Spielbericht

Kein Erfolgserlebnis in der Fremde
MSG Groß-Bieberau/Modau - HSV Lok Pirna Dresden 31 : 22 ( 13 : 12 )


Nach über 1000 Fahrtkilometern und den ersten 60 Auswärtsminuten der noch jungen Saison konnte das Team von Petr Hazl kein Erfolgserlebnis verbuchen und musste sich im südhessischen Groß-Bieberau mit 22:31 (12:13) geschlagen geben.
Doch das am Ende sehr deutliche Ergebnis täuscht über die eigentliche Leistung der Elbestädter, insbesondere in der ersten Spielhälfte, hinweg. Da nämlich boten die Hazl-Buben, die im Duell gegen die MSG auf Jiří Havlat und auf die immer noch verletzten Torsten Schneider und Steffan Helbig verzichten mussten, eine mehr als ansprechende Leistung. Es schien, als hätte es Lokführer Petr Hazl geschafft, das Negativerlebnis der Vorwoche aus den Köpfen seiner Spieler zu bekommen, denn sein Team kam nach einem 1:3-Rückstand in Minute fünf kontinuierlich in die Partie und drehte den Spieß mit drei Toren am Stück herum. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch der beiden Kontrahenten. Pirna verbuchte beim Stand von 5:4 durch einen Treffer von Kreisläufer Martin Danowski die nächste Führung, ehe die Mannschaft von MSG-Trainer Ralf Ludwig mit zwei Toren hintereinander nachlegte. Nach einem Team-Timeout der Hessen in Spielminute Neunzehn warf Lucas Lorenz anschließend zur erneuten Zwei-Tore-Führung ein, welche Jiří Bouček und Vladan Kovanovic noch vor der Halbzeitsirene egalisieren konnten. Da jedoch auch Nils Arnold für seine Farben vor dem Pausenpfiff erfolgreich war, wurden die Seiten mit einer knappen 13:12-Führung für den Gastgeber gewechselt.

"Wir hatten da schon die Möglichkeit gehabt, den ein oder anderen Treffer mehr zu erzielen und vielleicht eine höhere Führung herauszuwerfen", konstatierte Geschäftsführer Uwe Heller, der ob der eindeutigen Leistungssteigerung gegenüber der Partie in der Vorwoche mit Lob nicht hinterm Zaun hielt. "Da haben wir speziell in der Abwehr zugelegt und gegenüber der geballten MSG-Angriffskraft wenig zugelassen."

Doch im zweiten Spielabschnitt brachten sich die Sächsischen Eisenbahner selber um den verdienten Lohn ihres engagierten und mutigen Auftritts in der mit 500 Zuschauern gut gefüllten Großsporthalle in Groß-Bieberau. "Wenn du hier gewinnen willst, dann muss von A bis Z natürlich alles stimmen", betonte Trainer Petr Hazl nach der Partie. "Da hat sich bei uns im Spiel nach vorn in Situationen, die wir einfach hätten anders lösen müssen, zu oft der Fehlerteufel eingeschlichen und eine Team wie Groß-Bieberau/Modau hat dies dann eiskalt ausgenutzt." Nach dem umjubelten 13:13-Ausgleichstreffer durch den sechsfachen Torschützen Vladan Kovanovic entglitt den Elbestädtern die Partie. Bis zur Mitte der zweiten Spielhälfte gelang der Lok-Sieben nur noch vier weitere Treffer, während die Gastgeber die Harzkugel mehr als doppelt so oft im Pirnaer Gehäuse unterbringen konnten. So schwammen den Sachsen allmählich die Felle davon, als die Anzeigetafel nach 45 Zeigerumdrehungen ein 17:23-Rückstand vermerkte. Der Kräfteverschleiß und der angewachsene Rückstand forderten ihre Tribut und so war es den Schützlingen von Petr Hazl am Ende nicht mehr vergönnt sich für die Leistung in der ersten Spielhälfte zu belohnen und die Partie noch einmal positiv zu beeinflussen. Letztlich behielt die MSG Groß-Bieberau mit einem 22:31 zu deutlich die Oberhand und die Eisenbahner mussten sich ohne ein Erfolgserlebnis im Gepäck auf die über 500 Kilometer lange Rückreise begeben. "Die Jungs haben bewiesen, dass sie es können. Gerade nach dem Misserfolg gegen die Baggerseepiraten am vergangenen Wochenende haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Wirklich schade ist nur, dass wir uns dafür selber nicht belohnen konnten", fasste Uwe Heller die Partie zusammen.

Insbesondere die eindrucksvolle Leistung der ersten Hälfte gilt es für Christian Möbius und seine Mannschaftskameraden mit in die kommende Woche und in die Partie gegen den Nachbarn HC Elbflorenz zu nehmen. "Unser Start in die Saison verlief nicht optimal", konstatierte Heller den holprigen Auftakt. Aus dem Tritt bringen lassen wollen sich die HSV-Ballwerfer jedoch nicht. Ein Erfolgserlebnis im Derby gegen den favorisierten HCE am kommenden Wochenende wäre da natürlich Balsam für die Pirnaer Handballseele. Mit der "Hölle-Ost" im Rücken hoffen die Verantwortlichen der Eisenbahner freilich auf einen Derby-Sieg. Heller selbst will die üblichen Phrasen im Hinblick auf die eigenen Gesetze solcher Begegnungen nicht überstrapazieren und ist vielmehr ob der Leistungssteigerung der Hazl-Buben optimistisch, gerade gegen den HCE ein Achtungszeichen zu setzen.

HSV Lok: Weber, Dietze, Möbius (1), Brecko, Bouček (6), Miličević (3/1), Große (1), Hartmann, Danowski (5), Kovanović (6), Weigelt
Spielfilm: 1:0 (1.), 3:1 (5.), 3:4 (9.), 4:5 (11.), 6:5 (12.), 8:8 (16.), 10:8 (20.), 12:10 (25.), 12:12 (27.), 13:12 (28.), 13:12 (HZ), 13:13 (33.), 17:13 (36.), 13:15 (38.), 22:15 (44.), 24:18 (47.), 26:20 (51.), 30:20 (57.), 31:22