Spielbericht

Zuhause wieder Stärke bewiesen


Motiviert bis in die Haarspitzen, leidenschaftlich kämpfend, spielerisch überzeugend - so fuhren die Mannen von Lokführer Petr Hazl am 23. Spieltag einen völlig verdienten und, wie SG-Trainer Ralf Ludwig in der anschließenden Pressekonferenz zugab, viel zu niedrigen Sieg in den Pirnaer Zielbahnhof ein.

Die Zuschauer in der wie immer stimmungsgeladenen Sonnenstein-Arena rieben sich wohl insbesondere im ersten Spielabschnitt verwundert die Augen. Da leuchtete ein 16:5-Halbzeitergebnis auf der Anzeigetafel, welches Ausdruck für den bedingungslosen Einsatz der Elbestädter war. Hazl selbst war voll des Lobes ob der Leistung seiner Jungs, denn auch die Vorbereitung auf die Partie gegen den Tabellen-Fünften aus der Nähe der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden verlief alles andere als optimal. Umso beeindruckender war anschließend das, was die HSV in Halbzeit eins aufs Parkett brachte. Da nämlich kauften Jiří Bouček und Co. den Gästen absolut den Schneid ab und trieben SG-Trainer Ludwig die Zornesröte ins Gesicht: "Wir gehören zu den angriffsstärksten Teams in dieser Staffel und haben es einfach nicht geschafft, das zu zeigen was wir können. Da war für einige bereits vor der 500 Kilometer langen Fahrt ins Elbtal das Spiel im Kopf entschieden", monierte Ludwig die Leistung seiner Mannschaft.

Doch Tatsache ist Eines: Letztlich ist man immer nur so gut, wie es der Gegner zulässt und da haben die Hazl-Buben mit Ihrer Leistung keinen Zweifel daran gelassen, wer als Sieger das Parkett verlassen sollte.

Die Gäste aus Hessen durften sich nur in den Anfangsminuten der Partie über eine zweimalige Führung freuen. Drei Tore in Folge durch Spielmacher Jiří Bouček machten der Lok ordentlich Dampf im Kessel. Zwei 5:0-Läufe über die Stationen 6:2 und 11:3 ebneten anschließend zeitig den Weg in Richtung Heimerfolg. Die Hazl-Buben ließen sich auch nicht von der frühen Verletzung des Pirnaer Abwehrstrategen Torsten "Toto" Schneider von ihrer Aufgabenerfüllung, die Punkte 14 und 15 in den Zielbahnhof einzufahren, abbringen. Und so verbuchten die Lok-Mannen bis zum Pausenpfiff eine hochverdiente Elf-Tore-Halbzeitführung. Diese war nicht nur Beleg einer tollen in allen Mannschaftsteilen dargebotenen Angriff-Abwehr-Leistung, sondern auch Verdienst des Lok-Torhüters Mario Percin, der, wenn sich doch einmal eine Lücke Pirnaer Deckung auftat, seine Hände entscheidend im Spiel hatte.

Wie schon im Hinspiel zeigten die Elbestädter über 50 Minuten eine beachtliche Leistung. Die SG Wallau wartete zwar im zweiten Spielabschnitt mit einigen offensiveren Deckungsvarianten dem Lok-Angriffswirbel auf, doch mit taktischer Finesse und dem nötigen Spielwitz fand die HSV weiterhin die Schwächen im hessischen Abwehrverbund. Bis zur 52. Minute hatte die Elf-Tore-Führung Bestand und so konnte auch Petr Hazl dem Einen oder Anderen Verschnaufpausen gönnen. Auf der ohnehin nicht üppig besetzten Bank der Pirnaer durfte sich deshalb jeder über Einsatzzeiten freuen. Doch trotz des Kräfteverschleißes und der Ergebniskosmetik durch die SG kamen zu keiner Zeit Zweifel an diesem so wichtigen Heimerfolg auf. Das honorierten auch die Zuschauer stimmgewaltig und lautstark und freuten sich gemeinsam mit der Mannschaft über einen beeindruckenden Heimerfolg in der Hölle-Ost.

Einziger Wehrmutstropfen ist nur die Verletzung Torsten Schneiders. Wie lange er nicht mit seinen Jungs auf der Platte stehen kann, um für den Klassenerhalt zu kämpfen ist jedoch fraglich. Eine erste Diagnose ergab eine Bänderverletzung am rechten Fuß. Auch Torjäger Dušan Miličević konstatierte nach der Partie trotz der riesigen Freude über die zwei Punkte: "Es ist schon komisch, wie sehr wir in dieser Saison von Verletzungen geplagt sind, da fragst du dich, was du gemacht hast, damit das so kommt." Um so bemerkenswerter war die Leistung der Lok-Buben, die diese gegen die SG Wallau abriefen. "Das zeigt auch den Zusammenhalt des Teams, wir müssen da jetzt alle an einem Strang ziehen und gemeinsam für unser Ziel arbeiten. Heute haben wir das eindrucksvoll bewiesen", ist sich Miličević der schwierigen Lage, aber auch der Zuversicht bewusst, dass er und seine Mannschaftskameraden gegen Wallau genau die richtige Reaktion für die noch verbleibenden Spiele gezeigt haben.

So eine Leistung lässt sich freilich am besten veredeln, wenn man am kommenden Wochenende in der Drei-Flüsse-Stadt Münden die lang ersehnten ersten Auswärtszähler einfährt. Und genau diese Punkte wären auch Balsam für die Lok-Seele und das richtige Zeichen für die Endphase der Saison.

HSV LOK: Percin, Michelsen, Möbius (5), Brecko (4), Havlat (3), Gaube, Bouček (5), Miličević (7/4), Ultsch (1), Schneider (2), Hartmann (1), Dietze

Spielfilm: 0:1 (3.), 2:2 (6.), 6:3 (13.), 11:3 (19.), 11:5 (23.), 16:5 (HZ); 16:6 (32.), 20:8 (36.), 22:10 (42.), 25:14 (49.), 27:16 (51.), 28:18 (52.), 28:20 (54.), 28:23