Spielbericht

HSV Lok Pirna Dresden - SG LVB Leipzig 28:21 (18:10)




Mit Volldampf voraus ist die HSV Lok Pirna Dresden am 27. Spieltag der Dritten Liga-Ost zum vierten Heimsieg in Folge gerauscht und hat mit diesem Erfolg ihren Anspruch auf den Klassenerhalt mehr als manifestiert. Die Pirnaer haben damit bei noch drei ausstehenden Partien sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den nach der Niederlage in Wallau momentan der HC Aschersleben belegt.

Von Beginn an entwickelte sich das Sachsen-Derby zu einer rassigen Partie, in der sich beide Teams nichts schenkten. Ergebnistechnisch begegneten sich die Kontrahenten in den Anfangsminuten auf Augenhöhe (4:4, 7.). Doch anschließend zogen die Hazl-Buben die Zügel straff und brannten, wie schon in den vorangegangenen Heimspielen, insbesondere in Halbzeit eins ein regelrechtes Feuerwerk ab. Mit sechs Toren in Folge machten die Eisenbahner unmissverständlich klar, wer am Ende das Parkett der Sonnenstein-Arena als Sieger verlassen sollte. Die Elbestädter ließen ihrem Kontrahenten wenig Luft zum Atmen und stellten die Straßenbahner vor große Probleme. Die Lok-Abwehr stand bombensicher. Und Mario Percin zwischen den Pirnaer Pfosten vernagelte seinen Kasten. Die Lok-Sieben schaffte es auch die gefährlichen Gegenstöße der Leipziger früh zu unterbinden und sorgte bei den Gästen somit für wenig Torgefahr im ersten Durchgang.

Das gestiegene Selbstvertrauen machte sich auch in der Offensive der Mannen von Petr Hazl bemerkbar. Da leisteten sich Christian Möbius und seine Mannschaftskameraden nur wenige Unzulänglichkeiten. Die Ost-Sachsen zogen ein variables Angriffsspiel auf und waren damit aus allen Lagen erfolgreich. Der nach seiner Verletzungspause wieder genesene Steffan Helbig wusste nicht nur im Deckungsverbund der Elbestädter zu gefallen, sondern steuerte in den ersten dreißig Minuten mit tollen Aktionen seinerseits zwei wichtige Treffer zum 18:10-Halbzeitstand bei. Und wie auch in den vorangegangen Spielen erzwangen die Eisenbahner ihr Glück. So konnte Rechtsaußen Maximilian Hartmann dem Leipziger Schlussmann Franz Flemming einen Abpraller stibitzen und anschließend im verwaisten LVB-Kasten versenken. Bis zum Schrillen der Pausensirene sorgte die Hazl-Sieben für prächtige Stimmung beim lautstarken HSV-Anhang ob der Leistung in den ersten 30 Minuten.

Dass die Messestädter im zweiten Spielabschnitt freilich noch Unternehmungen anstellten, um die Partie zu ihren Gunsten zu drehen, das dürfte auch Lokführer Petr Hazl seinen Jungs für die Minuten 31 bis 60 mit auf den Weg gegeben haben. Doch, es sei vorweg genommen, trotz Umstellung auf eine offensive Abwehr und Manndeckung gegen die Lok-Kreativabteilung; auf mehr als fünf Tore konnten die Straßenbahner den Abstand nicht mehr verkürzen. Die Elbestädter erzielten im Finaldurchgang zwar nur noch zehn Treffer, die jedoch waren sehenswert. Einerseits versenkte Torjäger Dušan Miličević einen seiner beiden Strafwürfe mit einem gefühlvollen Heber über den Leipziger Schlussmann. Zum anderen vollendete der Serbe einen Tempogegenstoß mit einem feinen Dreher um den LVB-Keeper.

Letztlich fand die HSV über die gesamte Spieldauer die richtigen Lösungen, um die Partie gegen den Tabellen-Achten für sich zu entscheiden. Und das honorierten auch die 400 Zuschauer und der stimmungsvollen Hölle-Ost. Gemeinsam mit ihren Fans dampften die Elbestädter zu einem alles in allem verdienten Derby-Sieg gegen die SG LVB Leipzig und hatten nach 60 Zeigerumdrehungen allen Grund zur ausgelassenen Freude. Und Lok-Trainer Petr Hazl blieb auch nach dieser Partie nichts anderes übrig, als vor seinem Team den Hut zu ziehen und das bereits Ausgesprochene der letzten Partien zu bemühen: "Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft, wie sie sich in den letzten Wochen, trotz der schwierigen Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt, entwickelt hat", war Hazl nach der Partie ob des vierten Heimsieges in Folge begeistert.

Vor einigen Wochen sah es so aus, als würde der Optimismus in puncto Klassenerhalt schwinden. Doch wie sich das Team nach und nach das nötige Selbstvertrauen zurück erarbeitet und sich wieder auf die eigenen Stärken besonnen hat, ist schon beachtlich. Und Fakt ist eines: Das Ziel Klassenerhalt rückt weiter und weiter in greifbare Nähe.

Das Restprogramm der HSV Lok Pirna Dresden ist mit zwei Auswärtspartien in Groß-Bieberau und Bernburg und einem Heimspiel gegen Kirchzell nicht gerade ein Wunschprogramm. Aber mit den Leistungen aus den vergangenen Partien sollten das Team von Petr Hazl keine Zweifel daran aufkommen lassen, dass auch in der kommenden Spielzeit Drittliga-Handball in der Pirnaer Sonnenstein-Arena zu sehen sein wird.

HSV Lok: Percin, Michelsen, Möbius (2), Brecko, Havlat (5), Bouček (4), Miličević (11/2), Helbig (2), Ultsch, Schneider (1), Hartmann (3)

Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (4.), 4:4 (7.), 10:4 (13.), 12:5 (18.), 13:7 (25.), 16:9 (29.), 18:10 (HZ); 18:11 (33.), 20:11 (36.), 20:14 (41.), 21:16 (45.), 24:16 (49.), 26:18 (54.), 27:19 (56.), 28:21

Fotos: Marko Förster