Spielbericht

Misslungener Punktspielauftakt


Eine derbe Schlappe kassierte die HSV Lok Pirna Dresden gegen die Baggerseepiraten aus Nieder-Roden am ersten Spieltag der fünften Saison der Elbestädter in Deutschlands dritthöchster Spielklasse. Mit einer 26:34-Niederlage und gesenkten Häuptern verließen die Pirnaer Ballwerfer das Parkett der Sonnenstein-Arena.

Im dritten Anlauf konnten die Mannen von Gäste-Trainer Alexander Hauptmann erstmals einen Erfolg auf dem Pirnaer Sonnenstein feiern und die Punkte mit auf die Heimreise nach Rodgau nehmen. Das Team von Petr Hazl indes erwischte einen rabenschwarzen Tag gegen die Hessen, die ihrerseits klar untermalten, dass sie in diesem Jahr zum erweiterten Favoritenkreis auf den Staffelsieg zu zählen sind.

Die sächsischen Eisenbahner verbuchten einen mäßigen Start in die Partie und lagen rasch mit 0:2 im Hintertreffen, ehe Christian Möbius das erste Mal für seine Farben einnetzen konnte (4.). In der Folge entwickelte sich eine muntere Begegnung, welche die Gäste stets anführten. Bis zum 6:7 (ebenfalls durch Christian Möbius) hielten die Hazl-Buben Schritt. Doch spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten die Elbestädter einem Rückstand hinterher laufen, den, um es vorweg zu nehmen, die Pirnaer nicht mehr in der Lage waren zumindest zu egalisieren. Zu viele technische Fehler schlichen sich in den Spielaufbau der Lok und waren für die schnellen Konter der HSG ein gefundenes Fressen. So stand es nach 15 Zeigerumdrehungen 6:10 für die Kaufmann-Schützlinge. Lokführer Petr Hazl musste bereits in Durchgang Eins zwei Mal den grünen Karton auf den Tisch des Kampfgerichts legen, um seine Jungs auf Kurs zu bringen. Doch erst mit Ende der ersten dreißig Minuten schienen seine Worte zu fruchten. Gleich vier verschiedene Torschützen trugen sich in die HSV-Trefferliste ein und schlossen nach einem 10:15-Rückstand auf 14:15 auf. Nach einem weiteren Tor der Hessen blieben den Eisenbahnern noch zwanzig Sekunden Zeit und Jiří Bouček reizte diese bis zur letzten aus um schließlich mit der Pausensirene zum 15:16-Anschlusstreffer einzuwerfen.

Wer jedoch dachte, die Pirnaer bliesen jetzt zur Führung, schien sich im Folgenden Spielverlauf getäuscht, denn die Baggerseepiraten zogen ihre Masche durch und kamen wie schon in der ersten Halbzeit vermehrt zu einfachen Toren. Bis zum 17:18 hielten die Hazl-Buben mit, mussten in der Folge aber mit ansehen, wie die Gäste aus Nieder-Roden ihrerseits Chancen weiterhin eiskalt verwerteten und peu à peu einen Sieben-Tore-Abstand bis Mitte der zweiten Hälfte heraus warfen. Pirna kassierte in dieser Zeit zwei Zeitstrafen und stand gar mit nur vier Spielern auf der Platte. Doch in der "Hölle-Ost" gewinnt man nicht einfach so - Die Elbestädter gaben sich keineswegs auf und spätestens nach der doppelten Hinausstellung für die Gäste der HSG nahmen die Eisenbahner ihr Herz in die Hand und warfen sich mit drei Treffern in Folge wieder in Reichweite (22:26, 48.). Doch die Hypothek des Rückstandes war letztlich zu hoch. Die Rodgauer blieben ihrer Linie treu und nutzen die Schwächen der HSV-Defensive, in der die beiden Abwehrspezialisten Torsten Schneider und Steffan Helbig schmerzlich vermisst wurden. Bei den Baggerseepiraten herrschte stets das selbe Strickmuster und in die Torschützenliste der Kaufmann-Sieben trugen sich zumeist die "üblichen Verdächtigen" ein. Michael Weidinger auf Linksaußen und Timo Kaiser auf Halbrechts verbuchten alleine 21 Treffer. Die Lok-Mannen selbst verstrickten sich zu oft in Einzelaktionen und konnten daher nicht die nötige geballte Torgefahr entfalten, die den Gegner noch hätte ins Wanken bringen können. Die Stärken der Hazl-Sieben stachen gegen die HSG Nieder-Roden nicht und so lag das Momentum diesmal auf Seiten der Baggerseepiraten.

Alles Anrennen nützte am Ende nichts mehr und so musste man nach den ersten sechzig Drittligaminuten der Saison 2014/2015 eine schmerzliche Heimniederlage zum Auftakt einstecken. Wenn man zu keinem Zeitpunkt des Spiels in Führung liegt, dann kann man am Ende ein Spiel nicht gewinnen. Vielleicht ein Satz für das berühmte Phrasenschwein, aber für die Pirnaer Ballwerfer im ersten Punktspiel die harte Realität. "Wir haben gewusst, dass mit Nieder-Roden ein starkes Team auf den Sonnenstein kommt. Wir haben es heute leider nicht geschafft, so dagegen zu halten, um den Gegner am Ende in die Schranken zu weisen. Die Gäste haben verdient die Punkte mit auf die Heimreise genommen", war Petr Hazl nach der Partie gegen die Kaufmann-Schützlinge zerknirscht. Seine Jungs konnten dem Lokführer nachträglich den Geburtstag leider nicht versüßen.

"Die HSG war heute in den entscheidenden Momenten einfach flinker als wir und so konnten wir heute die Punkte leider nicht auf unserer Habenseite verbuchen", gibt auch Geschäftsführer Uwe Heller geknickt zu bekennen. Doch wie so oft gilt Bange machen in Handball-Pirna nicht. Denn am kommenden Sonntag wartet in Groß-Bieberau eine weitere hohe Hürde auf die Elbestädter. Über 1000 Reisekilometer werden die sächsischen Eisenbahner bei dieser Fahrt zurücklegen. Welch knifflige Aufgabe vor den Lok-Mannen liegt, wissen die Dušan Miličević und seine Mannschaftskameraden. Nun gilt es, aus der Niederlage gegen Nieder-Roden die richtigen Schlüsse zu ziehen und es bei der MSG Groß-Biebrau/Modau besser zu machen.

HSV Lok: Weber, Dietze, Möbius (3), Brecko, Havlat (3), Bouček (6), Miličević (5/2), Große (2), Hartmann (1), Danowski (4), Kovanović (2)
Spielfilm: 0:2 (3.), 1:2 (4.), 3:6 (9.), 5:6 (10.), 6:10 (16.), 8:10 (18.), 8:13 (21.), 10:15 (25.), 14:15 (30.), 15:16 (HZ); 15:17 (31.), 17:18 (35.), 18:23 (42.), 19:26 (46.), 22:26 (48.), 23:30 (51.), 24:32 (55.), 25:34 (60.), 26:34