Vorbericht

Lok-Mannen gehen auf Reisen


Vor den Jungs von HSV-Trainer Petr Hazl liegt am kommenden Wochenende nicht nur eine der weitesten Auswärtsfahrten der Saison, sondern auch eine hohe Hürde auf dem Weg zum ersten Erfolgserlebnis in dieser noch jungen Spielzeit. Die HSV Lok Pirna Dresden macht sich am frühen Sonntagmorgen auf den Weg in den Landkreis Darmstadt-Dieburg an den Nordrand des Odenwaldes. Gegner in der Sporthalle Im Wesner ist die MSG Groß-Bieberau/Modau, welche ihren Saisonauftakt mit einem 31:23 in bei den Beavers in Dessau-Roßlau überaus erfolgreich gestalteten konnte und im ersten Spiel vor heimischen Publikum an die gezeigte Leistung anknüpfen möchte.

Mit einem konkreten Saisonziel tut sich Neu-Trainer Ralf Ludwig schwer: "Mit 20,2 Jahren im Durchschnitt ist es das jüngste MSG-Team aller Zeiten; alles was ich hinsichtlich eines Zieles für diese Saison sagen würde, wäre angesichts der jungen Mannschaft reine Spekulation", lässt Ludwig verlauten. In der Tat hat sich bei den Hessen im Vergleich zur letzten Spielzeit einiges verändert. Sowohl vier Spieler, als auch das Trainer-Dou Florian Bauer und Rolf König haben den Verein verlassen. Hinsichtlich neuer Akteure für die aktuelle Saison ist man ein paar Kilometer weiter nord-westlich fündig geworden. Mit Trainer Ralf Ludwig, Co-Trainer Christian Zölls, sowie Lucas Lorenz und Benedikt Seeger kamen beispielsweise gleich vier Neue von der traditionsreichen SG Wallau zur MSG. Insbesondere letztgenannter, der bereits bei der HSG Frankfurt Rhein/Main Zweitligaluft schnupperte, trug sich vergangene Woche für seine Farben gegen den DRHV 06 mit gleich zehn Treffern in die Torschützenliste ein und hatte maßgeblichen Anteil am Auftakterfolg seines Teams. So wird sicherlich auch in dieser Saison damit zu rechnen sein, dass die Südhessen in der Endabrechnung zumindest einen einstelligen Tabellenplatz erreichen werden.

Lokführer Petr Hazl und seine Jungs wollen im zweiten Spiel der Saison freilich Wiedergutmachung für die Auftaktniederlage gegen die Baggerseepiraten betreiben. Das Negativerlebnis aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen war dabei nicht die einzige Herausforderung, der sich Hazl in dieser Trainingswoche gegenüber sah. "Aufgrund unserer verletzungsbedingten Ausfälle mussten wir insbesondere in unserem Abwehrverbund umstellen. Dass da nicht auf Anhieb alles funktioniert ist klar. Aber die Fehler, die uns vergangene Woche gegen Nieder-Roden unterlaufen sind, müssen wir in den Griff bekommen, nur so können wir unsere Chance nutzen", gibt sich Hazl kämpferisch. Legt man allein die nackten Zahlen und Ergebnisse des ersten Spieltages zu Grunde, so ist der Gastgeber aus Hessen der Favorit im vierten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten. Die Elbestädter gewannen nur eines der bis dato drei Duelle - im August 2011 behielt die Lok-Sieben in der ersten Runde des DHB-Pokals die Oberhand und konnte sich anschließend auf den Bundesligisten VfL Gummersbach freuen.
Dass die Eisenbahnern vor eine schwierigen Auswärtsaufgabe stehen, ist den Jungs von Petr Hazl bewusst. Nichtsdestotrotz machen sich die Elbestädter am kommenden Sonntag mit Mut und Selbstvertrauen auf die über 500 Kilometer lange Reise, um ihren Gegner die Suppe zu versalzen und sich selbst das erste Erfolgserlebnis der Saison zu bescheren.

Auf geht´s Lok, mit Volldampf voraus!