Spielbericht

Lok unterliegt hauchdünn in Unterfranken
HSC Bad Neustadt - HSV Lok Pirna Dresden 25 : 24 ( 15 : 11 )


Herzschlagfinale in Bad Neustadt - doch leider zogen die Elbestädter gegen die NES-Bulls nach 60 packenden Handballminuten mit nur einem einzigen Tor den Kürzeren. Mit 25:24 mussten sich die tapferen Eisenbahner am Ende hauchdünn geschlagen geben und konnten abermals kein Erfolgserlebnis feiern.

Dabei sah es von Beginn an gut aus für das Team von Lokführer Petr Hazl. Nach fünf gespielten Minuten und einer 3:1-Führung der Gastgeber drückten die HSV-Mannen aufs Gaspedal, warfen sich mit drei Toren in Folge zur Führung und waren fortan mitten in der Partie. Die Eisenbahner drückten dem Spiel merklich den Stempel auf und blieben bis Mitte der ersten Hälfte in Führung (8:9, 19.). Zwischen den beiden Kontrahenten, die sich bereits in der Regionalliga-Süd und in der Dritten Liga-Ost schon des Öfteren heiße Duelle lieferten, entwickelte sich bis zum Spielstand von 11:11 nach 26 Zeigerumdrehungen ein offener Schlagabtausch. Doch in den letzten vier Minuten des ersten Durchgangs brachten die Hazl-Buben sich selbst wieder in die Bredouille. Die in den vergangenen Partien so oft erwähnten technischen Fehler schlichen sich auch diesmal wieder ins Angriffsspiel der Sachsen ein und brachten Ballverluste, die in der Folge durch HSC-Akteur Vilim Leskovec und den auf Gastgeberseite am Ende erfolgreichsten Torschützen Jan Wicklein eiskalt ausgenutzt wurden. So schallte die Halbzeit-Sirene nach vier Neustädter Treffern in Serie beim 15:11-Halbzeitstand.

Dieses Negativerlebnis steckte den Jungs von Petr Hazl wohl auch kurz nach Wiederanpfiff in den Köpfen - beim 18:12 für die Bulls aus Bad Neustadt zog der Lok-Trainer mit der grünen Karte auf dem Tisch des Schiedsgerichtes die einzige Option in dieser Phase des Spiels. Es war die Notbremse, welche die sächsischen Eisenbahner vor Schlimmerem bewahrte. Hazl schien in dieser Auszeit die richtigen Worte für sein Team gefunden zu haben und brachte seine Mannen wieder auf Kurs. Sechs Tore im Hintertreffen - aber ausreichend Zeit, mit Kampf, Wille und Leidenschaft eine verloren geglaubte Partie noch zu drehen. Die Pirnaer Ballwerfer nahmen ihr Schicksal nun selbst in die Hand und legten im Anschluss ordentlich Kohlen ins Feuer. Völlig entfesselt arbeiteten die HSV-Akteure nun am richtigen Ausgang der Partie und warfen sich binnen elf Minuten aus einem 18:12-Rückstand beim 20:19 wieder in Schlagdistanz. Insbesondere Abwehrrecke Torsten Schneider und der wieder genesene Lok-Torjäger Dušan Miličević brachten ihre Farben auf Tuchfühlung zu ihrem Kontrahenten aus Unterfranken. Auch HSV-Keeper Nick Weber war mit seinen Paraden der notwendige Rückhalt für sein Team und ebenfalls Garant für die Aufholjagd der Sachsen. Die Unsicherheit der Bulls war nun merklich zu vernehmen, doch auch der HSC wartete in Persona von Jan Wicklein und Harald Feuchtmann und zwei HSC-Treffern auf (22:19, 49.). Der Drei-Tore-Vorsprung der Gastgeber hielt bis fünf Minuten vor Ultimo und man sollte meinen, dass die Mannschaft von Bulls-Spielertrainer Margots Valkovskis diese Führung bis über die Ziellinie bringen würde. Doch die Rechnung hatten die Neustädter ohne "Toto" Schneider und Dušan Milićevič gemacht. Die beiden erfolgreichsten Werfer des Lok-Teams versenkten die Harzkugel noch drei Mal in den HSC-Maschen und warfen sich beim Stand von 25:24 abermals auf ein Tor an die Gastgeber heran. Bad Neustadt spürte kurz vor der Schluss-Sirene den Atem ihres Kontrahenten - diese Verunsicherung brachte die Elbestädter dreißig Sekunden vor Ende noch einmal in Ballbesitz. Die Möglichkeit war nun da für das erste Erfolgserlebnis auf fremdem Parkett seit dem Auswärtssieg in Münden in der vergangenen Spielzeit. Doch am Ende sollte es für die aufopferungsvollen kämpfenden Lok-Buben nicht mehr reichen - der letzte Angriff der Partie brachte nichts Zählbares für die Elbestädter ein und die Pirnaer Ballwerfer mussten schlussendlich hauchdünn geschlagen geben. Die Enttäuschung über den Ausgang der Partie war groß. Es hätte ein guter Auftakt für die Serie von vier aufeinander folgenden Auswärtsspielen sein können, doch leider zogen die Schützlinge von Petr Hazl mit einem einzigen Tor den Kürzeren.

Lok-Geschäftsführer Uwe Heller wusste sich nach dem Schlusspfiff mit seiner Gefühlslage auch keinen richtigen Rat: "Wie das Team im Angesicht der sicheren Niederlage heute selbst den Kopf aus der Schlinge gezogen hat war beachtlich. Doch egal, ob Lob für das Kämpferherz der Jungs oder Tadel, weil wir uns kurz vor und nach der Halbzeitpause selbst in Schwierigkeiten gebracht haben - Am Ende zählen leider die nackten Zahlen, und an Toren haben wir heute für einen Erfolg leider eins zu wenig geworfen." Irgendwann muss der Bann doch einmal gebrochen sein für die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden - Auch in der Bürgermeister-Goebels-Halle in Bad Neustadt waren die Lok-Mannen dicht dran an einem Erfolg. Nun soll es am kommenden Sonntag bei den ebenfalls in der Kellerregion der Dritten Liga-Ost hängenden SG LVB Leipzig endlich klappen mit dem ersehnten Erfolg und der doppelter Punktausbeute.

HSV LOK: Weber, Möbius (2), Brecko, Bouček (4), Helbig, Große (1), Schneider (7), Danowski (1), Kovanovic, Milićevič (9/6), Weigelt, Helbig, Hartmann

Spielfilm: 3:1 (5.), 3:4 (9.), 5:6 (12.), 8:9 (19.), 10:9 (23.), 11:11 (27.), 15:11 (HZ); 16:12 (34.), 18:12 (36.), 18:14 (38.), 20:14 (39.), 20:19 (47.), 22:19 (49.), 24:21 (55.), 24:23 (58.), 25:24