Spielbericht

Schmerzliche Niederlage in Niedersachsen
Northeimer HC - HSV Lok Pirna Dresden 28:26 (11:12)


28:26 - Es scheint das Ergebnis der letzten Wochen für die Ballwerfer der Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden zu sein. Doch leider heimsten sich im Kellerduell gegen den Northeimer HC diesmal nicht die Elbestädter die beiden wichtigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt ein. Gegen den Aufsteiger aus dem Süden Niedersachsens jedoch verloren die die Hazl-Buben nicht nur zwei wichtige Zähler, sondern auch zwei wichtige Spieler. Es war eine Partie, in der es die beiden Unparteiischen frühzeitig vergaßen, mit Bedacht auf die Gangart des Gegners Einfluss zu nehmen. Der ohnehin schon vom Verletzungspech geplagte Kader der sächsischen Eisenbahner wurde durch zwei harsche Aktionen des Gegners noch weiter dezimiert. Philipp Große wurde in der ersten Halbzeit ebenso wie Jiří Bouček im zweiten Durchgang unsanft aus der Luft gepflückt - für beide war es das Aus im Spiel. Große musste, nachdem er mit dem Kopf auf dem Spielfeld aufschlug mit Verdacht auf Gehirnerschütterung sogar die Nacht im Northeimer Hospital verbringen und auch der tschechische Spielmacher verletzte sich beim Eingreifen des NHC-Torschützen vom Dienst so sehr, dass wohl auch ein Einsatz am kommenden Wochenende in Nieder-Roden auszuschließen ist.

Der Pirnaer Ballwerfer sind ob ihrer Situation nicht gerade zu beneiden, und doch ist beachtlich, wie sie sich diesen Widrigkeiten stellen. Mit zwei tollen Siegen gegen Köthen und Dessau, die gezeigt haben, dass die Moral der Mannschaft in Takt ist, traten die Schützlinge von Petr Hazl auch die Reise nach Northeim an. Trotz der Tatsache, dass dem Lokführer im Duell gegen den Tabellenletzten nur zehn Spieler zu Verfügung standen, wollten die Elbestädter nach den beiden Heimsiegen endlich auch einen Erfolg auf fremden Parkett einfahren.

Zwischen den beiden Kontrahenten war es keine hochklassige, aber zu jeder Zeit spannende Partie. Kein Team konnte sich weder im ersten, noch im zweiten Durchgang entscheidend absetzen. Auch als sich die Gastgeber mit drei Toren in Front warfen, steckten die Eisenbahner nicht auf und warfen sich wieder in aussichtsreiche Position. Jedoch war Mitte der zweiten Hälfte auch klar, dass die Hazl-Mannen die Partie mit nur noch sieben Spielern durchstehen mussten. Die Disqualifikation gegen Lok-Keeper Nick Weber, der bei einem Gegenstoß mit dem herannahenden NHC-Akteur zusammenprallte und hierauf hin die regelkonforme Hinausstellung kassierte, komplettierte schmerzlich die beiden besagten verletzungsbedingten Ausfälle. Doch man mag es kaum glauben, selbst in dieser Situation mit dem Rücken zur Wand stehend gaben sich die Eisenbahner nicht etwa dem Schicksal hin. Vier Minuten vor Schluss gingen die sieben verbliebenen tapfer kämpfenden Lok-Buben nach drei Toren in Folge in Führung (24:25). Der NHC schaffte anschließend zwei Mal den Ausgleich. Als sich Toto Schneider in der engen Schlussphase beim Stand von 26:26 im nächten Lok-Angriff die Harzkugel nahm und mit einem Wurf aus dem Rückraum abschließend wollte, wurde dieser durch einen Griff in den Arm regelwidrig gestoppt - geahndet wurde das Vergehen seines Gegenspielers nicht. Das Spiel lief weiter und die Niedersachsen hatten nun ihrerseits wieder die Möglichkeit, sich in Front zu werfen. In einer ähnlichen Aktion hinderte der Pirnaer Abwehrrecke Torsten Schneider seinen Widersacher am Torabschluss - die Unparteiischen werteten dieses Eingreifen aber anders, als noch kurze Zeit vorher auf der anderen Seite. Die Folge war eine Zeitstrafe gegen den 24-jährigen Pirnaer. Und Northeim nutzte nun die Gunst der Stunde in den letzten verbleibenden Minuten die Weichen auf Sieg zu stellen. Alle Versuchungen, die Niederlage noch abzuwenden schlugen fehl und so mussten die Elbestädter mit dem gleichen Ergebnis, mit denen sie Köthen und Dessau in die Knie zwangen, die Segel streichen. So haben die sächsischen Eisenbahner nach einer in vielerlei Hinsicht nicht optimal gelaufenen ersten Halbserie lediglich sechs magere Punkte auf der Habenseite und bereits kommende Woche schon das erste Duell der Rückrunde bei den Baggerseepiraten aus Nieder-Roden vor der Brust.

In wie fern sich bis zu diesem Zeitpunkt das Lazarett der Pirnaer Ballwerfer lichten wird bleibt abzuwarten. Auch Geschäftsführer Uwe Heller war sich nach den beiden Heimerfolgen sicher, dass die Jungs von Petr Hazl anschließend auch auf fremdem Parkett etwas Zählbares in den Zielbahnhof einfahren würden. "Dass es im Verlaufe einer Saison immer einmal jemanden gibt, der verletzt ausfällt, ist klar. Erschreckend ist, wie schmerzlich uns diese Tatsache sprichwörtlich schon über die gesamte erste Halbserie trifft. Das zieht sich wie ein schlechter roter Faden bereits seit dem ersten Spieltag durch", sucht Heller verzweifelt nach einem Lichtblick in Anbetracht dieser Misere. "So etwas nagt auch unglaublich am Selbstvertrauen der Jungs - wie sie sich jedoch trotzdem jedes Mal aufraffen, da kann man nur den Hut ziehen", attestiert Heller diesem Team Moral und Teamgeist in dieser schwierigen Situation.

HSV LOK: Weber, Schmidtke, Möbius (3), Havlat (5/1), Bouček (5/4), Helbig, Große (3/3), Schneider (3), Danowski (5), Kovanovic (2)
Spielfilm: 1:0 (2.), 4:1 (6.), 5:5 (13.), 8:9 (23.), 10:10 (26.), 11:12 (HZ); 11:13 (33.), 12:14 (34.), 15:14 (38.), 15:16 (40.), 18:17 (45.), 19:18 (46.), 21:18 (47.), 22:22 (52.), 24:22 (55.), 24:25 (56.), 28:26