Spielbericht

TG 1860 Münden - HSV Lok Pirna Dresden 31 : 34 ( 17 : 18 )


Etliche Reisekilometer haben Petr Hazl und seine Jungs schon in den Knochen und so oft mussten Jiří Bouček und Co. die Heimreise ohne etwas Zählbares im Gepäck antreten. 24 Spieltage hat es gedauert, ehe auch die Lok-Akteure auf fremden Parkett einen Jubelkreis bilden konnten, um einen doppelten Punktgewinn zu feiern.

Gab es die Duelle der Eisenbahner gegen das Team aus der Drei-Flüsse-Stadt in der Vergangenheit in der oberen Tabellen-Hälfte, stand die Partie gegen das Schlusslicht der Liga diesmal unter ganz anderen Vorzeichen. Selbstbewusst ob des tollen Heimerfolges aus der Vorwoche gegen die SG Wallau schwor Lok-Torhüter Mario Percin seine Mannen vor dem Anpfiff in der Mündener Gymnasiumhalle ein: "Vor zwei Jahren haben wir hier gewonnen, letztes Jahr verloren und heute sind wir wieder dran mit einem Sieg."

Das Spiel jedoch lief in den ersten Minuten alles andere als nach Plan. In der Anfangsphase hatte die Lok nicht den nötigen Dampf im Kessel, um der Partie von Anbeginn den eigenen Stempel aufzudrücken. Und so musste Trainer Petr Hazl bereits in Minute Elf zur grünen Karte greifen, um seiner Mannschaft noch einmal die eigenen Stärken ins Gedächtnis zu rufen. Den Drei-Tore-Vorsprung der niedersächsischen Gastgeber konnten die Elbestädter in der Folgezeit egalisieren. Maßgeblichen Anteil hieran hatte dabei auch Jiří Havlat, der alleine im ersten Durchgang ganze acht Mal einnetzen konnte. Beim 13:14 (24.) gingen die Elbestädter dann erstmals in Führung, konnten sich aber bis zur Pausensirene nicht weiter absetzen, weil auch die HSV-Deckung nicht so sattelfest wie noch am vergangenen Wochenende agierte. So ging es zur Pausenansprache mit einem 17:18 in die Kabinen. Bei dieser schien Trainer Petr Hazl dann die richtigen Worte gefunden zu haben.

Drei Minuten waren im zweiten Spielabschnitt absolviert, da verbuchte die TG letztmalig eine Führung (20:19). Von diesem Moment an übernahmen die Elbestädter das Kommando, zwangen das Tabellen-Schlusslicht zu Fehlern und münzten diese in eigene Erfolge um. Tor um Tor konnten sich die Eisenbahner absetzen und ließen mit zunehmender Spieldauer keine Zweifel mehr zu, dass an diesem Abend die ersten beiden Auswärtszähler auf das Pluspunkte-Konto der Hazl-Sieben wandern sollten. Dabei bewies auch Lok-Torjäger Dušan Miličević die gewohnte Treffsicherheit. Und spätestens mit seinem elften von am Ende insgesamt zwölf Toren zum Stand von 25:32 fünf Minuten vor Spielende machte der Serbe den Deckel auf die Partie. Die Ergebniskosmetik des Tabellen-Letzten in den Schlussminuten war dabei nur noch Makulatur und änderte am Ende nichts mehr am verdienten und so lang ersehnten Auswärtserfolg der Elbestädter. Nach dem eigenen Erfolgserlebnis und den Ergebnissen des Wochenendes steht Lokführer Petr Hazl mit seinen Buben nun wieder über der ominösen roten Abstiegslinie. "Das soll auch so bleiben", betonte Hazl nach der Partie. "Wir sind anders ins Spiel gekommen, als wir es uns vorgenommen haben und haben es uns selber schwer gemacht. Aber anschließend haben wir die passenden Mittel gefunden, um heute als Sieger vom Parkett zu gehen. Ich freu mich für die Jungs."

Der Sieg der HSV war gleichbedeutend mit dem rechnerischen Abstieg der TG 1860 Münden aus der Dritten Handballbundesliga. Die Elbestädter indes haben ihrem Anspruch weiterhin Ausdruck verliehen, auch in der kommenden Saison in der dritthöchsten deutschen Handball-Liga aufzuspielen. Trotz der akuten Personalsorgen wollen die Eisenbahner nach zwei Siegen in Folge auch am nächsten Wochenende erfolgreich sein. Da nämlich geht es gegen die "Baggerseepiraten" von der HSG Nieder-Roden. Der Schwierigkeit dieser Aufgabe sind sich die Mannen von Trainer Petr Hazl bewusst. Doch auch Geschäftsführer Uwe Heller ist sich sicher: "Wenn wir das getankte Selbstvertrauen und den Wind durch die beiden letzten Erfolge mit in die nächste Partie nehmen, dann sind auch gegen die Baggerseepiraten zwei Punkte drin."

Dabei hoffen die Elbestädter einmal mehr auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans, damit auch am kommenden Wochenende die Hölle-Ost zum stimmungsvollen Hexenkessel werden kann und die Lok-Jungs zu einem weiteren Heimerfolg trägt.

HSV LOK: Percin, Michelsen, Möbius (3), Brecko (4), Havlat (11), Gaube, Bouček (2), Miličević (12/2), Ultsch (2), Hartmann

Spielfilm: 1:0 (2.), 2:2 (3.), 4:2 (4.), 6:4 (9.), 8:5 (11.), 8:7 (13.), 10:10 (19.), 13:14 (24.), 16:18 (30.), 17:18 (HZ), 18:18 (31.), 20:19 (34.), 20:23 (41.), 21:25 (44.), 22:28 (48.), 25:32, (55.), 28:33 (57.), 31:34