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Die Familie hält zusammen

Interview mit Niklas Waller

Wie geht es dir?

NIKLAS: Momentan geht es mir sehr gut.

Im wievielten Jahr deiner Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten befindest du dich?

NIKLAS: Ich bin derzeit im zweiten und damit letzten Jahr meiner Ausbildung und im Sommer kommen die Prüfungen auf mich zu.

Es gibt diverse Fernsehserien die das Thema Gefängnis als Thema haben. "Frauenknast" oder auch "Der Knastarzt" bieten einen vermeintlichen Einblick in den Alltag im Knast, wie nah an der Realität sind solche Serien eigentlich?

NIKLAS: Um ehrlich zu sein, habe ich mir noch nie eine dieser Serien angeschaut. Doch ich denke, dass keine Serie oder kein Film das Leben im Gefängnis realitätsnah widerspiegeln kann. Es ist einfach eine andere Welt hinter der Mauer, es gelten andere ungeschriebene Gesetze und die Menschen gehen anders miteinander um als man das vielleicht erwartet.

Als wie gefährlich würdest Du deinen Job selber einstufen?

NIKLAS: Es ist ein Job, der viel Risiko mit sich bringt, man braucht Fingerspitzengefühl und muss gleichzeitig abgehärtet sein, was Beleidigungen und Drohungen angeht. Gefährlich wird es tatsächlich nur dann, wenn man Fehler macht, oder seine eigene Unsicherheit zeigt.





Was sagt deine Freundin eigentlich zu deinem doch ungewöhnlichen Beruf?

NIKLAS: Meine Freundin ist wahrscheinlich in erster Linie froh, dass ich etwas gefunden habe, was mir Spaß macht, auf der anderen Seite höre ich vor jedem Arbeitstag immer die Worte, „Pass auf dich auf!“. Da sie mittlerweile ziemlich gut einschätzen kann, wie gefährlich es tatsächlich werden kann. Natürlich ist sie aber auch interessiert, denn einige Geschichten aus dem Alltag im Gefängnis sind einfach nur verrückt und lösen reihenweise Gelächter und Unverständnis aus.

Kommen wir zum Handball. Seit wann jagst du der klebrigen Harzkugel hinterher?

NIKLAS: Ich spiele seit mittlerweile 15 Jahren Handball und habe im Trikot des SSV Heidenau angefangen das Prellen und Fangen zu lernen.

Aktuell fallen bei der Lok 3 Routiniers aus. Wie geht das Team mit diesen Nackenschlägen um?

NIKLAS: Ich denke, dass wir als Team damit umgehen können. Natürlich ist es immer schwer, den Ausfall von Leistungsträgern zu kompensieren, andererseits sind wir eine starke Mannschaft und jeder reißt sich, auf Deutsch gesagt, den Arsch für den Anderen auf und gibt noch mehr um das Team zum Sieg zu tragen. Wir sind eine Familie und wenn aus dieser Gemeinschaft ein Mitglied wegfällt, dann rückt der Rest eben noch enger zusammen. Ich denke, dass diese Moral uns sehr hilft unsere Ziele zu erreichen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist aber auch die bedingungslose Unterstützung der Fans, Sie müssen und werden uns pushen, weil nur gemeinsam schaffen wir diese aktuellen Hinternisse zu umsfahren.

Nun ist mit dem HSV Bad Blankenburg der Tabellenzweite in der "Hölle-Ost" zu Gast und somit der nächste schwere Brocken. Worauf stellt ihr euch in dieser Partie ein?

NIKLAS: Auf den besagten schweren Brocken. Mit Bad Blankenburg kommt ein richtiger Gradmesser nach Pirna. Das werden definitiv 60 heiße Spielminuten.

Auf Grund der schweren Verletzung von Krzysztof, wie wichtig ist dabei jetzt deine Rolle auf der Position Rückraum Mitte?

NIKLAS: Erst einmal tut es mir für Krzysztof verdammt leid, das er verletzungsbedingt ausfällt. Ich stehe aber auf der Position bereit, auf der mich der Trainer braucht, unabhängig davon, ob ein Spieler fehlt oder nicht. Im Training wird viel rotiert und ich spiele auf vielen verschiedenen Positionen. Egal was kommt, ich werde natürlich mein Bestes geben, für die Mannschaft und die Fans!

Letzte Frage. Dein Tipp für die Partie?

NIKLAS: Kurz gesagt, ein Sieg für die Lok. 😊🙌



C. Friedrich
C. Friedrich

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