Spielbericht

Keine Überraschung in Kirchzell
Lok unterliegt dem TVK mit 27:22


Auch Saisonspiel Nummer elf sollte nicht das jenige sein, welches der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden den ersten doppelten Punkterfolg auf dem Habenkonto bescheren sollte. In der Parzival-Sporthalle im unterfränkischen Amorbach unterlagen die Jungs von Lokführer Petr Hazl letztlich mit 27:22 und bleiben damit weiterhin im Tabellenkeller der Dritten Liga-Ost hängen. Doch auch wenn die Lok-Buben in den äußersten Nordwesten Bayerns mit gedämpften Erwartungen aufgebrochen sind- am Ende war gegen das Team von Trainer Gottfried Kunz sogar mehr drin.

Der TVK, welcher in den letzten beiden Partien gegen Elbflorenz und Burgdorf II jeweils ebenso kein Erfolgserlebnis feiern konnte, lag von Anbeginn in Führung. Die Elbestädter ihrerseits jedoch ließen sich davon nicht beeindrucken und brachten sich stets in Schlagdistanz zu ihrem Kontrahenten (8:6, 17., 9:7, 20.). Selbst nachdem die Kunz-Sieben eine Unterzahlsituation der Eisenbahner zu ihren Gunsten ausnutzen konnten und sich mit vier Treffern in Front warfen (11:7, 24.), ließen die Elbestädter nicht locker und schlossen durch ein Doppelpack von Kreisläufer Martin Danowski wieder auf (11:9, 29.). Vor der Pausensirene konnte jedoch auch der TVK die Harzkugel noch einmal im Pirnaer Kasten versenken, so dass mit einem 12:9 die Seiten gewechselt wurden.

Auch nach dem Kabinengang und einem erneuten Vier-Tore-Vorsprung für den TV Kirchzell - Jiří Bouček und Vladan Kovanovic brachten ihre Farben wieder auf Tuchfühlung zum Tabellen-Achten (13:11, 34.) Die Eisenbahner spielten bis dahin einen beherzten Handball, setzten die Anweisungen des Lokführers Petr Hazl auf dem Parkett um, packten insbesondere in der Abwehr herzhaft zu und auch Nick Weber im HSV-Kasten trug seinen Anteil mit tollen Paraden bei. Das Manko in dieser Partie sollte für die Eisenbahner jedoch wieder einmal die Verwertung ihrer Einwurfmöglichkeiten sein. Diese blieben im folgenden Spielverlauf zu oft ungenutzt und es war wie so häufig in der Vergangenheit- der Gegner war es, welcher hieraus Kapital schlug. Kirchzell nutzte diese Phase und setzte sich nach 42 Zeigerumdrehungen mit sieben Toren ab (20:13). Die Vorentscheidung war gefallen - und so sehr sich die Hazl-Schützlinge der drohenden Niederlage mit Kampf und Leidenschaft auch erwehrten - abwenden konnten sie diese bis zum Schlusspfiff leider nicht mehr. Mit der insgesamt neunten Niederlage treten die Pirnaer Ballwerfer weiter auf der Stelle und kommen aus dem Keller der Tabelle einfach nicht heraus.

Den Elbestädtern steht nun ein wettkampffreies Wochenende bevor. "Uns bleibt jetzt die Möglichkeit, Kraft zu tanken, die vergangenen Spiele intensiv zu analysieren und uns auf die ganz heiße Endphase der Hinrunde zu konzentrieren", gibt Geschäftsführer Uwe Heller die Marschroute vor. "Es gibt Spiele, da haben wir uns um den Lohn unserer Arbeit gebracht und es gab Partien, in denen wir die Füße nicht so richtig aufs Parkett bekommen haben. Alles in allem ist die Punktausbeute bis dato zu mager und wir wissen, dass da einiges mehr drin war. Das bringt uns jetzt freilich unter Zugzwang", resümiert Heller den bisherigen Saisonverlauf. Nach dem spielfreien Wochenende stehen für die Jungs von Petr Hazl vier ganz wichtige Aufgaben auf dem Programm. Ein längst fälliger Erfolg wäre da natürlich Balsam für die strapazierte Pirnaer Handball-Seele und ein Fingerzeig für den Rest der noch verbleibenden Vorrunde. Denn mit den Partien in Bad Blankenburg, zu Hause gegen die HG Köthen und den Dessau-Rosslauer HV sowie anschließend beim Northeimer HC steht die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden vor vier Herausforderungen, die sowohl dem Pluspunktekonto, als auch dem Selbstvertrauen der Elbestädter endlich den nötigen Schub geben sollen.

HSV LOK: Weber, Möbius, Brecko, Havlat (1), Bouček (5), Miličević (1), Helbig, Große (4/3), Schneider (4), Danowski (6), Kovanovic (1)
Spielfilm: 1:0 (2.), 3:2 (6.), 5:3 (9.), 8:4 (13.), 8:6 (17.), 9:7 (21.), 11:7 (24.), 11:9 (29.), 12:9 (HZ); 13:9 (32.), 13:11 (34.), 16:12 (38.), 18:12 (40.), 20:13 (43.), 23:15 (46.), 25:20 (54.), 27:20 (55.), 27:22