Spielbericht

Hazl-Sieben unterliegt dem Ländches-Team


Nach 755 Tagen hätte es soweit sein können. So lange nämlich blieb die SG Wallau auf eigenem Parkett ungeschlagen. Am Ende jedoch freuten sich SG-Trainer Ralf Ludwig und seine Mannen über zwei Punkte in einer spannenden Drittliga-Partie gegen die Elbestädter und dem HSV bleibt zumindest die Erkenntnis, auch auswärts überzeugen zu können.

Die Lok brauchte gute zehn Minuten, um richtig Dampf im Kessel zu haben. Das Team von Petr Hazl brachte sich nach einem Drei-Tore-Rückstand erst in Schlagdistanz, um anschließend gleichzuziehen und selbst in Führung zu gehen 7:8, 15.). Die taktische Marschroute bei den Angriffen der SG fruchtete-Hazl verordnete dem zweitligaerfahrenen Aufbauspieler Benedikt Seeger Manndeckung in Person des flinken Philipp Große. Und so nahm die erste Hälfte ihren Lauf. Dem Aufsteiger aus der hessischen Oberliga fehlten des Öfteren die Lösungen im Angriff. Dies spielte dem HSV freilich bestens in die Karten. Einfache Tore und eine eigene Drei-Tore-Führung waren der Lohn der Anstrengungen im ersten Spielabschnitt. Obwohl die Gastgeber aus dem Vordertaunus zwischenzeitlich noch einmal verkürzen konnte (12:13, 27.), netzte Dušan Miličević noch zwei Mal erfolgreich für seine Farben ein und markierte damit den verdienten 12:15-Halbzeitstand.

Ganze fünf Minuten kämpften die SG und der HSV im zweiten Spielabschnitt um den ersten Treffer. Jiří Bouček fasste sich ein Herz, brachte sein Team gar mit vier Toren in Front und nährte gleich zu Beginn die Hoffnungen auf den ersten Auswärtserfolg in dieser Saison. Noch bis zur 41. Spielminute knüpften die Hazl-Buben an die im ersten Abschnitt gezeigten Leistungen an und verteidigte den bis dato herausgespielten Vorsprung mit den gleichen Mitteln. Und auch Mario Percin im Pirnaer Gehäuse wurde mehr und mehr zu einem Faktor.

Doch den Elbestädtern riss anschließend der Spielfaden. Im Angriff konnten die Mannen von Petr Hazl nicht mehr den nötigen Druck aufbauen, um in aussichtreiche Wurfpositionen zu gelangen. Fünf Zeitstrafen im zweiten Spielabschnitt taten ebenfalls ihr übriges. Der HSV verpasste die Chancen frühzeitig für klarere Verhältnisse zu sorgen und so schwanden peu à peu die Kräfte, um der Ländches-Sieben in der Schlussphase noch etwas entgegen zu setzen. Hielt Mario Percin neben zwei Strafwürfen auch zahlreiche freie Bälle, so musste der Lok-Schlussmann nach dem 19:20-Führungstreffer (51.) durch den gut aufgelegten Philipp Große, die Harzkugel noch ganze fünf Mal aus den eigenen Maschen holen. Den Elbestädtern boten sich zwar diverse Gelegenheiten, noch einmal gleichzuziehen. Doch das Glück, welches der HSV insbesondere in Hälfte durch sein unermüdliches Engagement erzwang, war den Hazl-Buben anschließend nicht mehr treu. So mussten sich die Elbestädter am Ende eines spannenden Drittliga-Abends mit 24:20 geschlagen geben.

60 Drittliga-Minuten und knappe tausend Reisekilometer später bleibt den Elbestädtern zumindest die Erkenntnis, auch auf fremden Parkett erfolgreich sein zu können. Trainer Petr Hazl war mit seinen Jungs nicht unzufrieden und lobte speziell die vierzig guten Minuten seiner Schützlinge. "Aber wenn Du in der zweiten Halbzeit nur fünf Tore wirfst, dann kannst ein Spiel nicht gewinnen. Aber so ist Handball. Wir haben gezeigt, dass wir auch auswärts gut aufspielen können. Die zwei Punkte hätten uns wirklich gut zu Gesicht gestanden", resümiert Hazl die Partie.