würde in der 2. Halbzeit zumindest in der Deckung, nur noch mit angezogener Bremse zu sehen sein. Andere mussten einspringen. Selbst der Trainer lief auf, um zu helfen und die Truppe kämpfte. 2 Tore Rückstand zu Pause, da ging doch noch etwas.



Als Marian Bergmann in der 33. Minute zum Anschluss einnetzte, schien eine Wende möglich. Doch zu leichtfertig vergab man Chancen. Den daraus folgenden Ballbesitz nutzten die Alligators gnadenlos und führten 20 Minuten vor Ultimo mit 17:10 vorentscheidend. Aufgeben, das allerdings kam nicht in Frage. Der Kampfgeist war ungebrochen. Jetzt endlich traf man auch von anderen Positionen und arbeitet sich sukzessive heran. Hinten ließ der für Benas Vaicekauskas im Tor stehende Philipp Ihl sein Talent erkennen und parierte ein paar Mal herausragend. Der Lohn: In der 52. war Lok, angetrieben von den Fans, beim 18:20 wieder im Geschäft. Stark in dieser Phase Christian Möbius, der jetzt auch von rechts einnetzte und Martin Durcek, der am Kreis rackerte um entsprechende Lücken zu schaffen. Das es am Ende nicht reichte war schade, aber auch der Coolness des Gegners und dem gesamten Spielverlauf geschuldet.

So heißt es nun, diese vermeidbare Niederlage abzuwaschen und sich mit aller Kraft auf die kommende Aufgabe in Plauen vorzubereiten. Wenn dann größere Ausgeglichenheit im Spielaufbau und wieder eine durchgängig starke Abwehrleistung gezeigt wird, dann verschwindet der Sand aus dem Getriebe und die Lok gewinnt wieder an Fahrt.

Spielstatistik (PDF)
C. Dietze
C. Dietze (obere Reihe)
G. Neumann (untere Reihe)