Vorbericht

Saisonauftakt in Handball-Pirna
Gelingt ein erneutes Erfolgserlebnis gegen die Baggerseepiraten aus Nieder-Roden?


Es geht endlich wieder los - die handballfreie Zeit hat ein Ende. Die HSV Lok Pirna Dresden startet in die kommende Spielzeit in Deutschlands dritthöchster Handballliga mit einem Heimspiel gegen die HSG Rodgau-Nieder-Roden.

Die "Baggerseepiraten" geben nicht zum ersten Mal ihre Visitenkarte auf dem Pirnaer Sonnenstein ab. Für die beiden Kontrahenten ist es das dritte Aufeinandertreffen in der "Hölle-Ost" und stets blieben die Elbestädter Sieger in diesem Duell. Gerade an die Partie in der vergangenen Spielzeit erinnert man sich in Handball-Pirna gerne zurück, konnten die Hessen aus dem Landkreis Offenbach nach einem packenden Fight der Hazl-Buben klar und deutlich mit 28:22 in der Schranken verwiesen werden. Ganz selbstverständlich war dieses Erfolgserlebnis zum damaligen Zeitpunkt nicht, steckten die Lok-Mannen doch mittendrin im Kampf um den Klassenerhalt. Im entscheidenden Part der Rückrunde jedoch wuchsen die Pirnaer Ballwerfer auf heimischen Parkett stets über sich hinaus und ließen weder den gastierenden Gegnern eine Chance, noch einen Punkt liegen. Entscheidend - damals, wie auch heute - wird die Atmosphäre in der stimmungsgewaltigen Sonnenstein-Arena sein, denn diese war und ist in den wichtigen Momenten das Zünglein an der Waage, ist sich Geschäftsführer Uwe Heller sicher. "Nieder-Roden hat in der vergangenen Saison eine starke Runde gespielt und ich gehe davon aus, dass dies auch diesmal der Fall sein wird. Zu Beginn einer Saison weiß man nicht genau wo man steht, aber wir wollen unseren Heimvorteil voll ausspielen und mit einem Sieg in die neue Saison starten", gibt Heller die Marschrichtung vor. Dabei hofft Heller auch auf einen guten Einstand der "Neuen" im Lok-Dress. Nick Weber zwischen den Pfosten und Martin Danowski am Kreis genossen beide die Jugendausbildung des SC Magdeburg und sollen auf ihren Positionen zeigen, was in Ihnen steckt. Gerade Nick Weber hat dabei ein dickes Brett zu bohren, tritt er doch in die Fußstapfen des ehemaligen Pirnaer Publikumslieblings Mario Percin, den es beruflich und privat nach Simmern in die Nähe von Mainz verschlagen hat. Über mangelnde Erfahrung jedenfalls kann Weber nicht klagen, hütete er auch in Liga zwei den Kasten der Wölfe aus Altenholz. "In Pirna erhoffe ich mir noch mehr Spielanteile, um zeigen zu können, dass ich der Richtige zwischen den Pfosten bin", gibt sich Weber kämpferisch optimistisch.

Verzichten muss Petr Hazl definitiv auf Kreisläufer Steffan Helbig, der nach seiner OP im Sommer auf einem guten Weg ist. Auch auf Torsten Schneider kann der Lokführer zum Saisonstart nicht zurückgreifen. Der Ausfall des HSV-Abwehrstrategen trifft die Elbestädter so kurz vor Saisonbeginn nicht nur sportlich ins Mark. "Toto wurde Opfer seines couragierten Einsatzes in der Öffentlichkeit. Als alle anderen wegschauten war er sich nicht zu schade, Zivilcourage zu zeigen und zwei Frauen zu helfen, die von mehreren Personen belästigt und beschimpft wurden", lobt Heller die Selbstlosigkeit des Lok-Abwehrchefs. Mit einem Jochbeinbruch und einem Schädel-Hirn-Trauma lag Torsten Schneider mehrere Tage im Hospital und musste überdies eine Operation über sich ergehen lassen, die einen Einsatz zu Beginn freilich unmöglich macht. Die Schläger indes suchten nach der Tat des Weite und konnten bis zum heutigen Tage nicht aufgegriffen werden. Das allerwichtigste an dieser Stelle ist, dass "Toto" wieder vollständig gesundet. "Ich habe die OP gut überstanden und hoffe, dass alles wieder gut wird", lässt Schneider verlauten. "Für mich ist es ärgerlich, weil ich richtig gut drauf war und mich auf den Saisonbeginn gefreut habe. Jetzt kann ich meiner Mannschaft erstmal nicht helfen und das wurmt mich, aber ich hoffe die Jungs schaffen es auch ohne mich", gibt sich Schneider zuversichtlich. Einen Rückkehrer im Trikot der Lok gibt es auch - Vladan Kovanovic läuft nach den Stationen bei den Mad Dogs vom TSV Neuhausen/Filder und dem HC Elbflorenz wieder für die Hazl-Mannen auf. Als Allrounder ist er auf vielen Positionen einsetzbar und speziell in der vergangenen Rückrunde hat er im Dress des HCE sein Potential gezeigt. Und auch das Zusammenwirken der Spielvereinigung zwischen dem ESV Lok Pirna und dem HSV Dresden soll nach und nach weiter Früchte tragen. So werden Martin Dietze zwischen den Pfosten, sowie Lok-Eigengewächs Konstantin Weigelt und Felix Fürstenberg,der beim HSV Dresden das Handball-Ein-Mal-Eins erlernte, erstmals das Drittliga-Parkett der Sonnenstein-Arena betreten.

Alles in allem wird es wieder darauf ankommen, wie schnell die Jungs von Petr Hazl zu der verschworenen Einheit werden, die insbesondere in heimischen Gefilden den Gegnern gezeigt hat, dass die "Hölle-Ost" eine Festung ist. Und dies soll auch ein drittes Mal gegen die Rodgauer "Baggerseepiraten" so sein.
Anwurf in der Pirnaer Sonnenstein-Arena ist am kommenden Samstag 19.30 Uhr.