Spielbericht

Die Lok bleibt weiter sieglos
HSV Lok Pirna Dresden - SV Anhalt Bernburg 30 : 32 ( 14 : 16 )


Es will einfach nicht gelingen. Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden bleibt auch nach dem achten Saisonspiel ohne doppelten Punkterfolg. Trotz Kampfgeist und Moral kassierten die Elbestädter im Derby gegen das Team aus Sachsen-Anhalt eine 30:32-Niederlage und rangieren nach dieser vermeidbaren Pleite weiterhin im Tabellenkeller.

Die Chronologie des Spiels ist rasch erzählt und findet im Statement von Lok-Akteur Steffan Helbig seine Bestätigung: "Wir machen es uns selber schwer. Wir machen die Fehler und der Gegner die Tore. Das ist für das Selbstvertrauen, was wir uns für die vier nun aufeinander folgenden Auswärtspartien holen wollten nicht gerade förderlich gewesen", ist Helbig enttäuscht vom Ausgang der Partie. Und in der Tat war es diesmal so, dass die Bernburger keinesfalls unschlagbar waren. Doch die eigenen Fehler, welche die Lok-Mannen insbesondere im Spielaufbau verbuchten, machten jeden Versuch, die Partie zu eigenen Gunsten drehen zu wollen zu Nichte. Die Pirnaer Ballwerfer schafften es über die gesamte Spieldauer nur drei Mal mit ihrem Kontrahenten gleich zu ziehen. Die Geschicke jedoch lagen nicht allein in den Händen der Gäste. Der SV Anhalt verbuchte auf der Habenseite viel zu oft Treffer durch Tempogegenstöße, bei denen sich die Bernburger Abwehr nicht unbedingt durch akribische und resolute Arbeit die Bälle erkämpfte. Vielmehr waren es die Ballverluste der Pirnaer durch technische Unzulänglichkeiten und Abspielfehler, die den HSV-Buben in beiden Spielhälften das Genick brachen. "Auf der einen Seite schaffen wir es in den Phasen, in denen wir unbedingt erfolgreich sein müssen nicht, unsere Tore zu machen. Und wenn wir fast aussichtlos zurück liegen, dann treffen wir aus den unmöglichsten Situationen", hadert Lokführer Petr Hazl mit der Inkonstanz seines Teams. Lagen die Elbestädter zurück, so konnten sie sich zwar stets in Schlagdistanz werfen, doch standen sich Jiri Boucek und seine Mannen zu oft selbst im Weg, um am Ende aufs richtige Gleis einzubiegen. Auch der tschechische Spielmacher hat bislang noch nicht sein Leistungspotential im Lok-Spielaufbau abrufen können und konnte seiner Mannschaft nur mit Einzelaktionen helfen. Doch dies half letztlich nicht, gegen eine Bernburger Mannschaft, die in jedem Falle schlagbar gewesen ist.

Ein positives Fazit aus allen bisherigen Partien ist sicherlich, dass die Pirnaer im Vergleich zur vorherigen Spielzeit nicht mehr so ausrechenbar sind und regelmäßig ihre Tore machen. Im Schnitt waren es bis dato 28 Treffer je Spiel. Doch was nützt alleine dies, wenn am Ende zumeist der Gegner immer noch einen Treffer mehr auf seinem Pluskonto verbucht? Zahlenspiele, die die aktuelle Situation der Elbestädter tabellarisch widerspiegeln. Da nämlich hat sich das HSV-Eichhörnchen bislang recht mühsam ernährt. "Insbesondere aus den vier Heimspielen in Folge wollten wir uns, obwohl die Gegner freilich keine Laufkundschaft waren, Erfolge, Selbstvertrauen und Punkte sammeln, um uns eine gute Ausgangsposition für die kommenden vier schweren Auswärtshürden zu erarbeiten", konstatierte auch Geschäftsführer Uwe Heller die erste Phase der Saison. Punkte, davon stehen bis dato gerade einmal zwei auf der Habenseite der Eisenbahner.

Der Mensch wächst bekanntermaßen an seinen Aufgaben - Und genau wie in der vergangenen Spielzeit hat sich das Team von Petr Hazl mit dem Rücken zur Wand selbst aus dem Abstiegsschlammassel herausgezogen. Wenn es diesbezüglich Parallelen zur letzten Spielzeit gäbe, wäre es sicherlich im Sinne aller, die es mit dem Elbestädtern halten. Unübersehbar zur Zeit ist, dass die Lok-Buben gegenwärtig selbst über Gedeih und Verderb einer Partie entscheiden. Vielleicht wird gerade eben deswegen auch einmal auswärts der ominöse Bock umgestoßen. Dazu jedenfalls haben die sächsischen Eisenbahner nun vier Mal in Folge die Gelegenheit. Am kommenden Samstag reist die Hazl-Sieben zu den NES-Bulls aus Bad Neustadt, anschließend zum Sachsen-Derby nach Leipzig bevor es an den Rand des Odenwaldes nach Kirchzell geht. Danach gibt es das nächste Ost-Derby in Bad Blankenburg, bevor die Elbestädter erstmals Ende November 2014 wieder das Parkett der Sonnenstein-Arena zum nächsten Heimspiel betreten. "Heute haben eigentlich alle für uns gespielt, Bad Blankenburg, Leipzig und Northeim haben verloren, da hätte uns in vielerlei Hinsicht ein Erfolgserlebnis gut getan", resümierte ein sichtlich geknickter Torsten Schneider die sechzig Minuten in der "Hölle-Ost".

Für das Selbstvertrauen - für das Punktekonto: Ein Erfolg für die Pirnaer Ballwerfer muss her.

HSV LOK: Weber, Möbius (2), Brecko (4), Havlat, Bouček (4), Helbig, Miličević, Große (6/4), Schneider (5), Danowski (2), Kovanovic (7)
Spielfilm: 0:2 (3.), 4:4 (9.), 4:7 (12.), 6:10 (15.), 8:10 (17.), 11:11 (24.), 13:13 (27.), 14:16 (HZ); 14:18 (33.), 16:21 (40.), 18:21 (41.), 20:25 (45.), 21:27 (49.), 26:29 (55.), 28:31 (58.), 30:32