Spielbericht

Derbe Niederlage im Kellerduell
HSV Bad Blankenburg - HSV Lok Pirna Dresden 40 : 26 ( 19 : 16 )


Gesenkt hingen die Köpfe der Pirnaer Ballwerfer nach der Partie gegen den HSV Bad Blankenburg. In sechzig bitteren Handballminuten kamen die Elbestädter arg unter die Räder und verloren die Partie gegen den Tabellennachbarn am Ende klar und deutlich mit 40:26 (19:16). Als klebte den sächsischen Eisenbahnern ob des bisherigen Saisonverlaufs nicht schon ohnehin das Pech an den Händen, musste Lokführer Petr Hazl verletztungs- beziehungsweise krankheitsbedingt auf Torhüter Nick Weber und Abwehrrecke Steffan Helbig verzichten. Für Weber rückten Tyll Schmidtke und Christian Heide zwischen die Pfosten des HSV-Gehäuses.

Der Druck, das Kellerduell für sich zu entscheiden, lag nicht unbedingt bei den Hazl-Buben. Allerdings hatten sich Torsten Schneider und seine Mannschaftskameraden auch im Hinblick auf die bisherige Punktausbeute ihres Kontrahenten etwas Zählbares ausgerechnet. Doch der Start in das Duell der beiden Kellerkinder konnte schlechter nicht sein, lagen die Elbestädter nach gerade einmal knapp über zwölf Minuten bereits mit 11:4 im Hintertreffen. Es war der Zeitpunkt da Petr Hazl schon zum zweiten Mal den grünen Karton auf den Tisch des Schiedsgerichtes legen musste, um seine Schützlinge wachzurütteln. Und so langsam, aber sicher kamen nun auch die Eisenbahner in der Partie an und pirschten sich peu à peu an die Kurstädter heran. Die Umstellung im Lok-Deckungsverbund trug nun erste Früchte. Dass jedoch der Sieben-Tore-Rückstand nicht bis zur Pausensirene egalisiert werden konnte, war wie so oft der mangelnden Chancenverwertung geschuldet. Die Möglichkeiten waren da, sich für den zweiten Durchgang besser in Stellung zu bringen, blieben aber in den wichtigen Situationen ungenutzt. So nahmen die Gastgber letztlich einen Vorsprung von drei Treffern mit in die Kabine (19:16).

Der Beginn des zweiten Spielabschnittes war ein Spiegelbild der Anfangsphase des ersten Durchgangs. Die Hausherren nutzten die sich ihnen gebotenen Möglichkeiten zu Torerfolgen, während die sächsischen Eisenbahner eigene Einschussmöglichkeiten vergaben. Auch auf die Deckungsvariante mit Vladan Kovanovic auf der Spitze hatten sich die Kurstädter nun besser eingestellt. Und so nahm das Unheil seinen Lauf. Nach knapp sieben gespielten Minuten in Halbzeit zwei musste Hazl abermals die Handbremse ziehen. Bis dahin hatten insbesondere die beiden Halben der Gastgeber Paul Weyhrauch und Elvijs Borodovskis, die zusammen mehr als die Hälfte der Blankenburger Treffer erzielten, den Vorsprung wieder auf sieben Tore anwachsen lassen. Doch noch einmal sollte es den Pirnaern nicht gelingen zu ihrem Kontrahenten aufzuschließen. In der Folge entwickelte sich bittererweise eine einseitige Angelegenheit, in der die Blankenburger die technischen Fehler und vergebenen Chancen der Sachsen gnadenlos ausnutzen, um selbst zu einfachen Torerfolgen zu gelangen. Bis zu 53. Minute hatten die Lok-Mannen lediglich fünf Mal einen Torerfolg bejubeln können. Den Pirnaern drückte jedoch nicht nur im Angriff der Schuh. Die Abwehr der sächsischen Eisenbahner stellte ihren Gegner nicht vor unlösbare Aufgaben und so hatten auch Tyll Schmidtke und Christian Heide, die ihre Sache gut machten, am Ende keine Möglichkeit mehr sich auszuzeichnen. Alle Versuche, die höchste Saisonniederlage noch abzuwenden waren nunmehr im Keim erstickt. Alles Aufbäumen nutze bis zum Ende nichts und so stand nach sechzig Zeigerumdrehungen eine genauso ernüchternde wie niederschmetternde 40:26-Niederlage auf der Anzeigetafel der Bad Blankenburger Guts-Muths-Sporthalle.

"Insgesamt haben wir es unserem Gegner heute viel zu einfach gemacht, Tore zu werfen und die beiden Punkte hier zu behalten", konstatierte ein enttäuschter Vladan Kovanovic das Geschehen auf der Platte. Den Kampf und den unbedingten Willen, etwas Zählbares zu erreichen, konnte man den Lok-Buben weder in dieser, noch in den vergangenen Partien abstreitig machen. Doch im Wissen um den bisherigen Saisonverlauf und den verzweifelten Versuch, etwas Positives zu erreichen, so schien es, verkrampften die Bemühungen der Elbestädter auf einen besseren Ausgang der Partie. Und so wird es nun schwerer denn je, nach dem Strohhalm zu greifen, der den unermüdlich rackernden Jungs von Petr Hazl endlich einmal das so bitternötige Erfolgserlebnis beschert.

Auch wenn im Augenblick nicht viel für das Lok-Team spricht, insbesondere nach einem Auswärtsmarathon von vier Spielen in Folge ohne Punktausbeute - auch in der kommenden Partie gegen die HG 85 Köthen gibt es wieder Punkte zu vergeben, und diese sollen möglichst voll und ganz auf das Habenkonto der Pirnaer Ballwerfer wandern.

HSV LOK: Schmidtke, Heide, Möbius (3), Brecko, Havlat, Bouček (1), Miličević (7/5), Große (4), Schneider (3), Danowski (5), Kovanovic (3)
Spielfilm: 1:0 (3.), 7:2 (9.), 11:4 (13.), 13:6 (16.), 14:11 (22.), 17:12 (25.), 19:16 (HZ); 20:16 (31.), 23:17 (35.), 27:18 (40.), 30:20 (45.), 36:21 (53.), 38:24 (58.), 40:26