Spielbericht

Derby-Punkte schwimmen elbabwärts


In Pirna schlägt das Handballherz - mit einem 15 Meter langen Transparent und unzähligen großen roten Herzen begrüßten die Lok-Fans ihr Team zum Drittliga-Derby auf dem Sonnenstein und bekannten bereits vor dem Anpfiff Farbe. Eine tolle Kulisse bot einen würdigen Rahmen für das Aufeinandertreffen der beiden Elbestädter, welches das Team aus der sächsischen Landeshauptstadt am Ende zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Mit 25:31 mussten sich die Hazl Mannen geschlagen geben und konnten leider nicht die ersehnten Derby-Zähler auf ihrem Pluspunkte-Konto verbuchen. Die Pirnaer Ballwerfer begannen nervös und kamen nicht so in die Partie, wie sie es sich vorgenommen hatten. Nach knapp mehr als drei Zeigerumdrehungen musste Lok-Keeper Nick Weber, der an diesem Abend eine gute Partie im HSV-Kasten ablieferte, die Harzkugel bereits zum dritten Mal aus den Maschen holen. Im Angriff versuchten die Hazl-Mannen über den starken HC-Mittelblock zum Abschluss zu kommen und scheiterten ein ums andere Mal. Fünf Minuten dauerte es ehe auch die Lok mit dem Tore werfen Erfolg hatte. Rechtsaußen Philipp Große trug sich an dieser Stelle zum ersten Mal in die Trefferliste ein (1:3). Bis zum 3:6-Zwischenstand durch Matthias Rudow lief die Hazl-Sieben einem Drei-Tore-Rückstand hinterher. Dann besannen sich aber auch die sächsischen Eisenbahner auf ihre Stärken und legten fortan ein paar Kohlen auf. Mit vier Treffern in Serie brachten sich die Gastgeber wieder in Front und hatten in der Folge gar die Möglichkeiten sich ein kleineres Tore-Plus zu herauszuwerfen. Die HSV spielte sich die Treffer super heraus und konnte von jeder Position erfolgreich vollenden. Der Kessel der Lok stand nunmehr unter Dampf und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch der beiden Derby-Konkurrenten.

Bis fünf Minuten vor der Halbzeitsirene war es ein Spiel auf Messers Schneide. Mal führten die Lok-Buben, mal verbuchte die Pysall-Sieben einen hauchdünnen Vorsprung. Nach dem 13:15 durch Lars Bastian war es wieder Philipp Große, der das Spielgerät eine Sekunde vor dem Pausentee in den HC-Maschen versenken konnte (14:15). Mit ersten Treffer des zweiten Durchgangs durch Rückkehrer Vladan Kovanovic jedoch riss allmählich der Pirnaer Spielfaden und die Mannen von Lokführer Petr Hazl konnten acht Minuten lang keinen einzigen Ball mehr im Gehäuse von HC-Torhüter Timo Meinl unterbringen. Die Gäste aus der Landeshauptstadt nutzten die Fehler, die sich ins Lok-Spiel einschlichen, ihrerseits eiskalt aus und zogen mit vier Toren in Folge auf 15:20 davon. Dabei war es der Schwede Gabriel de Santis, der in dieser Phase selbst drei Mal ins Schwarze traf und zum einen von der Eisenbahner-Defensive nicht so richtig in den Griff zu bekommen und andererseits mit seinen neun geworfenen Toren bester Schütze seines Teams war. Die schwindende Kraft der Lok-Akteure forderte ihren Tribut, an ein Aufgeben aber war nie und nimmer zu denken. Die Hazl-Mannen ließen anschließend den Vorsprung des HC Elbflorenz nicht weiter anwachsen, verbuchten aber in den eigenen Reihen die entscheidenden einfachen Fehler, die eine Aufholjagd jäh stoppten. Zum Leidwesen der Lok-Akteure verteilten die beiden Unparteiischen ihre Entscheidungen nicht unbedingt verhältnismäßig. Die Gelegenheiten, eigene Tore zu werfen vergaben die in rot gekleideten Pirnaer jedoch selbst und konnten sich in den verbleibenden letzten zehn Minuten nicht mehr in Schlagdistanz bringen. Auch Steffan Helbig, der nach seiner Verletzung erstmals wieder das Parkett betrat und seinen Jungs unbedingt helfen wollte, war es nicht vergönn, noch einmal Akzente setzen zu können, um das Lok-Team wieder in Reichweite zu bringen. Selbst als die HSV-Mannen noch einmal einen Zwischenspurt einlegten, war es zu spät für eine positive Ergebniskorrektur. Zu groß war die Hypothek des bis zu diesem Zeitpunkt angewachsenen Vorsprungs der Gäste. Trotz der fortwährenden und lautstarken Unterstützung in der "Hölle-Ost" war die Partie zu Gunsten der Landeshauptstädter gelaufen und so klappte es für den HC Elbflorenz im dritten Anlauf erstmals die beiden Derby-Punkte mit elbabwärts nehmen zu können. "Am Ende haben die Gäste zu hoch, aber verdient gewonnen", resümierte Torsten "Toto" Schneider das stimmungsvolle Drittliga-Derby, bei dem er wohl auch gern hätte selber mit eingreifen wollen. "Dass wir guten Handball spielen können, ich glaube, das hat jeder in Halbzeit eins gesehen", verkündet Lok-Trainer Hazl zur anschließenden Pressekonferenz. Natürlich sind die Pirnaer Ballwerfer enttäuscht das Derby und damit in der Summe die ersten drei Partien nicht gewonnen zu haben. Doch in Pirna weiß man diese Spiele und die aktuelle Situation richtig einzuordnen und muss deshalb nicht in Panik verfallen. Sicherlich ist der Lok kein glücklicher Saisonstart gelungen. "Unser Ziel war von Anfang an der Klassenerhalt und dass man diesen nicht geschenkt bekommt ist doch klar", erklärt Geschäftsführer Uwe Heller. "Die Jungs rackern jeden Tag hart und ich hoffe, dass sie sich endlich dafür belohnen können." Einsatz, Wille, Motivation und Leidenschaft - alles das stimmt im Lok-Team und dies wird auch vom Pirnaer Publikum honoriert.
Es ist ein Erfolgserlebnis, was den Lok-Mannen fehlt. Vielleicht können die Jungs um Jiří Bouček und Co. schon kommendes Wochenende den Bock bei der Bundesliga-Reserve der Recken in Hannover Burgdorf umstoßen...

HSV LOK: Weber, Dietze, Möbius (1), Brecko (1), Havlat (1), Bouček (4), Miličević (6/2), Helbig, Große (4), Danowski (2), Kovanovic (6)
Spielfilm: 0:3 (4.), 1:3 (6.), 3:6 (8.), 7:6 (13.), 8:8 (15.), 9:10 (20.), 11:10 (22.), 12:12 (26.), 12:14 (28.), 14:15 (HZ); 14:16 (31.), 15:16 (32.), 15:20 (39.), 17:22 (47.), 19:24 (51.), 20:25 (52.), 21:29 (56.), 24:29 (58.), 25:31