News

WIR MÜSSEN HART ARBEITEN

Interview mit Benas Vaicekauskas

Leider musstet ihr am Wochenende die erste Saisonniederlage in Plauen einstecken. Wie verarbeitest Du eigentlich so eine Pleite? In den Keller gehen und gegen den Sandsack hauen?

BENAS: Die Stimmung nach jeder Niederlage ist erst einmal nur miserabel. Dabei ist auch egal wie du verlierst, ob gut gespielt und unglücklich verloren hast oder es verdient war. Aber ich bin nicht der Typ der gegen den Sandsack haut. Ich behalte die Wut über die Pleite für mich und schlucke es sprichtwörtlich herunter. Obwohl es mir manchmal auch schwer fällt meinen Emotionen nicht freien Lauf zu lassen, weil Handball ist für mich mehr als ein Spiel.

Wie pusht du dich dann wieder nach oben bzw. was ist dein Rezept für eine positive Einstellung?

BENAS: Ich versuche einfach nur positiv zu denken und möglichst erst gar keine negativen Gedanken aufkommen zu lassen. Weil solche Gedanken helfen einem nicht weiter, sie sind nur störend und hemmend.





Du arbeitest seit einiger Zeit nun beim ASB. Was ist deine genaue Tätigkeit dort?

BENAS: Ich habe beim ASB mehrere Aufgaben. Eine davon wäre, Essen in die Kindergärten und Seniorenheime zu liefern. Frühs steht allerdings der Schülertransport auf dem Plan. Mit einem Kollegen zusammen holen wir die Kinder von zu Hause ab und fahren Sie zur jeweiligen Schule. Hierbei kommt mir auch die Aufgabe für Ruhe und Ordnung im Bus zu sorgen, zu teil. Desweiteren muss ich auch Menschen zur Dialyse in das Krankenhaus fahren, sowie natürlich auch wieder zurück. Somit habe ich, trotz dem vermeintlichen Alltagstrott, immer wieder einen abwechslungsreichen Arbeitstag mit immer neuen Herausforderungen für mich.

Wie Anstrengend ist für dich der Spagat zwischen Arbeit, Training und Punktspielen?

BENAS: Dieser Spagat ist schon manchmal ganz schön anstrengend, das frühe aufstehen, den ganzen Tag arbeiten und dann noch Training. Aber daran muss man sich gewöhnen und ich habe diesen Rhythmus mittlerweile verinnerlicht. Auch in meiner Heimat Litauen musste ich arbeiten gehen und danach noch zum Training. Von daher ist es für mich keine große Umgewöhnung.

Vor einigen Tagen konnte man auf Instagram sehen wie du mit den Torhüterinnen von den Rödertalbienen zusammen trainiert hast. Wie kommt es dazu?

BENAS: Montags haben wir bei der Lok ein individuellen Trainingstag, wo wir meistens selbstständig ins Fitnessstudio gehen. Für letzten Montag habe ich Dusan um Erlaubnis gefragt, ob ich mit den Rödertalbienen trainieren darf. Wie alle wissen spielt meine Freundin Birgit dort und jeden Montag gibt es dort auch ein spezielles Torwarttraining für die Torhüterinnen. Mir geht es dabei auch darum, den eigenen Horizont zu erweitern und andere Eindrücke zu sammeln. Deshalb bin ich Dusan auch dankbar dafür, das er mir so ein gesondertes Training mit den "Rödertalbienen" erlaubt. Ich würde behaupten, dass das Training mit einem männlichen Torhüter die "Bienen" zusätzlich anstachelt und man sich so gegenseitig pusht ;-)

Diesen Samstag begrüßen wir nun den HSV Apolda in der "Hölle-Ost". Die Glockenstädter sind stets eine harte Nuss, die es zu knacken gilt, aber im Testspiel ist euch dieses ja bravourös gelungen. Wie siehst du die Erfolgschancen für das Heimspiel jetzt?

BENAS: Wir spielen in einer Liga die so verdammt ausgeglichen ist, wie wahrscheinlich keine Zweite im Land. Jeder kann jeden besiegen. In den Vorbereitungspielen haben wir gezeigt was wir können und haben unteranderem auch Apolda bezwungen. Diese Spiele müssen wir aber vergessen und von Null beginnen. Punktspiele sind etwas anderes und so wird es auch gegen die Glockenstädter nicht wirklich einfach werden. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und das 60 Spielminuten lang, dann funktioniert es auch mit dem nächsten Heimsieg. Die schmerzliche Niederlage gegen Plauen kam wahrscheinlich auch zum richtigen Zeitpunkt, Sie hat uns noch einmal verdeutlicht wie konzentriert und hart wir weiter arbeiten müssen um unsere Ziele zu erreichen.



C. Friedrich
C. Dietze

00366